Wechsel : Mehr Kirche – weniger Organisation

Stefan Ludvik (mit Gitarre) ist als Springerkraft für die über ZeKiD betreute Kitas angestellt. In Rieseby wurde nun der Trägerwechsel, von der Kirchengemeinde auf das ZeKiD, vorgestellt. Enken Landgrebe (hinten v.l.) Christiane Endling und Pastor Jörg Michael Schmidt begrüßen die Umstellung.
Stefan Ludvik (mit Gitarre) ist als Springerkraft für die über ZeKiD betreute Kitas angestellt. In Rieseby wurde nun der Trägerwechsel, von der Kirchengemeinde auf das ZeKiD, vorgestellt. Enken Landgrebe (hinten v.l.) Christiane Endling und Pastor Jörg Michael Schmidt begrüßen die Umstellung.

Trägerwechsel der evangelischen Kitas von den Kirchengemeinden auf das neue ZeKiD des Kirchenkreises.

shz.de von
28. Mai 2018, 06:10 Uhr

Gettorf | „Ich verliere inhaltlich nichts bei dieser Machtabgabe.“ Pastor Jörg-Michael Schmidt bewertet den Trägerwechsel der evangelischen Kindertagesstätte Rieseby mit Zuversicht und irgendwie auch mit einer gewissen Form der Erleichterung. Nun kann er sich zukünftig viel mehr auf die religionspädagogischen und seelsorgerischen Aufgaben als Pastor der Kirchengemeinde Rieseby in der Kindertagesstätte konzentrieren.

Seit Anfang April befindet sich die Riesebyer Kindertagesstätte in der Trägerschaft des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde. Die finanzielle Verantwortlichkeit liegt damit gemäß dem Synodenbeschluss von 2016 ausschließlich bei der Kindertagesstättenarbeit im Zentrum für Kirchliche Dienste (ZeKiD). Deren Kosten werden solidarisch von allen Gemeinden sowie deren Diensten und Werken mitgetragen.

Zukünftig können somit pädagogische Stellen, die in Verantwortung des Trägers eingesetzt werden, ebenso finanziert werden, wie Stellen für die Öffentlichkeitsarbeit und religionspädagogischen Angebote für den Kita-Bereich. Und dennoch: „Die ideelle Trägerschaft verbleibt bei der Kirche“, betonen Pastor Schmidt und Enken Landgrebe, sie ist die pädagogische Leiterin des Kindertagesstättendienstes, übereinstimmend. Somit ist gewährleistet, dass „stets einstimmig verbindliche Absprachen getroffen werden können“, betont Schmidt im Pressegespräch zum offiziellen Trägerwechsel.

Zu diesem war neben Schmidt und Landgrebe auch Christiane Endling, Leiterin der Kita Rieseby, eingeladen worden. Sie konnte die neueste professionelle Innovation der Kindertagesstättenarbeit in der Person von Stefanie Ludvik (37) präsentierten.

Ludvik besetzt seit Anfang April die erste Stelle einer pädagogischen Springerkraft. Diese wird in fünf Kitas des Kirchenkreises – darunter Altenholz, Damp-Sieseby, Eckernförde und Osdorf – eingesetzt, um bei plötzlichem und unvorhergesehenem Ausfall der Stammkräfte eine Schließung der Tagesstätten zu verhindern. So könne man dem Unmut der Eltern bei plötzlicher Schließung der Einrichtung vorbeugen. Ludviks Einstellung erfolgt gemäß dem Qualitätssicherungsmanagement.

Die Woche nach Pfingsten hatte Stefanie Ludvik bereits genutzt, um die Kinder der Kita Rieseby kennen zu lernen. „Ich kenne nach vier Tagen Einarbeitung schon alle Namen – das ist mir wichtig“, betont Ludvik. Laut Plan wird sie jede Woche eine andere Einrichtung turnusgemäß unterstützen, sofern kein akuter Notfall vorliegt. „Bei Not am Mann bin ich aber sofort zur Stelle, deswegen liegen Gitarre – Ludviks Markenzeichen – und Hausschuhe immer griffbereit im Auto.“

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