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Kita-Erweiterung : Mehr Kinder – Kita muss wachsen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Waabser Kita soll erweitert werden / Mehrheit für Interessengruppe „FlaRak-Gelände“ / Ablehnung weiterer Windkraft in der Gemeinde

Waabs | Der gemeindliche Kindergarten Waabs soll erweitert, eine dritte Gruppe neu eingerichtet werden. Der Bau-, Planungs-, Weg- und Umweltausschuss fasste Mittwochabend in nicht-öffentlicher Beratung einen entsprechenden Grundsatzbeschluss, wie Norbert Jordan, Leiter der Abteilung Bauen in der Amtsverwaltung-Schlei-Ostsee, auf EZ-Nachfrage mitteilte. Danach soll sehr zügig ein Planer beauftragt werden. Als Ziel verständigte sich der Ausschuss, an dessen Sitzung im Khao Thai Restaurant sich zahlreiche weitere Gemeindevertreter beteiligten, über den Sommer 2018.

„Der Zeitplan ist sehr ehrgeizig“, stellte Ausschussvorsitzender Heinz Haller (WGW) bei der Sitzung fest. Er skizzierte kurz den Anlass für die Erweiterung. So werde eine stark steigende Nachfrage nach Plätzen festgestellt. Alleine in diesem Sommer würden 14 Plätze benötigt, tatsächlich stünden aber nur vier zur Verfügung. Die Gemeinde als Träger habe daher schon eine befristete Aufstockung erreichen können, so Haller. Darüber hinaus fehlten ein Lagerraum und ein Mitarbeiterraum und auch die Betriebsküche sei alt und für die Anzahl der Kinder nicht mehr ausreichend. Angedacht wird ein freistehender Anbau, der über eine Garderobe mit dem vorhandenen Gebäude verbunden wird. Geplant ist der Betrieb mit einer U3-Gruppe und zwei Regelgruppen.

Kontrovers war die Beratung über die Bildung einer Interessengruppe (IG) „Entwicklung eines naturnahen Konzeptes für die gemeindeeigene Fläche – ehemaliges FlaRak-Gelände“. Die WGW-Fraktion hatte die Bildung einer solchen Gruppe vorgeschlagen, deren Leitung und Organisation Joachim Gerhard Kersten (73) übernehmen würde. Der Rentner wohnt seit zwei Jahren in Waabs und hat nach eigener Vorstellung viel Erfahrung in Naturschutzfragen. Er lobte das Areal, das sich seit bald 20 Jahren sehr naturnah und ohne viele Eingriffe entwickelte. Sein Ziel sei es, „die Fläche für die Waabser Bürger zu erhalten und dabei Möglichkeiten des sanften Tourismus zu integrieren“. Er habe viele Ideen und auch schon Kontakte geknüpft, um die Fläche zu einem „Aushängeschild“ für Waabs zu machen.

Während Heinz Haller und Sabine Noth-Stöcks (WGW) sowie Elvira Brief (SPD) für eine solche Gruppe waren und betonten, man „sollte die große Chance nicht vergeben“, machte Bruno Kruse für die CDU-Fraktion deutlich, dass sie derzeit keinen Bedarf für eine solche Gruppe sähen. Es läge eine Machbarkeitsstudie vor, die müsse zunächst in den Gemeindegremien ausgewertet werden, sagte er. Abgesehen davon stünden der Gemeinde mit der Kita-Erweiterung und möglicherweise dem Küstenschutz kostenintensive Aufgaben bevor. „Die Fläche liegen lassen“, war seine Empfehlung. Nis Juhl (CDU) ergänzte, dass die Fläche in all den Jahren schon gut genutzt wurde, „warum ändern?“, fragte er.

Es gehe nicht um große Projekte, die Geld kosten sollen, sondern um Ideen, die die IG natürlich regelmäßig in den gemeindlichen Gremien vorstellen soll, stellte Brief fest. Abgesehen davon, habe die Studie nicht die Erwartungen erfüllt und sei nur teuer gewesen, auch wenn sie bezuschusst wurde. Bürgermeister Udo Steinacker (CDU) stellte fest, dass es jederzeit möglich sei, dass Bürger Ideen oder Themen über die Parteien in die gemeindlichen Gremien einbringen könnten. Eine IG könne doch unabhängig von der Gemeinde geründet werden. Mit der Zustimmung der Gemeinde werde die IG vielleicht ernster genommen und arbeite möglicherweise nicht vergeblich, ergänzte Haller. Schließlich wurde mit Mehrheit die Bildung der IG empfohlen. Besondere Rechte oder Pflichten habe sie nicht, so Haller.

Mehrheitliche Empfehlungen zur Abgabe von Stellungnahmen zur Windkraftplanung:

>zur Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplans 2010, hier gesamträumliches Planungskonzept.

> zur Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplans 2010 einschließlich Umweltbericht

>zur Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplans ausschließlich des Regionalplans des Planungsraums II mit Karte. Hierbei sollen sämtliche Vorrangflächen für Windkraft im Amtsbereich Schlei-Ostsee entfallen. Einzig die Flächen, auf denen bereits Anlagen stehen, sollen erhalten bleiben. Außerdem wird der Gemeindevertreterbeschluss aus dem Dezember 2016 angeführt, wonach Waabs die Ausweisung weiterer Windeignungsflächen weder in der Gemeinde noch in Schwansen für richtig erachtet. Ergänzt wurde außerdem, dass der weitere Windkraftausbau weder ökologisch noch ökonomisch sei, solange der Strom nicht abtransportiert werden kann und die Bürger dies über hohe Stromabgaben finanzieren. Zum Umweltbericht und zur FFH-Vorprüfung wird keine Stellung abgegeben.

>Auch die Datenblätter zu Potential- und Vorrangflächen wurden durchgearbeitet. In ihnen werden die Potential- und Vorrangflächen einzeln untersucht.

Infos: Joachim Gerhard Kersten Tel. 04352/9566064, jgmk@box.org

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erstellt am 02.Jun.2017 | 06:45 Uhr

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