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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 02:22 Uhr

EU-Förderung : Mehr Geld für mehr Fisch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförde und Strande sind als Fischwirtschaftsgebiet anerkannt worden. Bis 2020 können sie jährlich 40 000 Euro EU-Fördermittel für fischige Projekte erhalten.

Eckernförde | Der Fisch spielt in Eckernförde und Umgebung eine große Rolle. Zehn Haupterwerbsfischer gibt es hier, 17 Nebenerwerbsfischer und zwei Binnenfischer. Sehr stark aber beeinflusst die Fischerei auch das touristische Leben. Wer Eckernförde besucht, schwärmt vom ursprünglichen Bild des Hafens mit seinen Fischerbooten und erzählt stolz zu Hause, dass er eine Scholle direkt vom Kutter gekauft hat.

Eckernförde konnte sich deshalb schon in der vergangenen Förderperiode freuen, als Fischwirtschaftsgebiet anerkannt zu sein und Fördergelder der Europäischen Union in Anspruch zu nehmen. Jetzt hat sich die Aktiv-Region Hügelland am Ostseestrand für die Förderperiode 2014 bis 2020 beworben und den Bewilligungsbescheid erhalten. Das Besondere: Nicht nur Eckernförde gilt nun als Fischwirtschaftsgebiet, sondern auch Strande. Für Eckernfördes Bürgermeister Jörg Sibbel ist das ein wichtiger Schritt: „Die Fischerei hat eine lange Tradition bei uns. Sie hat die Entwicklung der Kommunen geprägt und ist ein fester Bestandteil in den Gemeinden, sowohl in der Wirtschaft und dem Tourismus als auch als kulturelles Erbe.“ Auch in Strande hat die Fischerei laut Aussage von Bürgermeister Dr. Holger Klink enorme Auswirkungen auf den Tourismus.

Insgesamt 40  000 Euro können die beiden Kommunen bis zum Jahr 2020 jährlich als Fördersumme aus dem Fischereifonds der Europäischen Union einwerben, und zwar für Projekte aus den Bereichen „Fischerei“, „Tourismus und Information“ sowie „Vermarktung und Verkauf“. Die Fischer zum Beispiel wollen ihr Image in der Öffentlichkeit verbessern. Dazu könnte beispielsweise ein Fischlehrpfad aus Schautafeln an der Strandpromenade dienen. Auch der Direktverkauf von Fisch und die heute schon angebotenen Fischereierlebnisfahrten könnten ausgebaut werden. In Strande dagegen gibt es Ideen, die Haupterwerbsfischerei zu fördern, zum Beispiel mit dem Bau eines Kühlhauses. Einst gab es in dem Ort eine blühende Fischwirtschaft, heute gibt es nur noch einen Haupterwerbs- und zehn Nebenerwerbsfischer.

Für die Touristiker zählt zum einen das idyllische Bild, zum anderen können sie sich vorstellen, Informationen über Image-Broschüren, elektronische Info-Kästen am Hafen oder online zu erarbeiten. Auch könnte die Aquarienanlage im Ostsee Info-Center erweitert werden oder einfach intensiver über Fisch als Nahrungsmittel aufgeklärt werden. „Viele Menschen kennen Fisch ja nur von Käpt’n Iglo“, sagt Katharina Mahrt.

Die Vorsitzende des Vereins Alte Fischräucherei hat auch den Vorsitz der Arbeitsgruppe Fischerei der Aktiv-Region inne. Jeder Förderantrag läuft über dieses Gremium. Er muss unter anderem ein Finanzierungskonzept vorweisen und in die Entwicklungsstrategie passen. Eine Cofinanzierung zu 50 Prozent wird allerdings verlangt. In der Regel springt da die Kommune ein.

Für den Vorsitzenden der Aktiv-Region, Matthias Meins, ist die Anerkennung der beiden Kommunen als Fischwirtschaftsgebiet ein Glücksfall: „Die gesamte Region profitiert davon.“

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erstellt am 17.Dez.2015 | 19:44 Uhr

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