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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 16:29 Uhr

Mehr Chancen für Familien

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die meisten jungen Paare bevorzugen die partnerschaftliche Aufteilung der Nachwuchsbetreuung und wollen zugleich ihre beruflichen Wege weiterverfolgen. Vergangene Woche wurde vom SPD-geführten Bundesfamilienministerium die Familienarbeitszeit vorgestellt. Danach sollen Eltern ein Familiengeld in Höhe von 300 Euro erhalten, wenn beide vollzeitnah (26 bis 36 Stunden) arbeiten und sich gemeinsam um ihren Nachwuchs kümmern. Das trägt den Vorstellungen junger Eltern Rechnung und gelingt, wenn sich die Arbeitszeiten von Eltern annähern. Das Familiengeld schafft dafür die Voraussetzung.

Ein Familiengeld als Pauschalleistung ist grundsätzlich sinnvoller und gerechter als eine Entgeltersatzleistung: Es erreicht auch Familien mit niedrigen Einkommen, die sich eine Arbeitszeitreduzierung bislang nicht leisten konnten.

Das geplante Familiengeld rechnet sich für Eltern nicht nur während der Familienzeit. Vielmehr fällt ihr Einkommen damit langfristig höher aus. Das Familiengeld wird dafür sorgen, dass der staatliche Unterstützungsbedarf von Frauen im Lebensverlauf und die geschlechtsspezifische Rentenlücke spürbar abnehmen.

Zur familiären Sorgearbeit zählt auch die Pflege von Angehörigen. Analog zum Modell der Familienarbeitszeit sollen auch pflegende Angehörige entlastet werden: Mit einem Familiengeld für die Pflege (monatlich 150 Euro) sollen sie ihre Arbeitszeit einfacher auf eine vollzeitnahe Beschäftigung reduzieren können. Mehr als jede/r zweite pflegende Angehörige arbeitet wöchentlich länger als 36 Stunden. Das stellt die meist pflegenden Frauen zeitlich vor eine Zerreißprobe. Deshalb sollen auch hier das Familiengeld für Pflege und eine Lohnersatzleistung, die bis zu drei Monate gezahlt werden kann, für Entlastung sorgen. Dies soll auch dazu beitragen, dass der Anteil pflegender Männer weiter zunimmt.

Beide Konzepte greifen damit die gesellschaftliche Wirklichkeit von Familien und ihre jeweiligen Folgen für Frauen und Männer auf – gerecht, langfristig durchdacht und lebensnah. Darüber hinaus wurde mit der Einführung der Entgelttransparenz auf Initiative der SPD ein wichtiger Baustein der aktiven Gleichstellungspolitik gesetzt. Weitere wichtige Punkte, die Familien zugutekommen, wurden bereits mit der Einführung des gesetzlichen flächendeckenden Mindestlohns, mit dem Kita-Ausbau, der Geschlechterquote in Aufsichtsräten und der Flexibilisierung des Elterngeldes erreicht. Die SPD ist hier mit Weitblick an den richtigen Familienthemen dran!

Dass das Konzept der Familienarbeitszeit den Nerv der Zeit trifft, hat vor ein paar Tagen selbst unser Koalitionspartner erkannt und versucht nun, mit Blick auf die Bundestagswahl im September, bereits jetzt mit dem Thema Familie zu punkten.

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erstellt am 05.Apr.2017 | 09:47 Uhr

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