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Fischerei : Meerforellen im Möhlwischbach gesucht – Aale gefunden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Statt Meerforellen wurden junge Aale im Möhlwischbach bei einer Elektrobefischung entdeckt.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2017 | 06:28 Uhr

Eckernförde | Vorsichtig führt Albrecht Hahn den Elektrokescher durch das Wasser des Möhlwischbaches. Im Wasser wird ein elektrisches Feld erzeugt. Die Anode ist dabei am Kescher befestigt. Alle Fische, die sich in dem rund 60 Zentimeter großen Einzugsbereich des Feldes befinden, werden dadurch betäubt. Neben Hahn stehen Michael Packschies und Hildegard Schenck – der oberste Naturschützer der Stadt und die Lehrerin der Richard-Vosgerau-Schule blicken wie der Fischereimeister der Fischbrutanstalt Altmühlendorf gebannt auf das Wasser. Die drei sind auf der Suche nach Meerforellen. Begleitet werden sie von Klaus Schnack, Projektleiter von Pro Regio, der unter anderem für die Unterhaltung des Möhlwischbaches zuständig ist.

„Wir führen eine generelle Bestandskontrolle des Möhlwischbaches durch“, erklärt Packschies. Selbst vor dem Einbau der Fischtreppe an der Letzten Pappel im Winter 2016 habe man keine Untersuchung vorgenommen. Dass gestern kontrolliert worden ist, ist der Anfrage von Hildegard Schenck geschuldet. Die Lehrerin ist die Koordinatorin der Zukunftsschule an der Richard-Vosgerau-Schule und leitet seit vier Jahren das Projekt Meerforellenbrutanlage und -nachzucht. Bislang haben die Viertklässler die kleinen Meerforellen immer im Lachsenbach ausgesetzt – jetzt steht die Frage im Raum, ob sie auch im Möhlwischbach ihre Nachzucht, die sie mithilfe von Albrecht Hahn erzeugen, aussetzen können. Rund eineinhalb Kilometer ist der Bach lang, der auf dem SCE-Gelände in die Ostsee mündet. Hahn bescheinigt dem Gewässer einen guten Zustand. Totholz, Steine und Pflanzen bieten eine genügend große Oberfläche für Mückenlarven, die das Futter für die Fische bilden. Während der Kontrolle findet er im Bachunterlauf junge Aale, die entweder als Besatz aus dem Herbst stammen oder von der Atlantikküste durch den Nord-Ostsee-Kanal gekommen sind. Männliche Stichlinge werden ebenfalls vom elektrischen Feld angelockt. Im Oberlauf wird kein einziger Fisch gefangen. „Das heißt, dass noch keine einzige Forelle zum Laichen aufgestiegen ist“, erklärt Michael Packschies. Jetzt wird über weitere Aufstiegsmöglichkeiten nachgedacht. Eventuell soll weiter unten Richtung Unterlauf Kies ins Bachbett gebracht werden, damit die Fische einen alternativen Platz zum Laichen finden. Wünschenswert ist für den Chef des Naturschutzes auch die langfristige Öffnung des Baches auf dem SCE-Gelände, so dass die Rohrstrecke verkürzt werden könne.

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