zur Navigation springen

Fussball-Interview : Medler: „Ich schreibe den Aufstieg noch nicht ab“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Manfred Medler, Präsident des Eckernförder SV, zieht im Interview mit der Eckernförder Zeitung eine Zwischenbilanz und spricht sich für einen erneuten Wechsel des Heimspieltages aus.

Herr Medler, in der Verbandsliga Nord-Ost und in der Kreisliga ist bereits ein Drittel der Saison absolviert. Zeit für ein Zwischenfazit. Wie sehen Sie als Präsident des Eckernförder SV die Lage der Ligamannschaft?

Manfred Medler (68): Unsere Ligamannschaft hinkt den eigenen Ansprüchen bisher hinterher. Das sieht die Mannschaft genauso wie ich. Wir stehen nicht da, wo wir gerne in der Tabelle hinwollen.

 

Welche Gründe sehen Sie im bisher enttäuschenden Abschneiden?

Medler: Wer zuletzt das mühevolle 1:0 gegen Osterrönfeld verfolgt hat, der hat das Problem ja deutlich gesehen: Wir spielen zwar noch nicht so flüssig, aber wir haben die Chancen. Nur machen wir sie dann nicht rein.

 

Machen Sie sich Sorgen um die Ligamannschaft?

Medler: Nein, ich bin ganz zuversichtlich, dass wir – wenn wir mal eine kleine Serie starten – dann auch wieder oben mit dabei sind.

 

Der ESV steht derzeit nur auf Platz zehn...

Medler: Trotzdem muss es beim ESV immer unser Anspruch sein, dass wir in der Verbandsliga oben mitspielen. In den vergangenen Jahren waren ja entweder in der SH-Liga oder in der Verbandsliga. Deshalb muss es unser Ziel sein, wenn wir in der Verbandsliga spielen, wieder in die SH-Liga aufzusteigen.

 

Muss der Aufstieg als Saisonziel in dieser Spielzeit bereits abgehakt werden?

Medler: Auf gar keinen Fall. Man sieht ja auch, dass die Mannschaften die jetzt oben stehen schwächeln, deshalb sehe ich bisher keinen Favoriten, so wie in der vergangenen Saison Schilksee. Nochmal: Wenn wir mal ein paar Spiele in Folge gewinnen, sind wir oben wieder dabei. Ich schreibe den Aufstieg noch nicht ab.

 

Die Mannschaft ist kaum verändert in die Saison gegangenen. Sollte sie dann nicht eigentlich gerade im ersten Drittel Vorteile haben, da sie eingespielt ist?

Medler: Das ist richtig, und das habe ich so auch nicht erwartet. Ich denke mal, dass zu schnell eine gewissen Verkrampfung einsetzt, wenn die Mannschaft die Torchancen einfach nicht reinmacht. Dann läuft es nicht.

 

Blicken wir auf die zweite Mannschaft in der Kreisliga. Als Aufsteiger steht das Team wieder oben. Überrascht Sie das?

Medler: Nein, ich habe es dem Team auf jeden Fall zugetraut. Die waren ja bereits in der vergangenen Saison in der 2. Kreisliga eine sehr gute Mannschaft. Allerdings mit einem kleinen aber feinen Kader. Der wurde zu dieser Saison nochmal verstärkt. Und ich spreche hier wirklich von Verstärkungen wie Eduard Moor. Die stocken den Kader nicht nur auf, sondern erhöhen nochmal die Qualität. Dass die Mannschaft nun wirklich ganz oben mitspielt war vielleicht nicht zu erwarten, freut mich dafür natürlich aber umso mehr.

 

Sie haben die Mannschaft in der vergangenen Saison noch trainiert. Was zeichnet diese Truppe aus?

Medler: Es ist wirklich ein ganz feines Team. Die wollen alle, sind immer beim Training und haben Ehrgeiz. Das zahlt sich aus.

 

Der ESV II hat die viertbeste Offensive der Liga, und traf in der Aufstiegssaison satte 107 mal. Ist es nicht eine Option, weitere Spieler mal in der Ligamannschaft zu bringen?

Medler: Ich traue den Sprung in die Verbandsligamannschaft schon dem ein oder anderen zu, aber es ist einzig und allein Sache unserer Trainer, dies zu entscheiden. Die Trainer tauschen sich durchgehend aus.

 

Kommen wir in der Zwischenanalyse zur Jugend. Besonders die A-Jugend spielt nach dem Aufstieg in die Verbandsliga Nord wieder eine gute Rolle. Wie zufrieden sind sie?

Medler: Da muss ich wirklich sagen, dass ich zu 100 Prozent zufrieden bin. Aber nicht nur mit der A-Jugend, sondern auch mit unserer B-Jugend, die in der Verbandsliga ja ebenfalls oben mitspielt.

 

Welche Rolle spielt die Jugendarbeit im Eckernförder SV?

Medler: Wir sind auf eine gute Jugendarbeit angewiesen und leben letztendlich davon. Deshalb ist der gute Start der A-Jugend auch so erfreulich, da es nicht unbedingt zu erwarten war. Da sind sieben Spieler aus dem älteren Jahrgang weggegangen. Der Kader ist recht klein, aber dafür sind die guten Leistungen, die diese Mannschaft immer wieder bringt, umso erfreulicher.

 

Kommen wir nochmal zurück zur Ligamannschaft. Über den sportlichen Bereich haben wir gesprochen, doch was sagen Sie als Präsident zu einem Zuschauerschnitt von knapp über 100 Besuchern?

Medler: Das ist natürlich schon enttäuschend. Ich denke mal es liegt daran, dass im Fernsehen zuviel Fußball gezeigt wird. Es läuft praktisch jeden Tag Fußball im TV – das schadet den kleinen Amateurvereinen. Aber natürlich muss sich auch die Leistung der Ligamannschaft – gerade auf eigenem Platz – verbessern. Dann hoffen wir darauf, dass die Zuschauer es auch wieder mit ihrem Kommen honorieren.

 

Die Ligamannschaft hat den Heimspieltag gewechselt. Anstatt wie früher immer sonntags, tritt der ESV nun am Sonnabend fast zeitgleich zur Bundesliga an. Ein Fehler?

Medler: Ich denke nicht, dass der Versuch komplett gescheitert ist. Aber ich sehe es schon als ein Problem an und denke auch, dass wir es in der kommenden Saison wieder rückgängig machen. Bei uns ist es Tradition, dass die Zuschauer zum ESV am Sonntag kommen.

 

Sie sind auch weiterhin als Schiedsrichter aktiv. Was gefällt Ihnen daran und wie lange wollen Sie die Pfeife noch Woche für Woche in den Mund nehmen?

Medler: So lange man die Fitnesstests besteht, darf man pfeifen. Für mich ist es schön, am Wochenende durch die Aufgabe als Schiedsrichter in Bewegung zu bleiben. Da ich früher drei, vier Mal die Woche trainiert und am Wochenende gespielt habe, kann man sein Sportpensum nicht einfach auf Null zurückfahren. Außerdem bin ich in letzter Zeit auch immer mehr beim Tennis gelandet.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Okt.2013 | 11:46 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen