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EZ-Kochduell : Mediengipfel mit Überraschungssieger

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim Kochduell der EZ und Michael Stöcken ließen Volker Mittmann (R.SH) und Michael Stitz (sh:z) im SCE-Restaurant ihre kulinarischen Muskeln spielen. Es gab exquisite Kost und viel Spaß in der Küche.

von
erstellt am 02.Mär.2016 | 06:00 Uhr

„Gleich kommt der Betonmischer!“ Volker „Voller“ Mittmann war platt: Neben ihm hantierte Michael Stitz mit einem Mega-Pürierstab herum, hievte ihn in seinen Kochtopf, in dem die Zutaten der feinen Topinampur-Suppe vor sich hin köchelten. Der Pürierstab in der Größe eines Staubsaugers war sehenswert und leistete dem leidenschaftlicher Hobbykoch und Feinschmecker von der Insel Sylt wertvolle Dienste. Den Spott seines Kochkontrahenten von Radio Schleswig-Holstein steckte Stitz mannhaft weg und stichelte seinerseits über die verzweifelte Rezeptzusammenstellung Mittmanns mit Hilfe der Internetplattform chefkoch.de – das wäre ihm nie in den Sinn gekommen, er habe sein Rezept von A bis Z selbst geschrieben und auch am Herd die Regie weitgehend selbst übernommen. Die Fronten waren also geklärt. Hier der ehemalige, langjährige Kulturchef des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) und Chefredakteur der Sylter Rundschau und mehrerer Sylt-Magazine, der wie erwartet souverän auf gewohntem Terrain agierte und mit seinen Profi-Partner Tomas Wiese vom Restaurant im Segelclub ein nahezu perfektes Team bildete. Auf der anderen Seite R.SH-Urgestein und Morgen-Moderator Volker Mittmann mit vergleichsweise limitierten Kochkenntnissen, aber mit einem Kämpferherz am Herd und einem Meister seines Faches an seiner Seite: Michael Stöcken. Sie erfüllten chefkoch.de mit kulinarischem Leben, wobei die Aktionen an Topf und Pfanne etwas anders verteilt waren als bei Team Stitz / Wiese.

Die Resultate allerdings lagen auf einem Level, und zwar auf einem sehr hohen. Die 27 Gäste und Juroren waren am Montagabend an der langen Tafel im SCE-Restaurant von der kreativen Zusammenstellung und der Zubereitung des Vier-Gänge-Menues jedenfalls sehr angetan und verteilten auf den Bewertungsbögen fleißig Punkte, die am Ende addiert wurden und einen Sieger hervorbrachten: mit hauchdünnem Vorsprung siegte das Team 2, Volker Mittmann mit Michael Stöcken. Im Hauptgang bereiteten sie unter dem Serviertitel „Donalds beste Seite“ Entenbrust mit Serviettenknödel und feinst geschnittenen Spitzkohl in einer Rotwein-Orangensauce zu, als Dessert servierten Restaurantchefin Heike Jessen und ihre Mitarbeiterin Babette Jürgensen „Beckenbauers Unsinn“, auch Kaiserschmarrn genannt, mit Vanillesauce, Erdbeere und Minzblättchen.

Michael Stitz hatte sich anspruchsvolle Eigenkreationen ausgedacht. Als Vorspeise bereitete er mit Unterstützung von Tomas Wiese ein Schaumsüppchen von Topinambur – einer heimischen, urwüchsig aussehenden Süßkartoffel –, aufgefüllt mit Kalbsfond, Sahne und Nordseekrabben. Das Ganze ließ er als „Schaumiger Opener“ servieren. Als zweiten Hauptgang bereitete Stitz mit Unterstützung von Tomas Wiese, der als Schiffskoch die Welt bereist hat, einen perfekt gebratenen Winterdorsch von den Lofoten, Skrei, zu, der mit Zitronenpfeffer gewürzt und mit einem Öl-Butter-Gemisch leicht glasig gegart wurde, dazu gebräunte Kartoffeln, ein Gurken-Tomatengemüse, das Ganze verfeinert mit einer mit Schalotten und Fischfond angemachten Senfsauce – „Wintergruß von der Küste“.

Anfangs noch sehr entspannt, nahmen Hektik und Anspannung mit zunehmender Kochdauer zu. Mal gab’s spontane freundschaftliche Umarmungen der einstigen R.SH-Kollegen Mittmann und Stitz, auch der Mittmannsche Kaiserschmarrn wurde gemeinsam auf die Teller verteilt und die Hauptgänge „in Linie“ kameradschaftlich und konzentriert angerichtet. Die Teams zeigten sich sehr flexibel: Mal war der Thymian verschwunden, dann war der Kümmel verschwunden, das tat der Leidenschaft rund um den sechsflammigen Gasherd keinen Abbruch. Man half sich („Eure Milch kocht über!“) und stichelte („Ist das dein Spucknapf?“). Und als Kellnerin Babette in die Küche kam und erzählte, dass ihre Schwiegertochter Vanessa („Mucki“) ein großer Fan von „Voller“ Mittmann ist, lieferte der Radio-Profi spontan eine Kochduell-Live-Reportage im Stile eines Fußballreporters – „Mucki“ war begeistert.

Es wurde also vor und hinter den Kulissen viel geboten. Am (späten) Ende waren sich alle einig, einen wunderbaren Abend bei sehr gutem Essen, freundlichem Service und vielen interessanten Geschichten und Gesprächen verbracht zu haben. Die Kochduellanten Mittmann und Stitz sprachen ihren „Beiköchen“ Wiese und Stöcken ihren großen Respekt für die Leistungen in der Küche aus. Kochen auf dauerhaft hohem Niveau und unter zeitlichem Druck sei ein verdammt harter Job, den beide mit Bravour erledigten.

 

>Die nächsten Kochduelle: 7. März Waabs Mühle mit Prof. Dr. Matthias Köhler und Trauerbegleiterin Petra Blümel und am 15. März in Mißfeldts Gasthof in Krusendorf mit Bauunternehmer Hans-Joachim Graf von Gerdorff und Noers Bürgermeisterin Sabine Mues. Die beiden Punktbesten stehen am 23. März im Finale in der Siegfried-Werft in Eckernförde.

 

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