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Mäusemuseum : „Mauseum“: Wechsel von Köln an die Ostsee?

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Kölner Nuklearmediziner Prof. Dr. Gynter Mödder pflegt mit seinem Mäusemuseum ein außergewöhnliches Hobby. Der Wahl-Eckernförder würde sein „Mauseum“ gerne von Bergheim-Glessen nach Eckernförde in die Willers-Jessen-Schule verlegen.

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erstellt am 19.Apr.2014 | 06:20 Uhr

Eckernförde | Beruflich hat er mit der Gründung des ersten Zentrums für Nuklearmedizin Maßstäbe gesetzt. Der Nuklearmediziner und Radiologe Prof. Dr. Gynter Mödder hat sich mittlerweile im Ü70-Alter aus seiner großen Kölner Praxis mit zwölf Ärzten und über 50 Angestellten herausgezogen, der Praxisgründer fungiert mehr als wissenschaftlicher Berater denn als operativ tätiger Arzt.

Seinen Lebensmittelpunkt hat Mödder mittlerweile mit seiner Frau Renate Mödder-Reese nach Eckernförde, dem Geburtsort seiner Frau, verlegt. Sie wollen hier neue Wurzeln schlagen und möchten ihrer neuen Heimatstadt ein Geschenk machen: die Übersiedlung des „ersten und bedeutendsten Mäusemuseums nördlich des Südpols“ von Bergheim-Glessen bei Köln ins Ostseebad, und hier, wenn möglich, in die Willers-Jessen-Schule.

Das bewusst nicht nach streng wissenschaftlichen Maßstäben ausgerichtete „Mauseum“ umfasst rund 3500 Exponate von hochwertiger Mäuse-Kunst bis zum spektakulären Mäuse-Kitsch, vom Mäuseschnuller eines Säuglings aus Guatemala über Mäusezeichnungen und -büchern bis hin zu Auftragsarbeiten wie einer Moai-Skulptur eines Holzschnitzers aus Rapa Nui (Osterinseln), Mäusekeramik von Uwe Lerch aus Bünsdorf oder Arbeiten prominenter Besucher von Collani bis Klaus Bednarz.

Die künstlerisch unterschiedlich wertvollen Stücke befinden sich gut geordnet und dicht gedrängt auf drei Etagen des Mauseums, das Gynter Mödder und seine Frau nach telefonischer Absprache öffnen. Und das Telefon klingelt oft. Eintritt zahlen übrigens nur die Kinder, und zwar in Form von Mäusezeichnungen oder einem anderen selbst hergestellten Mäuseobjekt. Von Erwachsenen wird soviel Kreativität offensichtlich nicht erwartet, für sie ist der Eintritt frei – es sei denn, jemand findet Gefallen an so viel Mäuseverehrung, tickt ähnlich und ist bereit für ein kleines Kunstwerk.

Die Umsiedlung des Mauseums vom Rhein an die Ostsee ist längst mehr als eine fixe Idee. Dahinter steckt ein ernsthaftes Interesse des kreativen Paares, das sich ungemein darauf freut, tief in die Eckernförder Kulturszene einzusteigen und diese mit ihren Arbeiten und Kontakten zu bereichern. Gynter Mödder ist selbst Schriftsteller und PEN-Mitglied, Renate Mödder-Reese ist ebenso wie ihre Schwester Maria Reese-Lambertz-Kindler eine renommierte Malerin, die im Atelier am Wittensee viel mit Carl Lambertz gearbeitet hat und das Mauseum mit zahlreichen Flugmaus-Bildern bereichert.

Eckernförde muss diese ausgestreckte Hand nur noch ergreifen, dann geht’s los. Mittwochabend hat Gynter Mödder auf Einladung des Altstadtvereins und der Bürgerinitiative Bauen in Eckernförde sein Mauseum-Konzept im Ostsee-Info-Center vorgestellt. Mit dabei auch Bürgermeister Jörg Sibbel und Museumsdirektor Dr. Uwe Beitz. Auf Sibbels Frage nach dem Raumbedarf, umriss der kunstsinnige und sehr humorvolle Neu-Eckernförder („Ich habe schon ein ECK-Kennzeichen“) diesen mit drei Räumen und 200 Quadratmetern. „Die Willers-Jessen-Schule ist ein Schatz in der Stadt“, meinte er anerkennend. Dort Kultur in vielfältiger Weise neben anderen Nutzungsmöglichkeiten zu etablieren, reizt nicht nur ihn.

>www.mauseum.de

 

 

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