Mauergeckos laufen an Wänden und Decken

Mauergeckos  besitzen eine kräftige Kiefermuskulatur. Foto: Stammnitz
Mauergeckos besitzen eine kräftige Kiefermuskulatur. Foto: Stammnitz

Der Borgstedter Tierpfleger Frank Stammnitz stellt heute in unserer Serie "Tierpfleger unterwegs" den Riesenmauergecko vor.

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20. April 2009, 10:10 Uhr

Borgstedt | Der Riesenmauergecko, Tarentola annularis, ist auch unter dem Namen Weißpunkt-, Vierpunkt- und auch Ägyptischer Mauergecko bekannt.

Er bewohnt ein riesiges Areal in Nordafrika.

In den Küstenregionen des Roten Meeres, Mauretanien, Marokko, Somalia, Libyen sowie Algerien ist er in den Häusern der Einwohner ein gern gesehener Gast.

Mit einer Körpergröße bis zu 20 Zentimetern bei den Männchen sucht er in der Dämmerung dort nach Beute. Sein sandfarbener bis brauner Körper weist auf der Oberseite kleine Erhebungen auf. Vier weiße Flecken zieren die Rückenpartie.

Der Mauergecko gehört zu einer nachtaktiven Art, die sich in Bäumen und an Hauswänden bevorzugt aufhält. Andere Geckoarten wiederum sind tagsüber regsam. Ebenso gibt es welche, die sich vorwiegend am Boden bewegen. Der bekannteste davon ist der Leo pardgecko.

Trotz seiner Lebensweise hält sich der Mauergecko gern in der Sonne auf. Die Wohlfühltemperatur liegt bei mehr als 35 Grad. In der Nacht darf diese bis auf 22 Grad absinken. Das sollte bei einer Terrarienhaltung unbedingt beachtet werden.

Die Unterbringung erfolgt in einem mindestens einen Meter breiten Wüstenterrarium. Als Boden empfiehlt sich feiner Sand oder Kies. Auch Muschelgrit eignet sich hervorragend. Korkhöhlen, Wurzeln sowie Dickblattgewächse sollten bei der Einrichtung nicht fehlen. Eine Leuchtstoffröhre mit UV-Anteil aus dem Zoofachhandel dient als Lichtquelle.

Regelmäßiges Sprühen ersetzt eine Wasserschale. Die Geckos lecken abperlende Tropfen mit ihrer Zunge auf. Heimchen, Grillen, Mehlwürmer und Heuschrecken bieten sich als Futter an. Um den Vitamin- und Kalkbedarf zu decken, werden die Insekten vor dem Verfüttern mit diesen Präparaten bestäubt.

Eine ganz andere Art, den Mauergecko zu pflegen, ist die offene Zimmerhaltung. Bei Frank Stammnitz im Tierraum läuft ein Pärchen frei herum. Oft liegen die Alttiere auf den Abdeckungen der Terrarien. Regelmäßige Eiablage und auch Nachzuchten sind bei dieser Haltung garantiert.

Die Jungen ernähren sich vorwiegend von kleinen Hausspinnen und anderen Insekten. Heimchen, die bei der Fütterung anderer Tiere entkommen, werden schnellstens gefressen und bieten eine Abwechslung auf dem Speiseplan. Gern wird auch süßes Obst gefressen. Die Ausscheidungsprodukte in Form von kleinen Kotballen können, wenn sie getrocknet sind, fast fleckenlos von der Wand abgebürstet und entfernt werden.

Eine Besonderheit einiger Geckoarten sind die so genannten Lamellenzehen. Mikroskopisch feine Härchen ermöglichen diesen Tieren, auch auf noch so glatten Oberflächen wie beispielsweise Glas Halt zu finden und kopfüber an der Decke zu laufen.

Mauergeckos eignen sich für Einsteiger, um ihnen einen Einblick in die faszinierende Welt der Terraristik zu ermöglichen. Vor der Anschaffung von Tarentola annularis ist eine fachliche Beratung anzuraten.


Kontakt „Tierpfleger unterwegs“ Frank Stammnitz Tel: 04331 / 4590200 www.tierpfleger-unterwegs.de service@tierpfleger-unterwegs.de

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