Maßnahmen gegen Personalengpass

Personalengpass in den Kitas – wer sein Kind zuhause betreuen kann, sollte dies tun, bittet das Kita-Team im Brennofenweg.
Personalengpass in den Kitas – wer sein Kind zuhause betreuen kann, sollte dies tun, bittet das Kita-Team im Brennofenweg.

Gesamtbeirat der vier städtischen Kitas berät über Personalknappheit und beschließt Maßnahmenpaket

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25. Januar 2018, 06:21 Uhr

Der Gesamtbeirat der vier Kindertagesstätten in städtischer Trägerschaft, der zu gleichen Teilen aus der Elternvertretung, dem Kita-Leitungskreis sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung besteht, hat in seiner jüngsten Sitzung über die aktuelle Personalsituation beraten. Anlass war, dass Eltern durch Personalausfall eine unzureichende Gruppenbesetzung mit pädagogischen Fachkräften beklagen und damit verbundene Auswirkungen auf die Verlässlichkeit sowie die Qualität des Betreuungsangebotes befürchten.

Die Verwaltung betonte, dass es bisher – wie teilweise in anderen Kommunen schon erfolgt – nicht zu Gruppenschließung gekommen sei. Der bekannte Fachkräftemangel und fehlende kurzfristig einsetzbare Vertretungen seien ein überörtliches Problem für Träger von Kindertagesstätten. Erschwerend komme hinzu, dass das Kindertagesstättengesetz auch in Vertretungsfällen vorgibt, nur pädagogisch qualifizierte Kräfte einzusetzen. Die Aufsichtspflicht in den städtischen Kitas habe durchgängig erfüllt werden können. „In wenigen Einzelfällen gab es bei unklarer Personalsituation in der Bringephase die Bitte an die Personensorgeberechtigten, Kinder ohne zwingenden Betreuungsbedarf zu Hause zu betreuen.“ Unbestritten sei, dass sich in der größten Einrichtung, der integrativen Kita Süd am Brennofenweg, zum Ende vergangenen Jahres „überdurchschnittlich hohe krankheitsbedingte Personalausfälle“ ergeben haben. Zum Teil hat sich dies zum Jahresbeginn 2018 fortgesetzt und durch Veränderungen der Dienstplangestaltung auch „zu variierenden Gruppenbesetzungen“ geführt.

Unter den Beiratsmitgliedern bestehe Einigkeit darüber, dass die Personalbemessung seitens der Stadt mit Berücksichtigung von Ausfall- und Verfügungszeiten sowie Leitungsfreistellungen nicht zu beanstanden ist. Aufgrund der Vielzahl der zum Teil längerfristigen Personalausfälle reiche diese Personaldecke aktuell aber nicht mehr aus. Situationen wie jetzt träten in den Wintermonaten wiederkehrend auf und könnten durch den flexiblen Einsatz von Fachkräften aus dem Vertretungspool abgedeckt werden. Dieser Pool befinde sich nach Übernahme der Mitarbeiterinnen in Festanstellung, zum Teil auch bei anderen Trägern mit gleichen Problemen, im Wiederaufbau.

Der Beirat empfiehlt folgende weitere Maßnahmen:

>Eine ausgeschriebene Stelle soll schnellstmöglich besetzt werden.

>Der Vertretungspool ist fortlaufend zu bewerben und aufzustocken.

>Verträge sollen flexibel gestaltet werden und nach Prüfung auch im Rahmen von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen geschlossen werden.

>Über Kontaktaufnahme zu den regionalen Bildungszentren sollen Möglichkeiten einer berufsbegleitenden Ausbildung mit Praxisanteilen in Kindertagesstätten geklärt werden.

Im Übrigen bestehe Einigkeit darüber, dass - wie bisher praktiziert - die Arbeitszeiten der überwiegend in Teilzeit beschäftigten Fachkräfte intern aufgestockt werden sowie ein Personalaustausch zwischen den vier städtischen Kindertageseinrichtungen stattfindet, um Fehlzeiten aufzufangen. Darüber hinaus solle durch eine bessere Kommunikation eine engere Zusammenarbeit mit der Elternvertretung gefördert werden.

Abschließend sei vereinbart worden, die weitere Entwicklung zu beobachten und die Ergebnisse der vereinbarten Maßnahmen im Frühjahr bei einer weiteren Gesamtbeiratssitzung zu evaluieren.

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