Kanalschäden : Massive Schäden am Kanalnetz

Die Filmung der Kanäle brachte auch diesen vollständigen Einbruch eines Regenwasserkanals in der Dorfstraße ans Licht.
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Die Filmung der Kanäle brachte auch diesen vollständigen Einbruch eines Regenwasserkanals in der Dorfstraße ans Licht.

Rund 700 000 Euro Schaden an Schmutz- und Regenwasserkanälen in Dorfstraße und Saxtorfer Weg / Neue Asphaltdecke für K83 und K59

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31. März 2017, 06:00 Uhr

Rieseby | Beim Blick auf die Dorfstraße (K83) und den Saxtorfer Weg (K59) sind die Schäden nicht zu sehen. Erst die Filmung und Inspektion der Schmutzwasser- und Regenwasserkanäle im Vorjahr brachte nun die Gewissheit. Es gibt Schäden und zwar mehr als erwartet. Während das Schmutzwassernetz relativ wenige massive Schäden aufweist, sind die Schäden in der Regenwasserkanalisation sehr massiv, wie Björn Oelvitz, vom Ingenieurbüro Hauck, die Ergebnisse im Bauausschuss vorstellte. Insgesamt schätzt das Büro Hauck die Kosten auf fast 700  000 Euro, zuzüglich 15 Prozent Nebenkosten.

Diese Schäden will die Gemeinde zügig sanieren. Ihr sitzen Land und Kreis im Nacken die angekündigt haben, noch in diesem Jahr die K83 von Kosel bis Rieseby und die K59 von Loose bis Rieseby mit einer neuen Asphaltdecke zu sanieren. Da die Sanierung der massiven Schäden nur in offener Bauweise möglich ist, ist dringend geraten, dies vor dem Einbau der neuen Decke zu erledigen. Die Amtsverwaltung Schlei-Ostsee hat bereits in Rücksprache mit Bürgermeister Jens Kolls (SPD) eine Verschiebung der Asphaltierung der innerörtlichen Abschnitte von K83 und K59 beim Kreis auf das Jahr 2018 beantragt. Denn, so Ausschussvorsitzender Heino Stüve (SPD), so schnell könne die Sanierung nicht erfolgen.

Welche Schäden bei der Inspektion entdeckt wurden, das zeigte Björn Oelvitz anhand von zahlreichen Fotos: Rohrbrüche, eingestürzte Kanäle, abgesackte Anschlussstücke, verschobene Anschlüsse und gebrochene Rohrteile – die Liste der dokumentierten Schäden ist lang. „Ich könnte Fotos von Schäden ohne Ende zeigen“, sagte Oelvitz. Viele Schäden wurden auch an den Straßeneinläufen festgestellt, sodass auch dort zahlreiche Reparaturen nötig sind. Die Kosten werden aufgeteilt in Reparaturkosten und in Investitionen.

Von Investitionen spricht man, wenn ganze Rohrstrecken ausgetauscht werden. Diese Kosten können über Darlehn finanziert werden. Anders sieht es bei Reparaturen aus. Diese Kosten müssen über Sonderhaushalte finanziert werden. Sie werden durch die Beiträge der Anschlussnehmer gedeckt. Bei der Schmutzwasserbeseitigung ist das kein Problem, wie Finanzausschussvorsitzender Hartmut Schmidt (CDU) erklärte. In der Sonderrücklage sind 289  000 Euro. Für das Regenwassernetz wurde erst im Vorjahr beschlossen, eine solche Gebühr einzuführen. Die Rücklage dafür besteht noch nicht. Über die Finanzierung des Vorhabens hat der Finanzausschuss gestern beraten.

Zusätzlich zu den Kanälen in der K83 und der K59, empfahl der Ausschuss vordringlich, auch den Hauptkanal im Hufeisenweg zur Kläranlage zu sanieren. Dort hatte die Inspektion ebenfalls Schäden ermittelt, die im offenen Graben saniert werden müssen. Hier wird mit Kosten von rund 16  500 Euro zuzüglich 15 Prozent Nebenkosten gerechnet.

Erfolgen die Asphaltarbeiten an den Kreisstraßen auf Kosten des Kreises ohne Beteiligung der Anlieger, so ist nach Auskunft von Bauingenieur Jan Andresen vom Amt Schlei-Ostsee, bei Nebenarbeiten, wie beispielsweise an Straßeneinläufen oder Gehwegen, eine Beteiligung der Anlieger denkbar und zu erwarten. Es kommt die Straßenausbaubeitragssatzung zur Anwendung. Das müsse aber im Detail noch geklärt werden, so Andresen. Auf ein gesondertes Hydraulikgutachten kann die Gemeinde nach Ansicht von Andresen verzichten. Es sollte Ursachen ermitteln, warum bei Starkregen in der Dorfstraße das Wasser zurückstaut. Es sei damit zu rechnen, dass der Abfluss nach der Sanierung der Regenkanäle besser möglich sein wird. Der Ausschuss empfahl, die innerörtliche Asphaltdeckenerneuerung, auf 2018 zu verschieben und die baulichen Arbeiten durchführen zu lassen. Über die Finanzierung beriet gestern der Finanzausschuss.

Strecken und Kosten
> Schmutzwasser K83: 1050 Meter Hauptkanal und 50 Anschlusskanäle

> Regenwasser K83: 1300 Meter Hauptkanal und 130 Anschlusskanäle

> Schmutzwasser K59: 150 Meter Hauptkanal und 10 Anschlusskanäle

> Regenwasser K59: 350 Meter Hauptkanal und 50 Anschlusskanäle

Folgende Brutto-Sanierungskosten hat das Büro Hauck geschätzt:

> Schmutzwasser K83 47  000 ¤

> Regenwasser K 83 586  000 ¤

> Schmutzwasser K59 9000 ¤

> Regenwasser K59 54  000 ¤ 696  000 ¤ Hinzu kommen geschätzt 15 Prozent Nebenkosten.

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