Kurioser Fund : Maschinenpistole schlummert jahrzehntelang in Abseite

Eine Maschinenpistole aus dem Zweiten Weltkrieg schlummerte jahrzehntelang in der Abseite von Sotirios Stratis’  (r.)Taverna Kreta. Geselle Olaf Wiese (Mitte)  fand die Waffe, Heinzi Huber brachte sie zur Polizei.
Eine Maschinenpistole aus dem Zweiten Weltkrieg schlummerte jahrzehntelang in der Abseite von Sotirios Stratis’ (r.) Taverna Kreta. Geselle Olaf Wiese (Mitte) fand die Waffe, Heinzi Huber brachte sie zur Polizei.

Ein Dachdecker aus Eckernförde findet eine Waffe aus dem Zweiten Weltkrieg in verborgener Dachkammer der Taverne Kreta. Die Waffe hat aber nur noch Schrottwert.

Arne_Peters-8499.jpg von
06. Juli 2014, 08:00 Uhr

Eckernförde | Sie ist ein Zeugnis aus Eckernfördes Vergangenheit: Dachdecker Olaf Wiese hat bei der Sanierung der Taverna Kreta am Kurstrand eine Maschinenpistole gefunden, die jahrzehntelang in einer Abseite vor sich hingegammelt ist.

Der Griff ist abgefallen, das Metall verrostet – die unbrauchbar gewordene Waffe hat nur noch Schrottwert. Aber dennoch ist sie als MP 40 auszumachen, der Standardmaschinenpistole der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Sie wurde zwischen 1940 und 1944 hergestellt und wurde wegen der Beteiligung Hugo Schmeissers an der Produktionsfirma und dem Aufdruck seines Namens auf den Magazinen beim Gegner einfach nur „Schmeisser“ genannt.

Olaf Wiese ist Stoßgeselle beim Dachdeckerunternehmen Huber aus Eckernförde. Die Firma arbeitet zurzeit an der energetischen Sanierung des 1905 gebauten Hauses, das vielen noch unter den Namen „Akke Nulle“ oder „Kiek in de See“ ein Begriff ist. Zur Arbeit der Dachdecker gehört es auch, den Dachboden zu entrümpeln und Abseiten auszumisten, die schon seit Langem zugestellt und nicht mehr zugänglich sind. „Wir haben einen alten Wasserspeicher entsorgt, alte Türen und Stühle, die noch von den Vorgängern stammten“, sagt Inhaber Heinzi Huber. „In anderen Häusern haben wir schon eingemauerte Bierflaschen oder Magazine aus den 50er-Jahren gefunden, aber noch nie eine alte Maschinenpistole.“

Die Waffe ist ans Tageslicht gekommen, ihre Geschichte wird aber wohl für immer im Dunkeln bleiben. Ob sie ein Veteran dort vergessen hat oder jemand sie absichtlich in der Abseite versteckt hat wird man nie herausfinden. Heinzi Huber hat sich nach dem Fund bei der Polizei gemeldet und die Maschinenpistole in ihre Obhut gegeben. Von dort wandert sie weiter zum Landeskriminalamt, wo sie wahrscheinlich verschrottet wird. Schade drum ist es nicht wirklich. Weder der Gebäudeeigentümer Sotirios Stratis noch das Museum haben Interesse an den vier Kilo Rost. Da hat der Gastwirt ein ganz anderes Schmuckstück im Sand neben seinem Haus gefunden: eine alte Kanone, wahrscheinlich von einem Segelschiff.

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