Markant schließt endgültig : Markant rüstet sich für den letzten Tag an der Reeperbahn

Markant wird den Standort Reeperbahn verlassen und seinen Markt schließen.
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Markant wird den Standort Reeperbahn verlassen und seinen Markt schließen.

Der Verbrauchermarkt verlässt den Standort nach 20 Jahren wegen der geplanten Nooröffnung. Am Sonnabend ist Schluss

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03. Juni 2014, 08:00 Uhr

Antje Schramm hat den Markant-Markt in der Reeperbahn vor 20 Jahren miteröffnet, am Sonnabend, 7. Juni, wird sie ihn zusammen mit ihren Kollegen um 18 Uhr wieder schließen, und zwar endgültig. In den Regalen klaffen erste Lücken, der Warenbestand wird nach und nach in den großen Markant-Markt in der Ostlandstraße überführt. Für Antje Schramm und ihre langjährigen Kollegen und Kolleginnen endet damit die Arbeit an einem vertraut gewordenen und von vielen Stammkunden geschätzten, gut erreichbaren Standort mitten in der Stadt. „Wir sind sehr traurig, und es sind auch schon Tränen geflossen“, sagt Heidi Ludwig, die seit 18 Jahren an der Reeperbahn arbeitet. Einziger Trost: Niemand verliert seine Arbeit, alle Beschäftigten werden in anderen Markant-Märkten weiterarbeiten. In der Reeperbahn sind acht Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit sowie neun Aushilfen beschäftigt. Die Verkaufsfläche beträgt rund 1000 Quadratmeter.

Der Mietvertrag läuft zum 30. Juni 2014 aus. In den drei Wochen nach der Schließung am Wochenende wird zunächast Inventur gemacht, der Markt anschließend ausgeräumt und an den Vermieter, die Stadt Eckernförde, übergeben. Das schlichte Bausteingebäude soll dann im Zuge des Großprojekts Nooröffnung abgerissen werden. Das Unternehmen hatte der ursprünglich angedachten Verlagerung des Markant-Markts direkt an die Reeperbahn nicht zugestimmt.

Die Aufgabe des Standortes werde vorbereitet, teilte das zur Fritz Feldmann GmbH & Co. KG gehörende Unternehmen gestern mit. „Wir würden gerne an einem Standort in der Eckernförder Innenstadt festhalten“, erklärte Markant-Geschäftsführer Klaus Stechhöfer. „Wir befinden uns mit der Stadt in einem konstruktiven Dialog und versuchen, Möglichkeiten für einen Ersatzstandort zu erörtern.“

Alle derzeit bei Markant an der Reeperbahn beschäftigten Mitarbeiter werden nach Unternehmensangaben in benachbarten Märkten weiterbeschäftigt. Der nächste Eckernförder Markant-Markt in der Ostlandstraße bleibe den Kunden weiterhin erhalten und werde auch den Lieferservice in Eckernförde übernehmen.

Dorthin werden auch Fleischereifachverkäuferin Simone Christensen, die seit 15 Jahren für Markant in der Reeperbahn arbeitet, und Gisela Vogt (seit 16 Jahren im Unternehmen, davon vier Jahre in Eckernförde) wechseln. „Wir sind mehr als traurig“, sagt Simone Christensen. Vor allem für die ältere, weniger mobile Generation sei der zentrale Markt mit Bäckerei und Kaffeeausschank ein beliebter Treffpunkt gewesen. Und an der Kasse, am Fleischertresen und zwischen den Regalen „menschelte“ es: Man „schnackte“ miteinander. „Wir haben unsere Kunden so behandelt, wie auch wir behandelt werden möchten“, sagt Simone Christensen. „Wir haben uns die Zeit für einen kleinen Plausch genommen“, ergänzt Antje Schramm, die neben den herzlichen Kundenkontakten die gute Zusammenarbeit und Kollegialität der Beschäftigten hervorhob und schweren Herzens nach 20 Jahren die Reeperbahn verlässt. Sie wird künftig im neuen Markt in Dänischenhagen arbeiten. „Viele Kunden haben uns schon alles Gute gewünscht“, sagt Heidi Ludwig, die sich Richtung Markant Alte Weide in Kiel verabschiedet. Aber erst am Sonnabend – und dann wird noch so manche Träne fließen.

Bürgermeister Jörg Sibbel ist am Erhalt der innerstädtischen Einkaufsmöglichkeiten gelegen. Die entsprechenden Flächen seien am Schulweg auf dem ehemaligen Siemsen-Parkplatz und am Bahnhof vorhanden. Man sei mit Markant in lockeren Gesprächen, es gebe aber auch andere Interessenten, die sich gerne in Eckernfördes Innenstadt ansiedeln würden. Daneben gebe es mit dem Lohnert-Gelände in der Prinzenstraße nur noch eine weitere Potenzialfläche, die sich im städtischen Randbereich als Einzelhandelsstandort eignen würde.

Die freigezogene Gebäude werde zeitnah abgerissen, sagte Sibbel. Aufgrund des Pachtvertrages könne Aldi etwas länger bleiben, die Dauer dürfte hier vor allem mit dem geplanten Abriss des Parkdecks Noorstraße in Verbindung stehen. Wenn die Gebäude angerissen sind, sollen die ersten Erdarbeiten für die Nooröffnung beginnen.


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