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Kommandowechsel : Marinestützpunkt: Neuer Chef vor großen Aufgaben

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Marinestützpunkt Eckernförde hat gestern das Kommando gewechselt. Neuer Befehlshaber ist Fregattenkapitän Bernd Ufermann. Er löst Helmut-Christian Brodersen ab. Größte Herausforderung sind die Sanierungen und Neubauten.

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erstellt am 28.Nov.2014 | 06:12 Uhr

Fregattenkapitän Helmut-Christian Brodersen (52) kann beruhigt „Deutschlands schönsten Marinestandort“ Richtung Kiel verlassen und dort als Abteilungsleiter Logistik seine neue Aufgabe in der Einsatzflottille 1 übernehmen. Zum einen hat der Kommandeur der Einsatzflottille 1, Flottillenadmiral Jean Martens, mit Fregattenkapitän Bernd Ufermann (55) einen erfahrenen Nachfolger bestellt, dem er gestern in der Sporthalle der Marinekaserne das Kommando übergab. Zum anderen scheinen Brodersen hartnäckige Bemühungen für eine zügigere Umsetzung des ehrgeizigen Investitionsprogramms langsam Früchte zu tragen. Denn der erste Baukran ist auf dem Gelände des Marinestützpunkts angekommen und transportiert schwere Lasten beim Neubau der Stützpunktfeuerwehr. Weitere sollen, müssen und werden folgen. „Es wird ab sofort an allen Ecken und Ende in der Liegenschaft gebaut“, sagte Brodersen. Denn in der Marinekaserne stehen in den nächsten Sanierungen und Neubauten im Gesamtwerk von rund 140 Millionen Euro auf dem Programm.

Seine dreijährige Dienstzeit in Eckernförde war wesentlich davon geprägt, das große Investitionsprogramm zu beschleunigen, was angesichts der Reibungsverluste unterschiedlicher Zuständigkeiten nicht einfach war, wie er gestern in seiner Abschiedsrede vor vielen Gästen in der Sporthalle hervorhob. „Erst als das Kind in den Brunnen gefallen war bzw. die Wellenschutzwand an der Ostmole auf dem Meeresgrund, erst als der militärische Teil des Kranzfelder Hafens geräumt werden musste, erst da schien die infrastrukturelle Situation allen Beteiligten (...) bewusst und klar geworden zu sein“, kritisierte er das zögerliche Verhalten beteiligter Dienststellen und Ämter. „Baurechtliche Richtlinien können keine Entschuldigung sein, dass man zwar wolle, aber nicht könne“, so der scheidende Kommandeur des Marinestützpunktkommandos. Auch die laufende Umstrukturierung gehe nicht spurlos am Standort vorüber. „Wenn wir immer kleiner bzw. weniger werden, aber den ’Level of ambition’ unverändert hoch halten, dann geht das nur mit schnelleren Umdrehungen. Oder aber, wir müssen dann auch einmal ’Nein’ sagen“, betonte er.

Brodersen ließ aber keinen Zweifel daran, dass die schönen und angenehmen Seiten einer Tätigkeit bei Weitem überwogen haben. Die Vielfalt der Aufgaben und das hohe Engagement der Soldaten und Zivilbeschäftigten seien beeindruckend. „Es war eine wundervolle Zeit. Ich habe an Deutschlands schönstem Standort meine bisher schönste und interessanteste Verwendung in meiner gesamten Laufbahn gehabt. Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich das Marinestützpunktkommando in Eckernförde führen durfte.“

Worte, die die vielen Gäste aus Eckernförde und der Region natürlich freute. Und sein Nachfolger Bernd Ufermann, zuletzt drei Jahre als stellvertretender Kommandeur und Kasernenkommandant im Marinestützpunkt Kiel gewirkt hat und zum zweiten Mal als Nachfolger Brodersens ernannt wurde, nährte die Hoffnung, dass auch er einmal in diese Richtung tendieren könnte: „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir uns in absehbarer Zeit nicht nur als ’sicheren und schönsten’, sondern auch als modernsten und attraktivsten Marinestützpunkt der Deutschen Marine präsentieren können.“ Schon im Januar 2015 werden neue Strukturen gebildet. Der neue Kommandeur nannte Stichpunkte: Aufbau und Koordinierung eines gemeinsamen Fuhrparks für den Marinestützpunkt, noch stärkere Zusammenarbeit mit der WTD 71 im Hinblick auf die gemeinsame Nutzung des Hafens und des Stützpunkts, Vorantreiben der Baumaßnahmen und Aufnahme der ersten Teile des Seebataillons.

Admiral Martens dankte Brodersen für seine „vorbildliche Erfüllung der Aufgabe“ und wünschte Ufermann viel Erfolg bei der Umsetzung seiner Ziele. Das feierliche Zeremoniell wurde vom Marinemusikkorps Kiel begleitet.

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