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Eckernförde : Marinestützpunkt: 400 Millionen Euro und 500 neue Soldaten

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Marinestützpunkt in Eckernförde soll ausgebaut werden - und auch der Kranzfelder Hafen wird komplett erneuert.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2016 | 18:40 Uhr

Eckernförde | Der Eckernförder Marinestützpunkt expandiert: Nach Auskunft des Kasernenkommandanten, Fregattenkapitän Michael Blunk, sollen im Lauf der kommenden Jahre 500 Soldaten mehr in Eckernförde stationiert werden. Zudem werden bis 2028 rund 400 Millionen Euro investiert. Diese Informationen teilte Blunk am Dienstagabend mit, als sich die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Finanzwesen bei einem Ortstermin über die geplanten Baumaßnahmen informierten.

Mit dem Ausbau des Stützpunktes geht die Verkehrsplanung einher: Die Straße Am Ort soll zur Sackgasse und das Gelände ab der Höhe des Klärwerks gesperrt werden, der gesamte Verkehr wird – so die Planung – über die neue Hauptwache am Nordende des Geländes gelenkt.

„In diesen Standort wird eines der größten Investitionsvolumen bundesweit gesteckt“, erklärte Blunk, der von der Aufstockung des Personals auf rund 3000 Soldaten und Zivilangestellte vergangene Woche erfahren hat. Im Rahmen der Personalverstärkung sei durch die Verteidigungsministerin entschieden worden, dass 500 Soldaten mehr in Eckernförde stationiert werden sollen. Dabei soll es sich um Kräfte für das Seebataillon und die Kampfschwimmerkompanie handeln, „sobald wir das Personal rekrutieren können“.

Allein 63 Baumaßnahmen seien für den Stützpunkt in den kommenden zwölf Jahren vorgesehen. Noch vor acht Jahren sei ein Investitionsvolumen von 121 Millionen Euro im Gespräch gewesen, Anfang dieses Jahres seien es 223 Millionen Euro gewesen und im September 280 Millionen Euro. „Und wenn man die Baumaßnahmen hinzurechnet, die noch nicht richtig definiert sind, kommen noch einmal um die 100 Millionen Euro hinzu.“ Dabei soll der Kranzfelder Hafen, dessen Anlagen aus den 60er-Jahren datieren, komplett erneuert werden. Mit zwei Schwimmbrücken sei schon begonnen worden, bis 2028 sollen alle anderen Stege und auch die West- und Ostmole neu gebaut werden. „Der gesamte Hafen wird auf links gekrempelt.“

Die Molen und die Hafengebäude müssen wegen des instabilen Untergrunds auf Hunderten von 47 Meter langen Pfählen gebaut werden, die von See aus angeliefert werden. Insgesamt sollen vier Gebäude abgerissen und viele andere saniert werden. Durch Neubauten wird das gesamte Gelände in seiner Bausubstanz stark verdichtet. Besonders Mannschaftsunterkünfte werden benötigt, da unter anderem das Seebataillon von der Preußerkaserne umziehen soll. Ob die Schwimm- und Taucherübungshalle weiter saniert oder neu gebaut wird, soll sich im März 2017 entscheiden. 2019 soll sie fertig sein. Blunk: „Allein der Glaube fehlt mir.“

Die Bauarbeiten haben 2014 begonnen. „Und wir lagen ein halbes Jahr vor dem Zeitplan“, so Blunk. Doch dann setzten die Verzögerungen ein: „Ein Drittel davon ist hausgemacht.“ Im Baukompetenzzentrum Kiel gebe es nur fünf Mitarbeiter, die für 270 Baumaßnahmen in ihrem Verantwortungsbereich zuständig seien. Hinzu kämen Probleme bei den Baufirmen, denen teilweise die Fachkräfte abgeworben worden seien. Viele kleinere Firmen würden sich vor den europaweit ausgeschriebenen Großaufträgen scheuen, weil die Administration zu groß sei. Blunk: „Aber wenn sich zwei oder drei Firmen zusammenschließen, könnten auch Eckernförder Unternehmen eine Chance auf große Aufträge haben.“

Mit dem Ausbau des Stützpunktes und 500 zusätzlichen Soldaten ergeben sich aber auch weitere Handlungsfelder: Die Verkehrsknotenpunkte, wie die Anschlussstellen an die B 203 und die L 26, müssten angepasst werden. Anstatt der Brücke über die L 26 ist laut Blunk vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr ein Kreisverkehr angedacht. Aber auch das Thema des bezahlbaren Wohnraums kam zur Sprache, ebenso die Betreuungssituation für Kinder. Bürgermeister Jörg Sibbel sagte, dass man an den Themen arbeite und verwies unter anderem auf die geplanten Wohnungen an der Nooröffnung und auf dem ehemaligen Campusgelände.

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