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Benefizkonzert des Rotary Club : Marinemusikkorps: Märsche in eindrucksvollster Art

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Benefizkonzert des Rotary Club Eckernförde mit dem Marinemusikkorps Kiel sorgt für eine vollbesetzte Stadthalle. Das Orchester spielte unter dem Motto „60 Jahre Bundeswehr – alles Marsch oder was?“.

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erstellt am 25.Nov.2015 | 20:06 Uhr

Was für einen guten Ruf hat das Marinemusikkorps Kiel, dass es zum wiederholten Mal so viele Zuhörer in die Stadthalle lockte. Der Rotary Club Eckernförde hatte in gewohnter Tradition zum Benefiz-Konzert eingeladen, und weit über 600 Gäste füllten den großen Konzertsaal. Rotary-Präsidentin Dr. Charlotte Trede begrüßte alle, dankte den großzügigen Sponsoren, Bürgermeister Sibbel für die kostenfreie Stadthalle, dazu den vielen hilfreichen Händen und vor allem dem professionellen Orchester, das am Dienstag wieder einmal ohne Gage spielte. Der Erlös des Abends ist für soziale Projekte vor Ort gedacht, so zum Beispiel für ISIS (Instrumentalunterricht für Schüler) und die Streetworkerin.

Das Konzert stand unter dem Motto „60 Jahre Bundeswehr – alles Marsch oder was?“ und wurde in hervorragender Weise von Fregattenkapitän Friedrich Szepansky moderiert. Nicht nur das, er dirigierte auch sein großes Orchester durch einen anspruchsvollen und sehr abwechslungsreichen Abend. War es der historische Rückblick auf sechs Jahrzehnte Bundeswehr mit seinen vielen Jahreszahlen, Ereignissen und Anekdoten. Oder war es der Genuss, der im breit gefächerten Angebot der präsentierten Musikstücke lag? Sicherlich war es die geschickte Mischung von beidem, was dem Orchester und seinem Leiter so viel Anerkennung und freudigen Applaus einbrachte.

In Anbetracht des „Geburtstagsfestes“ gab es wohl überwiegend Märsche zu hören, Marschmusik zu Lande, zu Wasser und in der Luft. „Das entspricht den drei Uniformfarben bei der Bundeswehr,“ so der wortgewandte Fregattenkapitän auf der Bühne. Marine, Luftwaffe, Heer – alles hatte, wie es schien, seinen eigenen Klang; die schneidige Musik wurde obendrein dann und wann auch noch durch Tonaufnahmen verstärkt. Da rauschten zum Beispiel kräftige Wellen, waren Schiffsirenen laut und Möwengeschrei im Saal zu hören. Schmissige, altbekannte Märsche erklangen als Geburtstagsmusik: Bei vielen pfiff und summte man leise mit, bei „Gruß an Kiel“ wurde auch begeistert mitgeklatscht.

Doch nicht nur deutsche Märsche standen auf dem Programm, auch Finnland kam zum Beispiel ins Konzert – mit „Alla Marcia“ aus der Karelia-Suite war Jean Sibelius vertreten, dazu gab es auch Marschmusik aus England, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Österreich und anderen Ländern. Selbst zu Beethovens Finale aus der 5. Sinfonie hätte man in der dargebotenen Form marschieren können. Das war ein Novum: Ein Stück Beethoven-Sinfonie im Sound eines Marine-Blasorchesters. Das hatte was.

Doch mit Märschen nicht genug, das Marinemusikkorps tummelte sich ebenso in anderen musikalischen Sparten, brachte Musical-Melodien und „C’est si bon“ im beschwingten Sambarhythmus. Zur ergreifenden Filmmusik von „Exodus“ sagte Szepansky: „Die Flüchtlinge kommen zu uns, weil wir wissen, was Flucht ist. Wir spielen dieses Stück für diese Menschen und für uns.“

Schließlich gab es sogar „echten“ Rock‘n Roll aus den 50ern – die mit drei gut gelaunten Orchestermitgliedern - andere Solisten zuvor an Trompete und Xylophon nicht zu vergessen – die fröhliche Geburtstagsparty so richtig aufmischten. Der Zapfenstreich mit einem gefühligen „Lili Marleen“ war ein guter Schlusspunkt.


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