Neujahrsempfang : Marine stockt um 1000 Mitarbeiter auf

Kapitän zur See Joachim Brune beim Neujahrsempfang: „Die Anforderungen an die hiesigen Dienststellen werden weiter zunehmen.“
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Kapitän zur See Joachim Brune beim Neujahrsempfang: „Die Anforderungen an die hiesigen Dienststellen werden weiter zunehmen.“

Eckernförder Soldaten sind weltweit im Einsatz und werden künftig wohl noch mehr zu tun haben. In den kommenden Jahren stockt die Marine deshalb ihr Personal um 30 Prozent auf 4000 Mitarbeiter (militärisch und zivil) auf.

shz.de von
09. Januar 2018, 05:42 Uhr

Eckernförde | Der Bundeswehrstandort Eckernförde wächst weiter: In den kommenden Jahren wird das Personal um gut 30 Prozent auf insgesamt etwa 4000 Mitarbeiter – zivil und militärisch – ansteigen. Das teilte gestern Kapitän zur See Joachim Brune, Leiter des Zentrums Einsatzprüfung, beim Neujahrsempfang der Bundeswehr in Eckernförde vor rund 130 Gästen aus Streitkräften, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit.

Die Marine hatte sich diesmal etwas Neues ausgedacht: Als Gastgeber begrüßte zwar weiterhin der Standortälteste Fregattenkapitän Bernd Ufermann seine Gäste im Offizier-/Unteroffizierheim, die anschließende Rede jedoch halten zukünftig reihum die Leiter der insgesamt zwölf am Standort vertretenen Dienststellen. Den Anfang machte gestern Kapitän zur See Joachim Brune.

Die Eckernförder Soldaten sind weltweit im Einsatz: Das Kommando Spezialkräfte Marine, die deutschen „Navy Seals“, so Brune, waren im vergangenen Jahr ebenso in zahlreichen Einsätzen wie das Seebataillon, die „Marines“. Letztere haben zusätzlich eine Kooperation mit den Niederlanden im Bereich amphibischer Operationen, also vom Meer zum Land und vom Land zum Meer, aufgenommen. Brune: „Ein Schritt in Richtung europäischer Streitkräfte.“

Eine weitere Kooperation betraf das 1. U-Boot-Geschwader: Norwegen und Deutschland arbeiten zusammen bei der Beschaffung von sechs neuen U-Booten, bei der Ausbildung der Besatzungen und beim Betrieb dieser Boote. „Alle drei genannten Verbände wachsen derzeit in erheblichem Umfang auf“, so Brune. Er sei sich sicher, dass die U-Boote nach einer Durststrecke im vergangenen Jahr – verursacht durch verschiedene Engpässe – in diesem Jahr sukzessive wieder einsatzfähig werden.

Positiv nahmen die Eckernförder Soldaten die Entscheidung auf, dass die Preußerkaserne bestehen bleibt. „Wir brauchen den Platz“, so Brune. Irgendwo müssen die rund 1000 zusätzlichen Mitarbeiter in den kommenden Jahren ja unterkommen. Der Bund investiert insgesamt etwa 400 Millionen Euro in den Standort, rund 60 Millionen sind nach Angaben des Kasernenkommandanten Fregattenkapitän Michael Blunk schon verbaut. Vier Neubauten und zahlreiche Bausanierungen konnten bereits fertiggestellt werden.

Als wichtigste Projekte der Marine für dieses Jahr sah Brune die Beschaffung fünf weiterer Korvetten, die Übernahme der Fregatte Klasse F125 in den Betrieb der Flotte sowie die Kooperation mit Norwegen, bei der es nicht nur um U-Boote, sondern unter anderem auch um Lenkflugkörper und Rohstoffe gehe.

Insgesamt, so Brune, sei die sicherheitspolitische Lage unsicher in Zeiten, „in denen manche weltpolitische Player ziemlich laut die Entschlossenheit zum Drücken bestimmter Knöpfe vergleichen“. Die Einsätze der Marine und ihre Verpflichtungen würden kaum weniger werden und damit die Anforderungen an die hiesigen Dienststellen weiter zunehmen.

Auch Bürgervorsteherin Karin Himstedt betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig der Einsatz von Sicherheitskräften und Hilfsorganisationen in der Welt sei – auch von den hoch spezialisierten Kräften in Eckernförde. „Dafür verdienen sie unseren Respekt, aber auch den Rückhalt in der Bevölkerung und in der Politik.“

In den Millionen-Investitionen für den Stützpunkt sah sie ein deutliches Bekenntnis zum Standort Eckernförde. Die Bundeswehr sei immerhin der größte Arbeitgeber in Eckernförde und damit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Für die Stadtentwicklung malte sie ein positives Bild – auch hinsichtlich der zu erwartenden neuen Bürger durch das Anwachsen der Marine. Attraktive und bezahlbare Wohnräume zu schaffen, zähle zu den größten Herausforderungen für die Stadt. Schließlich dankte sie den vielen Bundeswehrangehörigen, die sich in Eckernförde auch ehrenamtlich engagieren.

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