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200 Millionen : Marine macht Stützpunkt fit für die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Marinestützpunkt und die WTD-Nord werden zusammengelegt und das Seebataillon kommt hinzu. Bis 2025 sind 50 Baumaßnahmen mit einer Investitionssumme von über 200 Millionen Euro geplant.

Eckernförde | Der Marinestützpunkt Eckernförde mit dem Kranzfelder Hafen und die Liegenschaft Nord der Wehrtechnischen Dienststelle für Schiffe und Marinewaffen, Maritime Technologie und Forschung (WTD 71) wachsen zusammen und nehmen das Seebataillon aus der Preußerkaserne auf. Ein Zehn-Jahres- und 200-Millionen-Euro-Projekt mit Auswirkungen für die gesamte Stadt. Über den Stand der Planungen und Bautätigkeiten informierten der stellvertretende Kommandeur und Kasernenkommandant des Marinestützpunkts, Fregattenkapitän Michael Blunck, und Fregattenkapitän Jens Wriedt vom Kompetenzzentrum Baumanagement der Bundeswehr in Kiel die Mitglieder des Bauausschusses am Montagabend bei der auswärtigen Sitzung in der Akademie Carlshöhe.

Michael Blunck skizzierte die gewaltigen Dimensionen der Zusammenführung gleich dreier Liegenschaften mit einer Investitionssumme „oberhalb von 200 Millionen Euro“. Zunächst sollen der Marinestützpunkt und die benachbarte WTD-Nord vereint werden, parallel dazu werden derzeit erste Infrastrukturmaßnahmen zur Aufnahme des Seebataillons umgesetzt. Jens Wriedt nannte weitere Details. Derzeit in Bau ist die neue Feuerwache sowie zwei Unterkunftsgebäude für die Soldaten des Seebataillons, ein drittes wird folgen. Zudem müssen weitere Quartiere errichtet werden, weil das neue Unterkunftskonzept eine Einzelbelegung vorsieht. Hinzu kommen technische Gebäude für das Seebataillon wie Kfz-Hallen und Werkstätten. Zudem werden bis Mitte der 2020er-Jahre alle Bestandsgebäude saniert. Alles in allem 50 Baumaßnahmen mit einem Volumen von über 200 Millionen Euro, so Wriedt, ein Großteil der Summe sei für Wasserbaumaßnahmen erforderlich, denn auch die Häfen werden saniert.


Neue Hauptwache im Norden


Einen exakten Zeitplan konnten Blunck und Wriedt nicht vorlegen, dazu seien das Vorhaben zu komplex und die Unwägbarkeiten zu groß. Kasernenkommandant Blunck geht davon aus, dass es noch zehn Jahre dauern wird, „bis alles drüben ist“. Was nicht bedeutet, dass es einen großen Umzug nach der Fertigstellung geben wird. „Wenn etwas im Marinestützpunkt fertig ist, wird sofort umgezogen“, erklärte Marine-Baumanager Wriedt. Also Abzug Schritt für Schritt. Wann die Abgabe an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) erfolgt, sei aber noch nicht absehbar. Die Liegenschaft Preußerkaserne wird dann analog zur früheren Marinekaserne Carlshöhe verkauft.

Die Konzentration der Einheiten und Verbände im Marinestützpunkt wird auch Veränderungen der Verkehrsführung mit sich bringen. Die jetzige Hauptwache des Stützpunkts wird geschlossen und durch eine neue Hauptwache etwas weiter nördlich in Höhe Louisenberg ersetzt. Auf der südlichen Seite wird die der Bundeswehr gehörenden Zufahrtsstraße Am Ort aus Richtung Stadt hinter dem Klärwerk für den Verkehr gesperrt und mit einem Wendehammer ausgestattet. Vom Jungmannufer gibt es dann keine Durchfahrt mehr über das Marinegelände in Richtung Hemmelmark oder B 203. Auch die Militärfahrzeuge und Fahrzeuge der Bediensteten fahren dann ausschließlich über die neue Hauptwache gen Norden Richtung B 203 und B 76 ab, wobei die Optionen Prinzenstraße, Riesebyer Straße oder Saxtorfer Weg nur noch vereinzelt genutzt werden dürften. Vor allem die Anwohner am bislang stark genutzten Jungmannufer und Vogelsang dürften von dieser Verkehrsentlastung profitieren. Verkehrszählungen der Marine hätten ergeben, dass täglich 743 Fahrzeuge über das Jungmannufer zum Stützpunkt hin und wieder zurück fahren und 500 bis 600 Fahrzeuge den Weg über Louisenberg nehmen, erläuterte Michael Blunck. Zu diesen rund 1300 Fahrzeugen kämen später weitere 300 bis 400 vom Seebataillon hinzu. Von daher sei die geplante Brückenbaustelle Bundeswehrstraße / L 26 „kontraproduktiv“, so Blunck. Bürgermeister Jörg Sibbel erklärte, dass der Landesbetrieb Straßenbau ihm zugesagt habe, das Bauvorhaben mit der Bundeswehr abzustimmen.

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erstellt am 09.Sep.2015 | 06:57 Uhr

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