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Tag der Marine : Marine fährt schwere Geschütze auf

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Marine stellt sich beim Tag der Marine am Stadthafen vor: Besichtigung der Marine-Schiffe Zobel, Auerbach und Lübeck sowie 17 Info-Stände.

ECkernförde | Die Bundeswehr greift an – im übertragenen Sinne. Schon zum zweiten Mal öffnete sie in diesem Jahr ihre Tore und lud zu einem Tag der offenen Tür. Während es Ende Juni noch das 60. Jubiläum war, das die Bundeswehr zum Anlass nahm, sich öffentlichkeitswirksam zu präsentieren, so war es gestern der Tag der Marine. Mit 17 Ständen hat sie sich im Stadthafen präsentiert, darunter auch Stände ziviler Einrichtungen wie vom Deutschen Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk.

Seit dem Ende der Wehrpflicht hat die Bundeswehr massive Probleme guten Soldatennachwuchs zu gewinnen. Bessere Gehälter, Teilzeitarbeit oder Imagekampagnen sollen sie attraktiver machen, um diesem Problem Herr zu werden. Veranstaltungen wie der Tag der Marine sind ein erster Schritt in diese Richtung. „Bei keiner anderen Gelegenheit erreichen wir so viele Menschen auf einen Schlag“, sagt Frank Welpot, Kapitänleutnant aus dem Marinestützpunktkommando Eckernförde, das den Tag der Marine organisiert hat. Mit 8000 Besuchern rechnete die Marine in diesem Jahr. „Hier können wir der Bevölkerung unsere Arbeit näherbringen, von unserem Arbeitsalltag berichten und so Berührungsängste abbauen.“

Dafür informierten nicht nur die Soldaten an den Ständen von Minentauchern oder der Sportfördergruppe, auch die Marineschiffe „Zobel“ aus Rostock-Warnemünde, „Auerbach“ aus Kiel sowie die Fregatte „Lübeck“ aus Wilhelmshaven, die im Marinestützpunkt lag, konnten besichtigt werden. Auf dem Schnellboot „Zobel“ erklärte Oberbootsmann und Artilleriewaffenmeister Maik Dziallas den Besuchern die 76-Millimeter-Patrone des Seegeschützes von dem italienischen Hersteller „Oto Melara“ – eine Abwehrwaffe für See- und Luftziele.

Dichter Andrang herrschte bei den Minentauchern. Fabian Tegethoff und André Manz gaben den Besuchern Einblick in ihre Arbeit. „Die meisten Fragen werden zu unseren Einsatzgebieten und unserem Tauchequipment gestellt“, so Fabian Tegethoff. Vorwiegend im Mittelmeer, in Nord- und Ostsee sowie im Golf von Aden seien sie im Einsatz. Im Mai dieses Jahres waren die Minentaucher etwa bei dem Nato-Manöver „Open-Spirit“ in der Ostsee beteiligt. Mittels des autonomen Unterwasserfahrzeuges „Remus“ (Remote Environmental Measuring Units) (s. Foto unten rechts), das seit 2014 bei der Aufklärungskompanie des Seebataillons in Eckernförde beheimatet ist, konnte vor der estnischen Küste ein untergegangenes U-Boot aus dem ersten Weltkrieg ausfindig gemacht werden, wie Fabian Tegethoff berichtete. Militärhistoriker versuchen zurzeit herauszufinden, um welches es sich genau handelt. „Ganz schön schwer“, fand Karla Noack (11) aus Quickborn die 40 Kilogramm schwere Drohne.

Wenige Meter weiter stellte die Wehrtechnische Dienststelle (WTD) den Torpedo „DM2 A4 Seehecht“ vor. Seit 2007 wird der Schwergewichtstorpedo bei deutschen-Booten wie etwa dem in Eckernförde beheimateten U 212 zur Bekämpfung von Überwassereinheiten eingesetzt, sagte Udo Kaiser, WTD-Geschäftsfeldmanager für Torpedos und Abwehr.

 

 

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erstellt am 13.Aug.2015 | 05:38 Uhr

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