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Abschied von den Frauen : Manöver mit Hindernissen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Vier Wochen Manöver, Abschied von den Frauen. Das Minen-, Wurf- und Lichtboot „Eider“ geriet in schwere See, aber nicht in Seenot. Trotzdem war die Aufregung in der Heimat groß. Am Manöverende mussten die Minentaucher Starfighter-Teile aus der Nordsee bergen.

Es ist wieder Manöverzeit, und das Minen-, Wurf- und Lichtboot ,,Eider“ ist bereit, den Heimathafen Eckernförde zu verlassen. Wir haben uns von den Frauen für vier Wochen verabschiedet. Die Wettervorhersage ist nicht gerade günstig, denn es herrscht ein ziemlich starker Wind. Geschätzte 10 bis 11 Windstärken werden es wohl sein. Da das Schiff einen Tiefgang von 4,30 Meter hat, macht es ihm nicht viel aus. Bei dieser Wetterlage suchen die meisten Schiffe im Hafen Schutz. Wir aber müssen auslaufen.

Mit an Bord sind etliche Minentaucher. Auf offener See kommt das Schiff doch ganz schön ins Schlingern. Immer mehr Taucher bevölkern das Oberdeck. Mit gelbgrünen Gesichtern werden die Fische in der tosenden See gefüttert. Selbst Willi, unser Bordhund, verkrümelt sich in die äußerste Ecke.

Eine schreckliche Botschaft machte sich in Eckernförde bei den Ehefrauen breit. Im Radio wurde verkündet, dass das Schiff Eider in Seenot geraten sei. Nach etlichen Telefonaten mit der Kommandozentrale in Wilhelmshaven hat sich alles schnell aufgeklärt. Es war ein anderes Schiff gemeint, der Kabelleger namens „Eider“. Die Erleichterung war groß. Von all den Gerüchten und Meldungen, hatten wir als Besatzung nichts mitbekommen.

Als Minen-, Wurf- und Lichtboot verrichteten wir unsere Aufgabe und verminten das vorgesehene Gebiet. Nach gut vier Wochen, traten wir endlich unsere Heimreise an. Über Radio Norddeich teilten wir unseren Frauen mit, dass wir in ca. zwei Tagen wieder zuhause sein würden.

Wir waren schon kurz vor der Kanaleinfahrt Brunsbüttel, als uns ein Funkspruch erreichte, wir müssen sofort umkehren, denn vor Wilhelmshaven sei ein Starfighter abgestürzt. Für die Suche brauchte man Taucher, die wir ja an Bord hatten. Nach anderthalb Wochen Suche, fanden wir das Triebwerk des Starfighters. Von den beiden Piloten leider keine Spur.

Jetzt ging es aber wirklich in Richtung Heimat. Aus den vorgesehenen vier Manöverwochen waren sechs Wochen geworden. Für diesen Einsatz hatten unsere Frauen natürlich viel Verständnis. Leider endete er auch für uns mit einem bitteren Nachgeschmack.

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erstellt am 08.Okt.2014 | 06:02 Uhr

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