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Borbyer Gilde : Manfred Luth zum dritten Mal König

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Ur-Borbyer löst Walter Petersen als neuer Regent der Borbyer Gilde ab. Gute Laune trotz Dauerregen am Sonnabend.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2013 | 07:46 Uhr

Eckernförde | Ein Ur-Borbyer ist neuer König der Borbyer Gilde: Manfred Luth löst Waffelbäcker Walter Petersen ab. Luth hat es zum dritten Mal geschafft und sich beim Gildefest am Sonnabend selbst zum König geschossen. Bereits 1988 und 2001 hatte er das Amt inne. Zusammen mit seiner Frau Gisela wird er die Regentschaft führen.

Manfred Luth ist seit 50 Jahren in der Borbyer Gilde. "Ich bin damit aufgewachsen, die Gilde ist ein Teil meines Lebens", sagt er. "Wir freuen uns, diese Tradition zu pflegen und weiterzugeben. In Borby lebt noch das Herz, das Plattdeutsche, der Heimatsinn." Der König gehört seit 1978 der Schützengruppe an.

Zuvor war das Gildefest am Sonnabend offiziell mit dem Weckruf mit Pfeifen, Trommeln und Pauke gestartet. Das war auch die Zeit für Fahnenschwenker Joachim Fey in die Festgarderobe zu steigen: schwarzer Anzug, weißes Hemd, Zylinder und - ganz wichtig - die Fahnenschwenker-Kette mit dem Emblem von Kaiser Wilhelm I. So erwartete Fey morgens um sechs Uhr die Borbyer für den Ummarsch.

Eine große Delegation bewies, dass nicht nur die Borbyer parat sind, wenn es darum geht, die größte Gilde Schleswig-Holsteins mit über 1300 Mitgliedern zu feiern. Bürgermeister Jörg Sibbel führte mit Gildevorsitzendem Lorenz Markwardt den Zug an.

Seit 1976 hat Joachim Fey unzählige Male die Fahne geschwenkt und damit ein wichtiges Ritual der Gilde ausgeführt. Er ist stets dabei, auch beim Gang zum "Waffelbäcker-König" Walter Petersen, der mit Wehmut seinen letzten Stunden im Amt entgegensah, jedoch nicht ohne dem Vorsitzenden einen Schabernack zu spielen: In Anspielung auf die Leidenschaft des Fischers servierte der König der süßen Köstlicheiten eine mit "Fisch gefüllte Apfeltasche" zum Willkommens-Frühstück, die sich letztendlich doch nur als Marckwardts Lieblingsgebäck herausstellte.

Im stetigen Regenschauer ging es weiter zum alten Borbyer Pastorat. Die tiefe Verbundenheit zur Kirchengemeinde ist sehr ausgeprägt und führt bis an die Wurzeln der Gilde zurück. Mit herzlichen Worten begrüßte Pastor Ole Halley die Borbyer Gilde: "Dat is een Ehr för uns Kark, bi düsse Schietwedder allemal. De Borbyer Gill steiht för dat Bewahrn vun Traditschoon un dat is jümmers ’n lütt beten sworer woorn. Uns Krog, de ja ok uns Gillkrog weer, gifft dat nich mehr. Dat Huus vun uns Karkengemeen is een Hölp … uns Dörpplatz denn bruukt wi ok wedderhin."

Weiter ging es durch Borby zum Schießplatz "Alte Pappel". Um 19 Uhr war es soweit: Das Borbyer Volk verabschiedete sich vom alten König: Walter Petersen gab seine Amtskette ab, Lorenz Marckardt rief den neuen König aus: Manfred Luth.

Der König wird durch das traditionelle Schießen ermittelt: Nur wer eine Schützenkarte hat, kann sich zum König schießen oder schießen lassen. Wer seiner eigenen Treffsicherheit nicht traut, lässt für sich einen Schützen antreten, den er jedoch nicht kennt. Es geht reihum, niemand weiß, für wen er den Schuss abgibt.

Beim Ausmarsch zum Festzelt und dem Königsmahl im Gemeindehaus winkten die Borbyer ihrem neuen König herzlich zu - wie bei jedem Umzug begleitet vom Spielmannzug "Drums und Pipes" und dem Blasorchester. Aus der Partnerstadt Hässleholm waren Tom und Lena Nielsson angereist: "Wir waren von morgens dabei, haben soviele nette Eindrücke gewonnen und werden diese Tage bestimmt nicht vergessen."

Als neue Mitglieder wurden Jana Celine Michelsen, Ulf Blender, Mirco Heide, Daniel Flügge und Nils Wilke in die Borbyer Gilde aufgenommen.

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