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Mahnung : Mahnwache – Auftakt für mehr Tierwohl

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Barkelsbyer mahnte 55 Stunden über die Weihnachtstage vor einem Husumer Schlachthof an das Wohl der Tiere. Mit der Resonanz auf seine Aktion war Olaf Zeuch sehr zufrieden. Weitere Aktionen, auch mit neuen Unterstützern, werden geplant.

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erstellt am 31.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Statt an Weihnachten um den Tannenbaum zu sitzen und mit der Familie zu sein, hat Olaf Zeuch (49) die Weihnachtsfeiertage mit einer Mahnwache vor einem Schlachthof in Husum verbracht (wir berichteten). Sehr zufrieden kam der Barkelsbyer zurück und war begeistert von den Erlebnissen.

Erhofft hatte er sich die große Wirkung seiner Aktion, dass es am Ende aber so gut lief und die 55 Stunden quasi getragen von dem Interesse und dem Zuspruch der Besucher wie im Flug vergingen, das hatte er nicht erwartet. Mit seiner Aktion wollte der sich vegetarisch und überwiegend auch vegan ernährende Zeuch an die vielen tausend Tiere erinnern, die zu den Festtagen und der Friedensbotschaft getötet wurden, um verspeist zu werden. Er werbe dafür, dass Tiere als hochentwickelte Lebewesen anzusehen seien. Dass er als Mensch und nicht als Massenzuchttier auf die Welt kam, habe keinen sinnigen Grund und sei Zufall. Daher sollten Menschen Tieren denselben Respekt erweisen, wie sie es für sich selbst auch wünschten, so Zeuch. Auf öffentlichem Grund und mit einer Genehmigung der Stadt für die Aktion in der Tasche, hatte er sich vorbereitet.

Schon als er am Heilig Abend gegen 15 Uhr anreiste, wurde er von zwei Unterstützern empfangen. Im Nu hatten sie einen Sonnenschirm samt Fuß organisiert. So schufen sie einige wenige trockene Quadratmeter, denn es regnete anhaltend und war sehr windig, berichtete Zeuch. Für die nötige Wärme sorgte sein Feuerkorb. Immer mehr Menschen kamen vorbei, blieben eine zeitlang und diskutierten mit ihm. Gegen Mitternacht kehrte Ruhe ein, und Zeuch sichtete im Auto seine SMS und Anrufe. Vielen antwortete er. Schätzungsweise 50 bekam er die Tage über, dazu unzählige Anrufe und über Facebook hunderte von Nachrichten. „Alle waren begeistert und glücklich“, sagte Zeuch. Zwei kritische Stimmen bekam er auch, doch reden konnte er mit den Personen nicht.

Die Hilfsbereitschaft der Menschen in Husum vor dem Schlachthof sei riesig gewesen. Er habe immer etwas warmes zu Essen bekommen, andere hätten heiße Getränke mitgebracht, seine mitgebrachten Vorräte im Auto brauchte er nicht. Und er hatte immer jemanden zum Sprechen.

Nachts schlief er im Auto, zwischendurch fuhr er ein paar Runden, damit die Heizung den Innenraum aufwärmte. Verglichen mit den Qualen und Leiden, die Rinder, Kälber, Schweine oder Hühner täglich erlebten, sei das aber „ein Klacks“, den er gerne ertrage, so Zeuch. Schätzungsweise 30 Menschen, sehr viele unabhängig voneinander aus Husum aber auch ganz Schleswig-Holstein, besuchten ihn und waren begeistert von seinem Engagement. So besuchte ihn auch Bernd Mallon, Bundesgeneralsekretär der Partei Mensch, Umwelt und Tierschutz. „Ich bin begeistert von der Aktion, ich hätte die 55 Stunden nicht ausgehalten“, sagte er auf Nachfrage der EZ. Er habe das Gefühl, dass viele Menschen im Innern schon den Tierschutz und das Tierwohl beherzigten, aber es zu viele Gewohnheiten gebe, die die Umsetzung noch erschwerten, so Mallon.

Zeuchs Frau und zwei Töchter unterstützten sein Vorhaben, und feierten in Flensburg Weihnachten. „Über Telefon standen wir in Kontakt“, sagte Zeuch. Seine Familie kenne seine Ansichten und so sei es gut gewesen. Mit seiner Aktion wolle er die Menschen anstoßen, über ihr Handeln nachzudenken. Und es sei ad hoc möglich, Massentierhaltung und Massenschlachtungen zu beenden, so Zeuch, wenn ganz viele Menschen in Ruhe über ihren Umgang nachdächten. Bekräftigt fühlt Zeuch sich durch einen Anruf von Dr. Walter Henrich aus der Schweiz, der in der veganen Szene viel beachtet werde.

Als Fazit steht für Zeuch fest, dass er weitere Aktionen, auch im Verbund mit weiteren Menschen, starten werde. Die Mahnwache war der Auftakt, so Zeuch, der zu Ostern wieder aktiv werden will. „Ich hätte mir kein heiligeres Weihnachten vorstellen können, ich würde es wieder machen“.

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