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Magische Sonnenuhr oder: „Nach Hause telefonieren“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ein wenig Science Fiction: Kosmische Höhepunkte mit der Sonnenuhr im Umwelt-Info-Zentrum

Wohl dem, der einen mystischen Ort der Besinnung hat, wo er inne halten und über Herkunft und Zukunft nachdenken kann. Mein magischer Ort liegt im UmweltInfo-Zentrum (UIZ) in Eckernförde. Sonntags, wenn unsere Sonne scheint, gehe ich durch einen dunklen Tunnel vom Ykaernehus (Eichhörnchen-Burg) ins Licht zu „meiner“ Sonnenuhr. Sie empfängt mich mit ihren ausgebreiteten, stählernen Armen, die an ein außerirdisches Flugobjekt erinnern. Ich begrüße und berühre sie mit großem Respekt. Ihr dunkel angestrichenes Metall mit den goldenen Stunden-Markierungen, von den Sonnen-Strahlen erwärmt, sendet mir – wenn ich die dazu nötige Intuition habe –, unverschlüsselte Botschaften zu.

Ruhig abwartend schaue ich auf ihre Mitte. Nach wenigen Minuten, mein kritischer Blick zum Himmel entdeckt keine Wolke, passiert der kosmische Höhepunkt, die Sonne passiert in ihrer Kulminations-Höhe den Eckemförder Längengrad, ca. 10 Grad Ost. Die „Nase“ der Sonnenuhr wirft für ca. zwei Minuten keinen Schatten mehr und zeigt genau nach Süden. Es ist, wie auf allen anderen Orten der Welt, auf dem gleichen Längengrad, 12 Uhr Mittag Wahrer Ortszeit - WOZ.

Weitere astronomische Berechnungen werden hier wegen Störung der Mystik weggelassen. Am Anfang unserer Freundschaft bin ich flott nach Hause gelaufen und sah unseren Heimat-Fixstern genau über dem Schornstein meiner Nachbarin stehen. Leicht geblendet (nicht von der Nachbarin) wende ich mich ab, die Sonnen-Strahlen wärmen mir den Rücken und mein Inneres. Die Magie des Ortes entfaltet achtsam ihre Wirkung. Für einen hellseherischen Moment sehe ich durch einen rosa Schleier E.T. Kann es auch ein graues Eichhörnchen gewesen sein ?

Da höre ich, durch ein kosmisches Rauschen hindurch, erschaudernd die Stimme des Außerirdischen: „Nach Hause telefonieren, nach Hause telefonieren“. Da wusste ich, dass es kein Eichhörnchen war, denn die können ja nicht flüstern! E.T. wollte mit seinem Heimat-Planeten Magenta 1 telefonieren, er will unverzüglich dorthin und unterschreibt mit schwindender Kraft den Zwei-Jahres-Vertrag der Telekom. Er zwinkert mir wissend zu, was sind schon zwei Jahre gegen die Zeit-Milliarden des Universums?

E.T. weiß, dass wir alle Kinder des gleichen Weltalls sind, in dem eine unglaubliche Fülle von Beziehungen zwischen unserem Lebensraum und den Tiefen des Kosmos für Bedingungen sorgen, die unsere Existenz ermöglichen. Das kann uns Vertrauen geben, auch wenn es niemanden gibt, der uns sagen könnte – besonders nicht, wenn wie so weiter machen wie bisher –, wohin unsere Reise geht.

Im Bewusstsein meiner kosmischen Bedeutungslosigkeit kehre ich, tief beeindruckt, durch den dunklen Tunnel gehend, ins graue Jetzt zurück. Ich frage mich, ob E.T. zu Hause angekommen ist und sein Versprechen hält, uns, wenn unsere Erde kaputt ist, bald abzuholen?

Das ihn abholende Raumschiff sah außerirdisch aus. Es hat bei seinem Start ein Höllenlarm gemacht und ein große flache Mulde, das heutige Noor verursacht. So hat E.T. ein Abschiedsgeschenk hinterlassen, das Arbeitsplätze schaffte und dem Noor- Fischer Fischreichtum bescherte. E.T. kann somit auch als Eckernförder Transitpunkt übersetzt werden.

Hier bleiben wollte E.T. allerdings auf gar keinen Fall, eine Stadt ohne Aussicht auf en Kino, in dem er sich auf einer Leinwand betrachten kann – Eitelkeit existiert „Über - All“ – komme für ihn niemals in Frage.


P.S. Die Sonnenuhr zeigt Stunden an - nur wenn sie Schatten werfen kann. Den haben wir bald im Überfluss.

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erstellt am 21.Mär.2016 | 14:21 Uhr

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