Restauriert : Luther ist wieder zurück

Bringen das gut 40 Kilogramm schwere Luther-Bild wieder an seinen Platz in der St.-Jürgen-Kirche: Stephan Struve vom Kirchbauverein, Restaurator Peteer von Gradolewski und Küster Stefan Schwauna (v.l.).
Bringen das gut 40 Kilogramm schwere Luther-Bild wieder an seinen Platz in der St.-Jürgen-Kirche: Stephan Struve vom Kirchbauverein, Restaurator Peteer von Gradolewski und Küster Stefan Schwauna (v.l.).

Bildnis aus der St.-Jürgen-Kirche wurde restauriert / Kirchbauverein plant weitere Investitionen

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10. Juli 2014, 06:00 Uhr

Gut vier Monate war sein Platz an der Nordwand der St.-Jürgen-Kirche neben der Kanzel verwaist – jetzt ist das Luthergemälde wieder an die Stelle zurückgekehrt, an der es zum 400. Geburtstag Martin Luthers vor 131 Jahren aufgehängt worden war. „Es sieht wieder wunderbar aus“, lobt Pastorin Christa Loose-Stolten die Arbeit von Restaurator Peter von Gradolewski aus Kiel.

Als das Bild im März in seiner Werkstatt im Restaurierungszentrum an der Kaiserstraße eintraf, trauten die Helfer aus Gettorf ihren Augen kaum: Genau das gleiche Gemälde stand dort bereits. „Es stammt aus Hattstedt. Schablonierung und Darstellung sind identisch“, erklärt der Restaurator, der vermutet, dass beide Arbeiten aus einer Malerwerkstatt stammen. Das nahm Hannelore Struve, Vorsitzende des Kirchbauvereins, mit großen Interesse auf – gab es doch lange keine Informationen über den Künstler. Im Archiv der Gemeinde war Walter Wilde allerdings auf einen Aufsatz des Pastorensohns Karl Heynsen aus dem Jahr 1938 gestoßen, der in dem Aufsatz über seine Erziehungsjahre in Gettorf auch das Lutherbild erwähnte. Das „aus freiwilligen Gaben bezahlte Gemälde“ stammte demnach vom „Kunstmaler Heinersdorf“. Der Name sagt von Gradolewski nichts. Er vermutet, dass die Lutherbilder anlässlich des 400. Geburtstags des großen Reformators in einer Malerwerkstatt entstanden sind.

Die Oberfläche des Gettorfer Exemplars hat von Gradolewski Zentimeter für Zentimeter von Staub und Schimmel befreit, so dass die Öl-Harzfarben wieder voll zur Geltung kommen. Der direkt unter dem Bild befindliche Rippenheizkörper sei für das Bild eigentlich eher ungünstig, ebenso der Platz an einer Außenwand, doch wenn es regelmäßig entstaubt wird, blieben die Farben frisch, so der Restaurator.

Die Heizung der St.-Jürgen-Kirche ist eines der nächsten Themen, derer sich der Kirchbauverein gemeinsam mit der Kirchengemeinde annehmen möchte. Zuvor aber sollen Stableuchten am Eingang, am Seiteneingang für Menschen mit Handicap sowie vor der Marienkapelle installiert werden. Die 16 000 Euro dafür hat der Kirchbauverein schon zusammen. Auch die 1600 Euro für die Restaurierung des Bildes waren rasch zusammen – Dank der Kreativität der Vorsitzenden. Neben den regulären St.-Jürgen-Artikeln, zu denen zum Beispiel Wein, Sekt und Kerzen gehören, wurden kurzerhand Luther-Taler ins Sortiment aufgenommen – eine Komposition aus Nougat und Schokolade. Ein St.-Jürgen-Tröpfchen gab es dann auch für Peter von Gradolewski zum Dank für seine Arbeit.

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