Lümmeln im Schoß eines mystischen Wesens

Stolze Künstler (hinten von links): Petra Niewöhner, Beate Sieben und Angela Wilcke. Davor von links: Agnes Feldmann, Heidi Kreuziger,  Hauke Grimm, Tanja Grimm, Ingwar Grimm, Susanne Burmeister und  Anna Brunner-Mocka
Stolze Künstler (hinten von links): Petra Niewöhner, Beate Sieben und Angela Wilcke. Davor von links: Agnes Feldmann, Heidi Kreuziger, Hauke Grimm, Tanja Grimm, Ingwar Grimm, Susanne Burmeister und Anna Brunner-Mocka

Nanoora bezieht Galerie Carlshöhe 78

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13. November 2012, 07:10 Uhr

eckernförde | Auf diesen Tag hatten die acht Künstlerinnen sehnlichst gewartet. Vier Monate lang hatten sie darauf hingearbeitet ihr Werk zu präsentieren. Am Freitagabend war es dann endlich soweit: Die Nanoora, ein mystisches Meerjungfrauenwesen, bezog ihren Ehrenplatz in der Galerie Carlshöhe 78 und wurde der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Nanoora ist nicht irgendein Kunstwerk, sondern stellt etwas ganz Besonderes dar. Sie entstand im Rahmen eines Inklusionsprojektes von Menschen mit und ohne Handicap. Unter der Leitung von Ideengeberin Anna Brunner-Mocka werkelten die Frauen einmal in der Woche gemeinsam und schafften etwas Neuartiges.

"So voll wie heute Abend war es hier noch nie", staunte Galeristin Marlies Greifenberg vom Verein Natur und Kultur Carlshöhe, der das Projekt unterstützte. Bis auf den letzten Platz mit Neugierigen gefüllt war die Halle bei der Eröffnung.

"Nehmen Sie die Nanoora in Besitz. Setzen sie sich hinein, lümmeln Sie sich in ihre Mitte", forderte Marlies Greifenberg die Zuschauer auf. Mit ihren weiblichen Rundungen lade das dem Meer entsprungene Wesen geradezu dazu auf, sich ihm zu nähern, es zu berühren. Überzeugt von dem großen Wert des Projektes hofft sie: "Es wäre schön, wenn noch viele ähnliche Arbeiten folgen."

Auch Andrea Stephan, Kulturbeauftragte der Stadt, brachte ihre Begeisterung über die gelungene Gemeinschaftsarbeit zum Ausdruck: "Es ist toll, dass jeder die Möglichkeit hatte, sich seinen Fähigkeiten entsprechend individuell einzubringen. Kunst zeigt einmal mehr, dass sie verbindet."

Eine teils zu Tränen gerührte Anna Brunner-Mocka beschrieb in ihrer Rede den erstaunlichen Entstehungsprozess der 4 Meter langen und rund 2,50 Meter breiten Skulptur. "Sie hat uns gefordert", gab sie lächelnd zu. Wichtig sei gewesen, dass die Figur benutzbar sein würde. Dementsprechend stabil musste das nun aus Pappe, Metalldraht und Kleister bestehende Model sein. Besonders berührt habe sie die Arbeit mit den anderen Frauen. "Alle bewiesen eine uneingeschränkte Liebe zum Detail und einen großen Feinsinn bei der Arbeit", so Brunner-Mocka. Der Motor sei dabei immer gewesen etwas zu schaffen, das Freude macht.

Genau diese Freude strahlt das Wesen aus, welches in seiner Form und Farbgebung teilweise an die großen Nanas der Künstlerin Niki de Saint Phalle angelehnt ist. Ob Kinder oder Erwachsene - es zog jeden in den gewaltigen Schoß der Nanoora. Mit ihrem wallenden Seegrashaar, dem bunten Körper und der großen Schwanzflosse zog sie die Besucher in ihren Bann. Eine maritime Interpretation der berühmten Nanas, die im Frühjahr einen Platz auf dem Außengelände einnehmen und sicherlich noch viele Besuchern verzaubern wird.

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