Jubiläum : Loose: Großes Theater für die Region

Blumen für die Gründungsmitglieder „De Snutensnackers ut Loos“ Manfred Peters (v.l.), Edeltraut Langusch, Baas Wilfried Langusch, Birgit Peters, Sieglinde Andresen sowie Anne-Mayken Peters, die durchs Fest-Programm führte.
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Blumen für die Gründungsmitglieder „De Snutensnackers ut Loos“ Manfred Peters (v.l.), Edeltraut Langusch, Baas Wilfried Langusch, Birgit Peters, Sieglinde Andresen sowie Anne-Mayken Peters, die durchs Fest-Programm führte.

Kulturelle Höhepunkte und Vorstellung von Gunda Gey zum Fest-Kommers 30 Jahre „De Snutensnackers ut Loos“.

shz.de von
22. Januar 2018, 06:55 Uhr

Loose | – Mit einem bunten Abend als Fest-Kommers beging die Theater-Sparte des VfL Loose „De Snutensnackers ut Loos“ ihren 30. Geburtstag. Begrüßt wurden die Gäste vom Gründer des plattdeutschen Theaters Wilfried Langusch persönlich mit einem Glas Sekt oder Saft sowie einem Stoffbeutel mit dem Logo der Snutensnackers als Zeichen gegen den Plastikmüll. Eingebettet in diese Veranstaltung war ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm, durch das Anne-Mayken Peters führte.

Mit der musikalischen Einleitung der Lucky Rudolphs, die für die Theatergruppe den Song „Wi sünd de Snutensnackers ut Loos“ geschrieben und intoniert haben, und den Liedern „Theater, Theater“ von Katja Ebstein und Mireille Mathieus „Ganz Paris ist ein Theater“, begann der Festabend. Dazu lief ein Film mit Ausschnitten der letzten 30 Jahre.

Am 12. Juli 1988 gründete der damals 34-jährige Soldat Wilfried Langusch mit sieben weiteren Theater begeisterten Loosern „De Snutensnackers ut Loos“. Auch heute kommen nahezu alle der derzeit 30 Mitglieder aus Loose. Für die Wintermonate wird jährlich ein neuer Einakter einstudiert. „Nach der Sommerpause beginnen wir mit den wöchentlichen Proben. Gelegentlich werden auch Mehrakter aufgeführt“, erklärte de Baas, der das Stück „Curry-Wust un Pommes“ von 1999 „as dat Best, wat wi bither speelt hebbt“ bezeichnete.

Die Liste der Ehrengäste, die Langusch begrüßte, war lang. Looses Bürgermeister Gerhard Feige hob die großartige Leistung der Gruppe unter ihrem Baas hervor, Loose über die Kreisgrenzen hinaus bekannt gemacht zu haben. Schlei-Ostsee-Amtsvorsteher Rainer Röhl erinnerte sich an die Ablehnung des Plattdeutschen in seiner Jugendzeit und freute sich über das lebendige Platt in Loose. Riesebys Pastor Jörg Michael Schmidt lernte die Theatergruppe in ihren Anfängen im Dorfkrug „Lindenhof“ noch als junger Pastor kennen. „Ich wünsche der Gruppe eine segensreiche und erfreuende Zukunft mit Gottes Segen.“

Der Vorsitzende des VfL Loose, Alfred Schneider, war stolz, eine solch aktive und bekannte Sparte im VfL zu haben. Als Dank überreichte er Langusch eine Urkunde in Anerkennung seiner Leistung sowie zwei Theaterkarten für das Schauspielhaus in Kiel, „damit du dich mit deiner Frau bei einem Theaterstück einmal entspannen kannst.“

Im bunten Programm des Abends gab Looses DRK-Vorsitzende Birka Bremer eine Episode im Lindenhof mit Mäusen zum Besten. Lutz Schnoor, Vorsitzender vom Landesverband der Amateurtheater Schleswig-Holstein stellte fest: „Wi Plattdüütschen seggt dat nich blots, wi meent dat ok. Man kann sogor op Platt fein swiegen“, sprach er allen aus dem Herzen. Anschließend nahm er im Rahmen des Festes die Ehrungen der anwesenden Gründungsmitglieder der Snutensnackers Manfred Peters, Edeltraut Langusch, Baas Wilfried Langusch, Birgit Peters und Sieglinde Andresen vor.

Die lange Liste der Gratulanten setzte Otto Schlotfeldt von der Plattdüütsch Theoter-Grupp Eckernför fort. Er stellte in Aussicht, auch einmal die Snutensnackers nach Eckernförde einzuladen. Peter Thiesen, Vorsitzender vom Reitverein Loose, gratulierte ebenso, bevor Nicole Pawse und Gustav Mehlert eindrucksvoll in einer Video-Vorführung den Auf- und Abbau der Wanderbühne der „Snutensnackers on Tour“ zeigten.

Es folgte der kulturelle Höhepunkt des Abends, als Special Guest Gunda Gey die Bühne betrat. „Dörtig Johr Theoter in Loos, wenn ik ’n Hoot op harr, ik wöör em trecken“, leitete die Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und neuerdings auch „Krögersch in Riesby“ ihren halbstündigen, spaßigen Vortrag über Probleme mit der Technik, Yoga, Sport, Abnehmen und Pilates, „wenn de leve Gott harr wullt, dat ik mien’n Kopp rundüm dreihen kann, harr he mi as Uul maakt und nich as Minsch“, fort. Szenenapplaus am laufenden Band erntete die Künstlerin für ihren freien Vortrag.

Abschließend ließ Burkhard Römer die vergangenen 30 Jahre der Snutensnackers Revue passieren, ehe „Die drei Tenöre“ der Theatergruppe die Versammlung noch einmal spaßig unterhielten. Abgerundet wurde der kurzweilige Fest-Kommers mit dem kleinen Theaterstück „Cabaret“ mit Bente Peters, Sophie Lemke, Lorenz Behring, Lynn Kosenitzky, Marcus Haber, Sketches mit und ohne Worte sowie einem Requisiten-Flohmarkt. Der Erlös kommt der Kinder-Augenkrebsstiftung zugute.

Folgende Termine für Aufführungen des neuen Stücks „Ik söök een Mann, de nich kann“ gelten: 16./17. Februar, 19.30 Uhr Gaststätte Lehmsiek; 25. Februar, 15 Uhr BBS Loose; 10. März, 19.30 Uhr Victoria Winnemark; 12. März, 19 Uhr Cafeteria Damp; 14. April, 20 Uhr Carls Showpalast Eckernförde; 21. April, 14.30 Uhr Bürgerhaus Süderbrarup.

Die Premiere war am Sonnabend.


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