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Reaktionen : Lob vom ADFC, Kritik von Splittgerber und Burscheid

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 05.Nov.2014 | 06:36 Uhr

„Das ist eine gute Entscheidung“, kommentierte der Fahrradexperte des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC), Wolfgang Kromat, die Entscheidung der Ratsversammlung, ein modernes Radverkehrskonzept umzusetzen. „Ich bin mal gespannt, welche Schritte jetzt zuerst umgesetzt werden.“ Kromat kennt die Gesetzeslage und die Situation der Radfahrer genau. Für ihn gibt es keine Alternative, die entsprechende Gesetzeslage jetzt endlich auch umzusetzen. Eigentlich, so Kromat, hätte dies schon 2010 erfolgen müssen. Seine Erfahrungen sind eindeutig: Wenn Radler auf der Fahrbahn neben Pkw und Lkw unterwegs sind, wird die Gefahr von Unfällen minimiert. In Darmstadt, seinem früheren Wohnort, gebe es zum Beispiel viel weniger Radwege, „aber ich war dort immer sicher unterwegs“. In Eckernförde sei er in zwei Unfälle verwickelt gewesen, weil er auf dem Radweg von Autofahrern übersehen worden sei. Kromat kann zwar nachvollziehen, dass die ungewohnte Situation die Radfahrer erst einmal verunsichere, „aber der Bauch ist ein schlechter Sicherheitsratgeber“. Es sei mehrfach nachgewiesen worden, dass die Unfallhäufigkeit sinke, wenn Radfahrer auf der Fahrbahn fahren. Der Mühlenberg allerdings sei eine nur schwer zu entschärfende Straße. Da der Radweg nicht den gesetzlichen Anforderungen entspreche, fährt er dort auf der Straße. Nicht alle Autofahrer würden die Rechtslage kennen, einige spielten sich als „Verkehrserzieher“ auf. Eine gezielte Aufklärung aller Verkehrsteilnehmer wäre wichtig, um künftige Konflikte zu vermeiden.

In der Einwohnerfragestunde der Ratsversammlung erklärte Wolfram Splittgerber, dass viele Bürger gegen das neue Konzept seien. Auch die Feuerwehr und die Gorch-Fock-Schule hätten große Bedenken. Er bat darum, möglichst schnell die versprochene jährliche Einwohnerversammlung zu diesem Thema auszurichten und die politische Entscheidung solange zu vertagen. Bürgervorsteherin Karin Himstedt wollte davon nichts wissen. Es sei sehr wohl geplant, jährlich eine Einwohnerversammlung durchzuführen. Sie sollte aber sehr wichtigen Themen vorbehalten bleiben. Sie würde gerne „Eckernförde 2020“ als Stadtentwicklungsthema in einer Einwohnerversammlung vertiefen, aufgrund des zeitlichen Verzugs bei den Beratungen im Hauptausschuss sei das aber erst Anfang 2015 möglich. Das Radverkehrskonzept sei kein Thema. Es sei ausführlich dargestellt und diskutiert worden und entscheidungsreif.

Uwe Burscheid beklagte den Verfall der Radwege im Eckernförder Umland und nannte als zwei Beispiele die Radwege zwischen Osterby und Ascheffel sowie in Richtung Waabs (wir berichteten). „Das diese Radwege so verkommen, ist ein Skandal!“, sagte Burscheid an die Adresse des Kreises und des Landes. Er bat Bürgermeister Sibbel dafür zu sorgen, dass die Radwege in Eckernförde besser gepflegt werden. Sibbel versprach, auch weiterhin finanzielle Mittel für die Sanierung und Pflege der Radwege bereitzustellen. Bürgervorsteherin Himstedt ergänzte: „Wir werden mit unseren innerstädtischen Radwegen anders vorgehen als an den Kreis- und Landesstraßen.“

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