Jahresversammlung : Lob und eine ungewöhnliche Ehrung

Brandschutzehrenzeichen in Silber: Für 50 Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde wurde Willy Behrmann (Mitte) von Wehrführer Meint Behrmann (r.) und dem stellvertretenden Wehrführer Alexander Rüß ausgezeichnet.
Foto:
1 von 2
Brandschutzehrenzeichen in Silber: Für 50 Jahre in der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde wurde Willy Behrmann (Mitte) von Wehrführer Meint Behrmann (r.) und dem stellvertretenden Wehrführer Alexander Rüß ausgezeichnet.

Feuerwehr Eckernförde blickt auf 2014 zurück / Wehrführer dankt für Unterstützung von Politik und Verwaltung

shz.de von
19. Januar 2015, 06:00 Uhr

Eckernförde | Das Jahr 2014 wird für die Freiwillige Feuerwehr Eckernförde als ein gutes in die Chronik eingehen: Die alte und baufällige Fahrzeughalle wurde durch ein neues, 1,7 Millionen Euro teures Gebäude ersetzt, ein neuer Gerätewagen und ein Ölschadenanhänger angeschafft, und die Ratsversammlung hat dem Feuerwehrbedarfsplan zugestimmt. Dazu gehört unter anderem die Anschaffung eines neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs in diesem Jahr. Entsprechend dankbar zeigte sich Wehrführer Meint Behrmann am Freitagabend bei der Jahresversammlung der Feuerwehr. Dankbar gegenüber der Politik und der Verwaltung mit Bürgermeister Jörg Sibbel, den fördernden Mitgliedern und besonders den Familien der Feuerwehrleute, die das zeitaufwendige Ehrenamt mittragen. Ein Dank zurück gab es vom Bürgermeister, der den uneigennützigen Einsatz der Feuerwehrleute zum Wohle der Bürger besonders lobte.

Als weiteren Einschnitt in der Geschichte der Feuerwehr kann der einstimmige Beschluss der Versammlung gelten, einen Förderverein für die Wehr zu gründen. Der Verein kann Spendenbescheinigungen ausstellen, was bislang nicht möglich war, und das Geld muss nicht bürokratisch über die Stadtkasse laufen, sondern kann direkt vom Verein für die Bedürfnisse der Feuerwehr verwendet werden.

Im vergangenen Jahr zählte die Feuerwehr 305 Einsätze. Davon waren 236 Einsätze Notfallalarmierungen und 69 Einsätze Brandsicherheitswachen. Von den 236 Notfallalarmierungen, so rechnete der stellvertretende Wehrführer Alexander Rüß vor, hatte es 52 Mal gebrannt, 111 Mal waren technische Hilfeleistungen erforderlich, und in 69 Fällen handelte es sich um Fehlalarmierungen. Damit war das Jahr zwar ruhiger als 2013 (minus 20 Prozent), lag aber im Mittel der vergangenen Jahre. Insgesamt sind die Feuerwehrkräfte in 64 Fällen Personen in einer akuten Notlage zu Hilfe geeilt. Zu zwei Großbränden wurde die Feuerwehr gerufen, die aber beide außerhalb Eckernfördes lagen: In Hasselberg brannte im April ein leerstehender Gasthof, in Kosel im Dezember ein Schweinestall. Als kuriosesten Einsatz nannte Rüß das Befreien einer Kuh aus dem Morast in Altenhof im April.

Die durchschnittliche Ausrücke- und Ankunftszeit des ersten Fahrzeugs nach einer Alarmierung ist 2014 um mehr als zwei Minuten im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. „Das ist auf die Baumaßnahmen an der Feuerwache und dem damit verbundenen entfernten Parkplatz für die anrückenden Kameraden zurückzuführen“, erklärte Rüß. Die Zeiten sollten sich in diesem Jahr wieder normalisieren.

Einige besondere Ehrungen stachen an diesem Tag hervor: So wurde Willy Behrmann für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr mit dem Brandschutzehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Bis 1999 war er aktiv tätig, unter anderem als Gruppen- und Schriftführer, bevor er in die Ehrenabteilung wechselte. Meint Behrmann ließ es sich nicht nehmen, einige Anekdoten zum Besten zu geben, war es doch sein Vater, der ihn für die Feuerwehr begeisterte.

Eine Ehrung durch den Landesfeuerwehrverband erfuhr Claus Berger: Der Hauptbrandmeister wurde für fast 30 Jahre Vorstandstätigkeit – unter anderem Zugführer, stellvertretender Gemeindewehrführer und Gruppenführer – mit dem Feuerwehrehrenkreuz in Silber des Landes ausgezeichnet. Die Ehrung nahm Kreiswehrführer Mathias Schütte vor.

Sehr ungewöhnlich war die Ehrung des „Zivilisten“ Heinrich Kaule durch den Deutschen Feuerwehrverband mit der Deutschen Feuerwehr-Ehrenmedaille. Kaule war im Landesbetrieb für Küstenschutz und im Staatlichen Umweltamt Kiel tätig. Er leitete die jährlich 30 Großübungen zur Ölbekämpfung, war eineinhalb Jahrzehnte für die wasserseitige Schadensbekämpfung zuständig und zeichnete sich durch persönliches Engagement und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften aus. Jetzt ist er im Ruhestand.

Die Eckernförder Feuerwehr besteht derzeit aus 88 Einsatzkräften. 20 Kameraden sind in der Ehrenabteilung, die Jugendfeuerwehr zählt 22 Mitglieder. Fördernde Mitglieder gibt es 130.

>Weitere Ehrungen:

40 Jahre Mitgliedschaft: Jobst-Uffo Lentz; 30 Jahre: Gerd Begerow, Gerd Bolls; 20 Jahre: Alexander Rüß; 10 Jahre: Marcus Iordan, Flemming Büttner, Andre Lehmann, Niklas Michelsen, Patrick Sill, Hendrik Niebergall, Daniel Weih und Tobias Reusch

>Wahlen: Gruppenführer Gruppe 2: Christof Kaack (Wiederwahl; Gruppenführer Reserve: Heinrich Freyer (vorher Claus Berger); Jugendwart: Matthias Brumm

>Beförderungen:

Thorsten Schweikert zum Hauptlöschmeister; Timo Michelsen zum Löschmeister; Fritz Geruschkat, Andre Lehmann und Patrick Weber zu Hauptfeuerwehrmännern; Max Braun, Flemming Büttner, Larissa Molt, Andreas Stapelfeldt, Torben Zacharias und Hendrik Niebergall zu Oberfeuerwehrmännern (-frau).

>Aufnahmen aus anderen Wehren: Torben Prahl, Florian Rau, Tobias Rau, Oliver Arndt, Sven Büll und Enrico Klocke.

>Ernennungen zum/r Feuerwehrmann/-frau: Armin Müller, Martin Schlegelmilch, Björn Eckert, Lukas Michelsen, Madita Molt, Björn Petersen, Jan-Niklas Kumbein, Florian Rau und Tobias Rau.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen