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Neue Schulbücherei : Literatur-Pause, Leseförderung und Werkstattunterricht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Fritz-Reuter-Schule nimmt ihre neue Schulbücherei in Betrieb. Lesen als Schlüsselkompetenz soll gestärkt werden. Bücherspenden und Lesepaten sind willkommen.

In der Fritz-Reuter-Schule hat ein neues Lesezeitalter begonnen. In einer Gemeinschaftsaktion haben Lehrer, Schüler, Tatjana Krüger vom Familienzentrum Eckernförde und die neuen Lesepaten in einem frei gewordenen Klassenraum der auslaufenden Gemeinschaftsschule eine Schulbücherei mit bislang rund 500 Büchern, gemütlichen Leseecken und einem Werkstattbereich zur Vertiefung des Deutschunterrichts in Betrieb genommen. Ab sofort haben die Grundschulklassen feste Büchereizeiten und können sich in der großen Pause in entspannter Atmosphäre mit Bildbänden, spannenden Geschichten und Sachbüchern beschäftigen . Aus dem Schuletat wurden Regale, Sitzecken und Schränke gekauft, die Lehrer haben die Schulbücherei dann so eingerichtet, dass die Kinder auch Spaß haben, sich in den Regalen zu bedienen und auf den bunten Sitzpolstern zu lesen. Die Schüler können die Bücher für eine Woche ausleihen.

Die Kinder- und Jugendbücher sind überwiegend Spenden von Bürgern. Aufgerufen dazu hatte Tatjana Krüger vom Familienzentrum Eckernförde im Saxtorfer Weg, die mittels eines Zeitungsaufrufes auch die ersten vier Lesepaten an die Fritz-Reuter-Schule in der Breslauer Straße vermitteln konnte. Einer von ihnen ist Heinrich Peter Sondermann. Der Diplom-Ingenieur im Ruhestand unterstützt eine 4. Klasse und beschäftigt sich nach Rücksprache mit der Lehrerin jeweils gezielt mit zwei Schülern, lässt sie vorlesen, korrigiert und erklärt unbekannte Worte. Die ehrenamtliche Arbeit macht Heinrich Peter Sondermann viel Freude, und die Kinder profitieren von der besonderen Betreuung und Förderung. „Zwei Pärchen pro Stunde“ erhalten so die Unterstützung des Lesepaten, der selbst auch Bücher für die neue Schulbücherei gespendet hat.

Das hat auch Nataly getan. Die Neunjährige aus Klasse 4 stammt aus Syrien und lebt seit zwei Jahren in Eckernförde. Ihre zu Hause ausgelesenen Bücher bringt Nataly mit in die Schule und schenkt sie der Schulbücherei. Sie möchte später einmal Ärztin werden und anderen Menschen helfen – die ersten Studien betreibt sie mit dem Buch „Der Menschenkörper“, den sie in der Bücherei gefunden hat. Ihre Freundin Emma (10) möchte später auch studieren und Archäologin werden. Sie zieht es ebenfalls in die Sachbuchabteilung, in der sie Entdeckergeschichten sowie Bücher über das Wetter und die sieben Weltwunder interessieren. Fleißig am Lesen ist auch Berzan. Der Neunjährige spielt gerne Fußball und hat sich in „Patrick und der Meisterkicker“ vertieft. Berzans Berufswunsch: Rechtsanwalt. Bjarne und Niels (beide 9) schmökern in der anderen Ecke der Bücherei. „Die kleine Raupe Nimmersatt“ weckt frühe Kindheitserinnerungen.

„Wir merken schon, in welchen Haushalten Bücher sind und wo vorgelesen wird“, sagt Lehrerin Ariane Springfeld. Alle sind sich einig, dass Kinder gezielt an die Medien herangeführt werden sollten und Lesen die „Schlüsselkompetenz“ nicht nur für die Schule, sondern auch das spätere Leben ist, wie Schulleiter Simon Steinmetz hervorhob.

Jahrelang habe man sich eine Bücherei gewünscht, berichtete Lehrerin Mona Miethke-Frahm. Als der Raum frei wurde, habe man „Kataloge gewälzt“, sich sachkundig gemacht, alles Notwendige bestellt und die neue Bücherei mit der schuleigenen Bücherkiste als Grundstock und den Bücherspenden als willkommene Bereicherung innerhalb von zwei Tagen eingerichtet.

Im vorderen Teil der Bücherei befindet sich ein Werkstattbereich. Dort können Schulklassen vertieft in die Welt der Geschichten, Gedichte und Fantasie eintauchen. Thema ist dort für die ersten zwei Monate Astrid Lindgren. Die Werkstatt beinhaltet Angebote zum Lesen, Basteln und Schreiben. Auf die große schwedische Kinderbuchautorin folgt dann die ebenfalls beliebte Schriftstellerin Cornelia Funke als Thema der Lese- und Schreibwerkstatt, sagt Lehrerin Meike Jensen. In der Schulbücherei finden sich auch Angebote zur Leseförderung sowie spielerische Übungen zur Rechtschreibung und Grammatik.

Und die Fritz-Reuter-Schule hat weitere Pläne: In den in den nächsten Jahren frei werdenden Räumen sollen ein „Knobel-Labor“ und ein Einkaufsmarkt entstehen, um Rechnen und logisches Denken zu fördern. Auch eine Ausweitung in Richtung Heimat- und Sachkundeunterricht und Werken sind vorstellbar.

>Bücherspenden für die Schulbücherei der Fritz-Reuter-Schule nimmt Tatjana Krüger im Familienzentrum Eckernförde im Saxtorfer Weg 18b entgegen. Auch weitere Lesepaten sind dort willkommen: Tel. 04351/4684527; mail@familienzentrum-eckernfoerde.de

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erstellt am 23.Nov.2015 | 19:36 Uhr

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