Nach fast einem Jahr: : „Lindenhof“-Schutt wird geräumt

Endlich – nach fast einem Jahr wird das Abbruchmaterial des einstigen „Lindenhofs“ entsorgt.
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Endlich – nach fast einem Jahr wird das Abbruchmaterial des einstigen „Lindenhofs“ entsorgt.

Eigentümer Michael Mattner bedauert den fast einjährigen Verzug beim Abtransport des Abbruchmaterials. 25 Mietwohnungen sind geplant

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28. Februar 2018, 06:23 Uhr

Eckernförde | Knapp ein Jahr lag die Schutthalde des früheren Borbyer Restaurants und Hotels mit Kegelbahn eingezäunt, aber ansonsten ungeschützt an der Bergstraße. Dort, wo einst das Borbyer Herz schlug, die Menschen sich trafen, die Borbyer Gilde und viele Vereine ihre Versammlungen und Veranstaltungen abhielten. Ende März 2017 wurde der traditionsreiche „Lindenhof“ abgerissen, geplant war dort zunächst der Bau von Eigentumswohnungen mit Tiefgarage. Die Planung und vor allem deren Umsetzung stockt seit Jahren, ebenso ein denkmalgeschützes Haus weiter Richtung Vogelsang, wo der einst glanzvolle, aber seit 2005 leerstehende „Kaiserhof“ am Vogelsang mit Blick auf den Hafen vor sich hinrottet.

Seit Montag sind nun sechs Mitarbeiter der Firma Peter Borchardt aus Schwentinental dabei, das Abbruchmaterial des einstigen „Lindenhofs“ mit einem Bagger und drei Lkw abzutragen und der Entsorgung zuzuführen. Vier Wochen dürften sie dafür mindestens brauchen, sagt Baggerfahrer Fabian Schwannecke, wobei in der kommenden Woche wohl nicht gearbeitet wird, weil die Männer auf einer anderen Baustelle noch dringender benötigt werden. Die Branche hat viel zu tun. Die asbesthaltigen Bauteile sind bereits aussortiert und lagern in drei großen Kunststoffsäcken auf der Baustelle, auf der sich Bauschutt, jede Menge Balken und andere Hölzer, Metall und Teerpappe türmen. Die einstige Terrasse muss noch abgebrochen werden, ebenso drei kleinere Nebengebäude neben dem „Kaiserhof“, und auch die vielen Pflastersteine müssen noch aufgenommen werden. „Dann wird alles planiert“, sagt Baggerfahrer Schwannecke.

Und dann? Das ist die große Frage. Eigentümer Michael Mattner, der im übrigen von einer Aufräum- und Entsorgungszeit von bis zu zwei Monaten ausgeht, hat Pläne für den Bau von drei Wohngebäude mit 25 Mietwohnungen, dazu Stellplätze und eine Tiefgarage. Er könne aufgrund der dezidierten und engen baulichen und gestalterischen Vorgaben der Stadt nur zweigeschossig bauen, bedauerte Mattner. Dies sei misslich, werde von ihm aber abgearbeitet. „Es ist alles genau festgelegt, wir haben keinen Gestaltungsspielraum.“ Seiner Auskunft nach hätte sich sogar der Planungs- und Gestaltungsbeirat für eine Dreigeschossigkeit ausgesprochen. Mattner bedauerte ausdrücklich die fast einjährige Verzögerung beim Abtransport der Schuttberge auf dem „Lindenhof“-Gelände. Dafür sei der vorherige Abbruchunternehmer verantwortlich.

Und der „Kaiserhof“? Er ist in einem sehr bedenklichen Zustand. Putz und Mauerwerk bröckeln, aus den Wänden wachsen Büsche, einige Fensterscheiben sind kaputt, der Gesamtzustand erscheint katastrophal. Ob der „Kaiserhof“ überhaupt noch zu retten und sanierungsfähig ist, soll ein Gutachten zeigen, bei dem unter anderem die Balkenköpfe freigelegt werden. Michael Mattner möchte den 1882 erbauten und unter Denkmalschutz stehenden „Kaiserhof“ erhalten und als Wohnobjekt sanieren. In einem ersten Schritt soll das Gebäude „freigelegt, leergeräumt und trockengelegt“ werden. Eine Sanierung wäre für den Investor allein deshalb wichtig, weil er nur bei einem Erhalt des Gebäudes einen vierstöckigen Ausbau vornehmen kann. Fällt der „Kaiserhof“, darf ein Nachfolgebau nur zweigeschossig werden.

An einen Weiterverkauf der Liegenschaften „Lindenhof“ und „Kaiserhof“ denkt der Eigentümer nicht, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Allerdings stehen seine Projekte in Eckernförde derzeit nicht ganz oben in der Prioritätenliste.

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