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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 20:01 Uhr

Interview : Lieder, die auf der Seele brennen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

EZ-Jugendredakteurin Anne Meerpohl im Interview mit Alina Süggeler und Andreas Weizel von der Band Frida Gold

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2014 | 07:02 Uhr

Die Band Frida Gold ist ursprünglich aus vielen kleinen Schulprojekten entstanden", erklärt der Bassist Andreas Weizel im Interview mit der Jugendredaktion der Eckernförder Zeitung. Damals war er noch mit der Sängerin Alina Süggeler liiert, als sie zusammen anfingen Musik zu machen und vor fünf Jahren die Gruppe gründeten.

Wie habt ihr euch seit dem entwickelt? Seid ihr von der Band schon zu einer Art Familie geworden?
Alina: Ja, definitiv. Das waren wir aber auch schon vorher, also in der Zeit bevor die Öffentlichkeit hinzu kam. Wir sind eine ganz klar gewachsene Band geworden über die Jahre. Dadurch, dass Andi und ich uns so nahe waren, war Nähe schon von Anfang an fester Bestandteil der Gruppe. Was auf jeden Fall hinzu kommt mit der Zeit, ist die Familie, die drum herum entsteht. Es sind nicht mehr nur wir vier, sondern wir haben noch einen anderen Livemusiker dabei und eine Crew, die das Ganze während einer Tour umrahmt. Wir haben natürlich Berater an unserer Seite und das alles entwickelt sich zu einer Familie.


Gibt es dann trotzdem manchmal Auseinandersetzungen oder Situationen, in denen ganz unterschiedliche Meinungen aufeinander treffen?
Alina: Das kreative Zentrum liegt ja eher bei Andi und mir und wir haben gerade dadurch, dass wir so viel Zeit miteinander verbracht haben, eine ehrliche und direkte Art und Weise, um Dinge zu besprechen.
Andreas: Besprechen ist gut. (Lacht)
Alina: Es findet natürlich ständig Reibung statt und manche möchten glauben, dass ein bisschen mehr Harmonie gut wäre, aber ich glaube, dass genau aus so einer Reibung erst etwas entsteht und dass das total wichtig ist.

Habt ihr einen bestimmten Prozess, in dem eure Songs entstehen oder ist das immer ganz unterschiedlich?
Alina: Auf jeden Fall unterschiedlich. Manchmal sind es Textzeilen, die in meinem Kopf sind und die wir dann versuchen zu vertonen oder es ist eine Melodie, die nicht mehr aufhört zu spielen. Manchmal ist es tatsächlich ein Zusammenkommen an der Akkustikgitarre und am Klavier und wir fangen einfach an gemeinsam zu Musik zu machen.

Bezieht sich eure Musik auf reale Situationen oder auf Fiktion?
Alina: Ich schreibe schon über Erlebtes und über Dinge, die mir als Person einfach wichtig sind und die ich mir aufschreibe. So entstehen auch viele Songs. Das ist dann eine Message, die ich hinaustrage, aber mir selbst erstmal vorsage und das alles liegt schon tief in uns verankert. Ich beobachte auch nicht. Es schreiben ja viele über Beobachtetes, aber bei mir ist es wirklich das, was mir auf der Seele brennt.

Ist es sehr anstrengend für euch, so viel unterwegs zu sein?
Alina: Man gewöhnt sich daran. Wir lachen manchmal darüber, aber dort, wo wir unsere Koffer aufklappen, ist für den Moment unser Zuhause. Das lernt man dann auch einfach.

Habt ihr einen Lieblingsort?
Andreas: Wir sind sehr gern in unserer Heimat im Ruhrgebiet. Ich glaube, bei unseren Familien können wir einfach zur Ruhe kommen und das ist auf jeden Fall unser Favorit.

Beschäftigt ihr euch in eurer Freizeit auch mit Musik?
Alina: Gerade im Moment musste ich mit Erschrecken feststellen, wie wenig Musik ich eigentlich höre. Manchmal gibt es solche Phasen. Wir blicken ja auch gerade auf das neue Album und fangen langsam an Ideen zu sammeln und in solchen Situationen höre ich mir kaum andere Musik an, da lasse ich ja selber welche entstehen.

Gibt es denn noch einen Ausgleich zur Musik und zur Arbeit?
Alina: Wir haben zum Beispiel Hunde, die auf jeden Fall einen Ausgleich bilden. Darüber hinaus sind wir von guten Gesprächspartnern umgeben und guten Mitkreativen und das ist natürlich auch wichtig, sich in anderen Leuten wiederzufinden und auszutauschen.

Habt ihr unter euren Songs Favoriten?
Andreas: Dadurch, dass wir gerade besonders viel live spielen, entwickeln sich die Lieder immer noch weiter und verändern sich. Ich finde im Moment „Himmelblau“ ganz toll.
Alina: Ja, ich auch. Aber das ändert sich natürlich auch. Manchmal fügen sich Songs ganz schön und werden ganz rund und lebendig. Andere bauen dann kurzzeitig mal wieder ab, um dann wieder aufzutauchen.

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