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Krötenzug : Liebestaumel durch steigende Temperaturen

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Amphibien beginnen jetzt, in ihr Laichgebiet zu wandern. Der Nabu bittet um Vorsicht an der L 26.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2016 | 05:28 Uhr

Eckernförde | Mit den steigenden Temperaturen kommen nicht nur die Menschen vermehrt aus ihren Häusern, auch die Kröten verlassen ihr Winterquartier. „Wenn die Nachttemperaturen auf etwa 7 Grad angestiegen sind, machen sich unsere Amphibien auf den Weg in die Laichgebiete“, sagt Jürgen Schmidt vom Naturschutzbund (Nabu) Eckernförde. So auch an der L26 (Bundeswehrstraße) im Nordosten Eckernfördes. Seit 2013 befindet sich hier eine stationäre Amphibienleitanlage. „Vor wenigen Tagen haben Nabu-Mitglieder das Umfeld der Anlage gereinigt und kleine Reparaturen durchgeführt“, so Schmidt. „Jetzt können die Kröten kommen.“

Eine große Bitte an die Nutzer der L 26 zwischen Marinestützpunkt und dem Kreisverkehr L 26/ Riesebyer Straße hat Jürgen Schmidt: „Es gibt dort keine Hinweisschilder mehr auf den Krötenzug. Die Autofahrer mögen sich bitte umsichtig verhalten und vorsichtig fahren, vor allen Dingen an Abenden und in Nächten mit mehr als 7 Grad Außentemperatur.“ Denn trotz des Tunnels finden immer noch Kröten den Weg auf die Straße.

Bis zur Einrichtung der stationären Leitanlage war es ein langer Weg: Bis zum Frühjahr 2003 fanden an der L 26 viele Amphibien auf der Wanderung von ihrem Winterlebensraum zum Laichgewässer, dem Eimersee, den Straßentod. Daraufhin schaffte der Nabu mit Unterstützung der Stadt und der Umweltlotterie Bingo eine mobile Amphibienleitanlage (Krötenzaun) an, die seither jedes Jahr im Frühjahr aufgebaut wurde. Die Kröten, Frösche und Molche fielen dabei in eingegrabene Eimer, in denen sie täglich von Freiwilligen über die Straße getragen wurden. Mit Unterstützung des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr aus Rendsburg, der Straßenmeisterei Eckernförde, der Stadt Eckernförde und Pro Regio/ Naturschutz Eckernförde (NSE) konnte die Anlage elf Jahre lang betrieben werden. „In diesem Zeitraum wurden in 3886 ehrenamtlich geleisteten Stunden 25  819 Tiere sicher zum Laichgewässer gelangen“, sagt Jürgen Schmidt. „Darunter nicht nur Erdkröten mit einem Anteil von 80 Prozent, sondern auch Gras- und Moorfrösche, Teich- und Kammmolche sowie selten auch Laubfrösche oder Wald- und Mooreidechsen.“

Seit August 2012 hat sich der Vorstand des Nabu nach Geldquellen umgesehen, um eine dauerhafte Querungsmöglichkeit für die Amphibien zu schaffen. Mit finanzieller Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde, der Umweltlotterie Bingo, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, der Stadt Eckernförde und dem Nabu Eckernförde konnte das Bauwerk im Juli 2013 erstellt werden.

Seither gibt es beiderseits der Straße einen rund 300 Meter langen „Zwangsweg“ für die Amphibien, unterbrochen durch drei unter der Fahrbahn liegenden Tunnel und zwei schon immer vorhandene Wasserdurchlässe.

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