zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

21. November 2017 | 13:20 Uhr

Liebe in allen Schattierungen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„MohnLiebe“: Zu Herzen gehende Lyrik in Hoch- und Plattdeutsch von Therese Chromik und Karl-Heinz Groth

Auf den ersten Blick ist „MohnLiebe“ ein kleines Büchlein, das wohl in jede Westentasche passt – am besten auf die linke Seite. Dort ist es dann auch ganz richtig aufgehoben, denn diese Sammlung aus Gedichten in zwei Sprachen und kongenialen Fotos ist eine Herzensangelegenheit.

Therese Chromik, anerkannte hochdeutsche Autorin, Lyrikerin aus Husum, findet betörende Worte und sinnliche Sprachbilder für ihre Liebe: Liebe in allen Schattierungen – leidenschaftliche Liebe, Liebesleid, Sehnsucht und schmerzlich glückhaftes Erinnern. Als Meisterin unterschiedlicher Gedichtformen spielt sie mit Sonett, lockeren Reimen, bedeutungstragendem Zeilenumbruch und trifft mit der Intensität ihrer so geformten Wortbilder immer mitten hinein in die Empfindsamkeit des Lesers und Hörers.

Leidenschaft im leuchtend roten Erblühen und verblassendes Vergehen – davon kann ebenfalls die Blüte des Mohns erzählen. Ihre ergreifende, augenfällige Schönheit hat Fotograf Uwe Lorenzen in mitteilsamen Bildern eingefangen. Seine Fotos sind „Türöffner“ zu den Gedichten der beiden Autoren.

Nun kommt schließlich als dritte im Bunde die plattdeutsche Sprache hinzu. Als niederdeutscher Autor hat Karl-Heinz Groth aus Goosefeld die neuen Texte der Lyrikerin auf deren Wunsch hin in „seine“ Sprache übertragen.

Plattdeutsch und die fein ziselierte Sprache einer Therese Chromik – wie geht das zusammen? Vermutlich war es nicht eben leicht, diese hochdeutsche Lyrik in die zweite Sprache des Landes zu verwandeln. Naheliegend, dass Karl-Heinz Groth manche Sprachbilder nicht exakt übernehmen konnte, oft fehlten da einfach die plattdeutschen Entsprechungen. Groth: „Therese Chromiks Lyrik hat mich gefangen genommen, und ihre bildhafte Sprache ist unübertroffen und reizvoll, wie kann man aber Sprachmelodie und – rhythmus übertragen? Oft habe ich stundenlang an einer Zeile gebrütet.“ Aber ganz Meister des Niederdeutschen, glückte Groth eine Übertragung – nah am Original und ganz nah am Gemüt der Menschen, die Plattdeutsch sprechen und lieben, eine ebenfalls stark bildhafte Sprache. Mohn wächst auf vielen Böden, und der Liebe sind viele Worte gegeben in vielen Sprachen. In Norddeutschland ist beidem fruchtbarer Boden bereitet.

Eine Schatztruhe – kaum öffnet man den (Buch-)Deckel, leuchten einem Kostbarkeiten entgegen, wie man sie in dieser Strahlkraft wohl selten bisher erlebte.

„MohnLiebe“ ist ein beachtliches kleines Gesamtkunstwerk. Die Herausgeber danken dem Literaturkreis Euterpe und dem Schleswig-Holsteinischen Spendenparlament für ihre Unterstützung.


> „MohnLiebe“, Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 96 Seiten, 7,95 Euro, ISBN 978-3-89876-872-6




Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen