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Kultur : Letzter Vorhang für die Schulmeisterbühne

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Tourneetheater verabschiedet sich nach 54 Jahren von ihrem Publikum. Am 16. November fällt nach ihrem Auftritt in Gettorf letztmalig der Vorhang. Einer der Mitbegründer der Bühne ist der Holtseer Klaus Schnaase

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erstellt am 20.Okt.2013 | 06:56 Uhr

Wenn am 16. November im Gettorfer Gemeindehaus der Vorhang fällt, dann tritt die Schulmeisterbühne endgültig ab. Mit dem Stück „Doppeltüren“ von Alan Ayckbourn verabschiedet sich das Ensemble. 54 Jahre, 84 Inszenierungen und über 700 Vorstellungen liegen dann hinter ihr.

Gegründet wurde die Schulmeisterbühne 1959 an der Pädagogischen Hochschule in Kiel. Mit dabei schon damals Klaus Schnaase. „Wir waren alle Lehramtsstudenten, proben konnten wir nur in den Ferien“, erinnert sich der heute 77-Jährige. Dafür trafen sich die Schauspieler in der Bildungsstätte in Bad Segeberg, auf der Bühne standen sie immer sonnabends, daran hat sich auch bis heute nichts geändert.

Ein Jahr nach der Gründung stieß Helga Schnaase zu dem Ensemble. Dort lernte sie dann auch ihren künftigen Mann kennen. Zunächst stand sie mit auf der Bühne, anschließend übernahm sie die Regie – rund 25 Jahre lang bis 2010. „In den ersten Jahren übten wir zwei Inszenierungen ein – eine plattdeutsche und eine hochdeutsche“, sagt Klaus Schnaase. Doch das Plattdeutsche wollte man doch lieber den örtlichen Theatergruppen überlassen.

Bei der Auswahl ihrer Stücke griffen sie auf die gesamte Weltliteratur zurück. Unter anderem brachten die Schulmeisterbühne Werke von Moliére, Goethe, Grillparzer und Oscar Wilde auf die Bühne. Gerne erinnern sich Helga und Klaus Schnaase an die Aufführung „Hase Hase“ zurück, denn damals, 1995, gehörten gleich vier Schnaases zum Ensemble. Neben Klaus und Helga waren noch Tochter Inken und Sohn Jan, der auch heute noch dabei ist, mit von der Partie. Auch Sohn Wulf stand schon auf der Bühne

Klaus Schnaase war 37 Jahre lang künstlerischer Berater im Landesverband und hat das Kursangebot des Verbandes maßgeblich aufgebaut und organisiert. 1970 übernahm er den Posten des Bühnenleiters. In diesem Jahr wurden er und seine Frau mit der Goldenen Ehrennadel des Bundes Deutscher Amateurtheater ausgezeichnet – für 50 Jahre Engagement im Amateurtheater (wir berichteten).

Sehr schwer fällt Klaus Schnaase das Ende der Schulmeisterbühne nicht. „Es wird immer schwerer, Veranstalter zu finden“, sagt er. Auch Nachwuchssorgen habe das Ensemble, und die, die dabei sind, sind oftmals beruflich stark eingebunden, um gemeinsame Probezeiten zu finden. Lehrer seien eben nicht mehr dabei. Schon vor einigen Jahren hat sich der Holtseer in die zweite Reihe zurückgezogen, die Verantwortung für das Ensemble übernahm der Eckernförder Matthias Valkema.


>Die Schulmeisterbühne tritt am Sonnabend, 16. November, 20 Uhr, im Gemeindehaus in Gettorf, Pastorengang 11, mit der Aufführung „Doppeltüren“, von Alan Ayckbourn auf. Karten gibt es im Vorverkauf ab sofort in der Bücherstube Iwersen oder an der Abendkasse.

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