Baumfriedhof : Letzt Ruhe unter Bäumen – die Grabpflege übernimmt die Natur

Blick in Richtung Andachtplatz mit dem Holzkreuz. Die Fläche soll einen parkähnlichen Charakter erhalten.
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Blick in Richtung Andachtplatz mit dem Holzkreuz. Die Fläche soll einen parkähnlichen Charakter erhalten.

In Bünsdorf wurde der Baumfriedhof eingeweiht

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06. Mai 2015, 06:47 Uhr

Bünsdorf | „Ein Baum kann Geheimnis sein und Gottes Prediger“, so lautet eine Zeile in einem Meditationslied zu einem Baum. Ein Lied, dass bei der feierlichen Andacht zur Einweihung des kleinen Baumfriedhofes in Bünsdorf nicht fehlen durfte. Vorgetragen wurde es vom Bünsdorfer Gospelchor „Just for Joy“, der zusammen mit dem Eckernförder Parforcehornkreis den musikalischen Rahmen der von Pastor Thies Feldmann gehaltenen Andacht auf dem neu gestalteten Gelände bildete.

Eine pflegearme letzte Ruhestätte unter einem Baum in schöner Natur, immer mehr Menschen wünschen sich so einen Ort für sich und ihre Angehörigen. „Die Idee, dieses Grundstück als Baumfriedhof zu nutzen, bestand schon länger“, erzählt Anja Feddersen, die sich zusammen mit Rolf Sell, Dr. Axel Frey und Elfriede Fedtke für die Wiederbelebung des ehemaligen kleinen Friedhofes an der K  2 zwischen Bünsdorf und Lehmbek zum Baumfriedhof stark machte und ein Konzept entwickelte. Mit viel Anstrengung und finanziellem Aufwand sei es nun gelungen, so einen schönen Ort für die Menschen dieser Region zu schaffen. Das Grundstück mit einem einzigartigen Blick in die Landschaft der Hüttener Berge „wurde schon immer als Friedhof genutzt und hat somit nie seine Bestimmung verloren. Es ist ein schönes Fleckchen Erde, das zum Spazierengehen und Verweilen einlädt und einen Ruhe finden lässt“, erklärt Feddersen.

Der ehemalige Friedhof an der K2 entstand um 1880. Seit 25 Jahren erfolgt dort auf Beschluss des ehemaligen Kirchenvorstandes keine Belegung mehr, um die anderen Friedhöfe in Bünsdorf, Borgstedt und Groß Wittensee weiterzuführen.

Mit den Orkanen Christian und Xaver sei die Umsetzung in Gange gekommen, erinnert sich Feddersen. Durch den Windwurf auf der Fläche bestand Handlungsbedarf. Nachdem die Fläche frei war, konnte das Projekt Baumfriedhof Form annehmen. Künftig soll das Gelände als naturnaher Urnenfriedhof mit Parkcharakter genutzt werden. Die Angehörigen dürfen sich ihren Begräbnisbaum aussuchen, bei dem eine Tafel mit einem philosophischen oder einem Bibelspruch aufgestellt wird. Auf dieser Tafel werden auch Messingtafeln mit dem Namen und Daten des Verstorbenen angebracht, die die Angehörigen zuvor gravieren lassen können.

Neben dem neuen „Philosophenweg“ als Rundgang um das Gelände wurde ein Parkplatz vor dem Friedhof sowie ein Andachtplatz auf dem Friedhof zwischen großen Buchen geschaffen. Mit Hilfe von Spenden sollen Bänke aufgestellt und weitere Bäume gepflanzt werden. Da der Friedhof naturnah belassen werden soll, sind Bepflanzungen oder private Andenken nicht erlaubt. Nur zur Beisetzung dürfen Blumenschmuck und Grabbeigaben niedergelegt werden, die nach 14 Tagen aber abgeräumt werden“, erklärt Sell das Konzept.

Fünf Grabstätten bestünden noch, die bis Ende der Liegezeit beibehalten werden, ansonsten seien nur noch biologisch abbaubare Urnen zulässig. Bereits vor der Einweihung habe schon Nachfrage nach einer Bestattung auf dem Baumfriedhof bestanden. „Wir haben viel Dankbarkeit und Freude erfahren, die positive Resonanz und Nachfrage entschädigt für all die Stunden, die wir in die Umsetzung des Projektes investiert haben, es hat uns viel Freude bereitet, diesen Friedhof umzugestalten“, so Feddersen. 



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