zur Navigation springen

Osdorferin in Indien : Lernen, mit wenig auszukommen

vom

Gudrun Gülzow aus Osdorf berichtet von ihrem Aufenthalt in Indien. Isarnwohld-Schüler werben um Spenden für Zelt-Schulen.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2013 | 07:56 Uhr

Osdorf | Acht Wochen hat sie im südindischen Bundesstaat Karnataka verbracht, wohnte bei einer Gastfamilie in Kundapur am Arabischen Meer und arbeitete dort in einem Kindergarten. Mit vielen neuen Eindrücken zurück, berichtete Gudrun Gülzow am Mittwoch beim DRK-Nachmittag im Gemeindehaus von ihren Erlebnissen.

"Es war toll", sagte sie. "Super schön. Eine ganz andere Welt, aber auch viel Armut." Besonders beeindruckt hat sie die Gastfreundschaft der Inder. "Man ist mir, wohl auch aufgrund meines Alters, mit viel Respekt begegnet", erzählte die 53-Jährige, die die Betreute Grundschule in Felm in Trägerschaft der Awo Gettorf und Umgebung leitet und im DRK-Ortsverein Osdorf aktiv ist. "Ich wollte einfach mal etwas Soziales im Ausland machen." Vermittelt durch Praktika-Welten und FSL India (Field Services & inter-cultural Learning) hat es mit dem freiwilligen Dienst im Keeleshwari Anganwadi Kendra Vittalwadi Kindergarten in Kundapur geklappt. Janne Kühn und Verena Altenburger, Schülerinnen der Isarnwohld-Schule Gettorf, unterstützten Gudrun Gülzow bei ihrem Vortrag und sammelten für ihr Schulprojekt zum Thema Entwicklungshilfe Spenden für das Projekt "Tent Schools". FSL India betreut zwei "Zeltschulen" in der Gegend um Kundapur, wo versucht wird, Kindern armer Wanderarbeiter aus dem Norden Karnatakas eine Art Schulbildung zukommen zu lassen. "Gudrun Gülzow hat das Projekt dort kennen gelernt", erzählten die Schülerinnen. "Da wissen wir, dass das Geld dort auch wirklich ankommt."

Lebhaft schilderte Gudrun Gülzow ihre Eindrücke in der Hitze von über 30 Grad, Mücken, Ungeziefer und gewöhnungsbedürftigen Toiletten. Im Linksverkehr musste sie sich erst zu Recht finden, an das scharfe indische Essen, meist Reis, Currys und indisches Brot, und die ständigen Stromausfälle erst gewöhnen. Ihre Fotos zeigen das tägliche Leben in Indien. Frauen in bunten Saris, dem traditionellen, indischen Gewand, unbekanntes Obst und Gemüse, das auf Märkten angeboten wurde, exotische Gewürze in großen Säcken, prächtige Blütenketten in Tempeln und mit Tuk-Tuks, den für Indien so typischen Autorikschas, vollgestopfte Straßen. "Die Gerüche und Farben dort", schwärmte Gudrun Gülzow. "Unbeschreiblich." Sie erzählte von ihrer streng katholischen Gastfamilie, ein reiner Frauenhaushalt. Von ihrer Arbeit im Kindergarten, den ihre Gastmutter leitet. Wie sie die Erzieherinnen unterstützen sollte, die kaum da waren, und mühsam versuchte, den Kindern das Alphabet, die Farben und Wochentage auf Englisch beizubringen. Sie erlebte Schulaufführungen, Familienausflüge, eine Hindutaufe, den Republikgeburtstag und Weihnachten. Mitgenommen habe sie vor allem eins, sagte Gudrun Gülzow. "Man merkt, man kommt auch mit wenig aus."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen