Triathlon : Lennart Sievers besiegt Nick Hansen

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Beim 3. Eckernförder Ostseetriathlon ließen sich 320 Athleten von der kalten Ostsee und dem Wind nicht bremsen.

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27. Juli 2015, 06:00 Uhr

Eckernförde | Der Eckernförder Ostseetriathlon hat seinen ersten Härtetest erfolgreich bestanden. Nach zwei sommerlichen Veranstaltungen am Borbyer Ufer zeigte der Ausdauerdreikampf bei seiner dritten Auflage, dass auch eine kühle Ostsee und ein strammer Westwind die Triathlonlaune in Eckernförde nicht bremsen können. Über 310 Aktive waren am Borbyer Ufer schwimmend, radelnd und laufend in ihrem Element.

Wassertemperaturen von gerade mal 17,5 Grad Celsius verlangten den Startern des Volkstriathlons allerdings schon vor dem Startschuss echte Überwindungskraft ab, als deren Füße die ersten Schritte ins Meereswasser schritten. Selbst von den gestandenen Triathleten mit ihren Neoprenanzügen wurden so einige auf der Schwimmstrecke nicht wirklich warm. Die Schar der Gelegenheitstriathleten, die sich gar nur in Badehosen in die Wellen stürzten, kam erst auf dem Fahrrad wieder auf Normaltemperatur. Für die Nachwuchstriathleten in den Jugendwettkämpfen war die in den Tagen vor dem Rennen abgefallene Wassertemperatur auch nach den Statuten des Triathlonverbandes zu niedrig. So mussten die Jugendlichen auf das Schwimmen verzichten und absolvierten stattdessen einen Duathlon aus zweimal Laufen und Radfahren.

Im Hauptrennen über die Volkstriathlondistanz von 500 Meter Schwimmen, 18 km Radfahren und 5 km Laufen stellten sich die Triathleten jedoch den rauen Bedingungen und zeigten sich erleichtert, dass sie zumindest von den heftigen Regenfällen verschont blieben, die den Organisatoren vom Eckernförder MTV und den Wasserfreunden Eckernförde am Vortag noch zu schaffen machten. Das kühle Ostseewasser und der steife Westwind verlangten auf dem ersten Teil der Schwimmstrecke Richtung Binnenhafen etwas mehr Kraft als in den Vorjahren, ehe es mit zunächst sattem Rückenwind auf die Radstrecke ging. Dort wurde naturgemäß aber auch mal die Richtung gewechselt und auch Radlerqualitäten im Kampf gegen den Wind abgefordert, ehe es auf die Laufstrecke am Louisenberg ging.

An der Spitze des Feldes lieferten sich zwei Toptalente des Nordens einen spannenden Zweikampf. Nick Hansen hatte vor zwei Jahren als 18-jähriger Junior die Premiere des Dreikampfs in Borby gewonnen, ehe er sich im Vorjahr dem Deutschen Jugendmeister Peer Sönksen aus Neubrandenburg geschlagen geben musste. Gestern erlebte der für den Borener SV startende Riesebyer erneut, dass er trotz eigener Leistungssteigerung auf aufstrebende Talente stoßen kann, die noch einen Tick flinker waren. Mit Lennart Sievers vom Ahrensburger TSV konnten die Zuschauer am Borbyer Ufer erneut einen jugendlichen Ostseetriathlon-Champion bejubeln. Nach dem Schwimmen kamen der 17-jährige Stormarner und sein 20-jähriger Kontrahent von der Schlei noch zeitgleich aus dem Meer, ehe der jüngere der beiden auf der Radstrecke den Turbo auspackte. „Ich wusste, dass ich gegen Nick nur eine Chance habe, wenn ich auf dem Rad einen Vorsprung raushole“, erklärt Sievers seine forsche Taktik, der Hansen zunächst nichts entgegensetzen konnte. „Bei mir waren auf den ersten Radkilometern wohl noch die Beine eingefroren. Ich kam nicht richtig in Tritt. Das hat Lennart richtig gut gemacht“, zollt der Riesebyer seinem Mitstreiter Respekt. „Wir kennen uns ja noch aus dem Landeskader. Ich wusste, dass im Vergleich zwischen uns die Tagesform entscheiden würde“, ergänzt Hansen. Der Ahrensburger fuhr auf der Radstrecke 40 Sekunden Vorsprung heraus und setzte dann alles daran, dieses Polster ins Ziel zu retten. Kilometer für Kilometer konnte sich der laufstarke Hansen auf der Laufstrecke immer näher heranarbeiten, doch am Ende reichte es nicht ganz. 16 Sekunden trennten die beiden im Ziel. In 52:11 Minuten gewann Sievers vor dem BSV-Triathleten (52:27), dessen avisierte Jagd auf den Streckenrekord schon vor dem Start vom Wind zerstreut worden war. Beide Asse zeigten sich von der stimmungsvollen Kulisse angetan. „So viel wie hier war selbst bei einigen Rennen der 2. Bundesliga nicht los“, freut sich Hansen.

Mit dem 38-jährigen Marco Sengstock (USC Kiel) komplettierte ein echter Routinier nach 53:23 Minuten die Podiumsplätze. Der 16-jährige Beek Hadler vom Eckernförder MTV gab in 54:48 Minuten als Gesamt-Sechster ein starkes Debüt auf der Volkstriathlondistanz. „Das war ein richtig guter Wettkampf. Es macht Spaß, nun endlich auf den längeren Strecken starten zu dürfen“, freut sich das EMTV-Talent.

In der Konkurrenz der Damen war es dieses Mal eine erfahrene Athletin, die den schnellen Talenten noch einen klaren Schritt voraus war. Bettina Lange vom TSV Bargteheide sorgte in 56:27 Minuten dafür, dass auch der Damensieg in den Kreis Stormarn ging. Die 45-jährige frühere Altersklassen-Weltmeisterin setzte sich bereits beim Schwimmen an die Spitze und ließ auch in den folgenden Disziplinen der 16-jährigen Leone Sievers vom Ahrensburger TSV keine Chance. Die Kaderathletin wurde in 1:01,48 Stunde Zweite vor der Hamburgerin Maike Thams (1:02,21).

Den Staffelwettbewerb über die gleiche Strecke gewann das Trio des Borener SV mit Matthias Probst, Matthias Jubt und Toni Guttmann in 53:30 Minuten. In den Jugendrennen, in denen die guten Schwimmer ihr Können diesmal nicht ins Spiel bringen konnten, durften Athleten aus vielen Triathlonklubs des Landes ihr Talent zeigen. Junias Groth (TV Dänischer Wohld) als Zweiter der Schüler A sowie die EMTV-Jugendlichen Janne Brückner und Tomke Kleine auf den Plätzen zwei und drei der Jugend B sorgten dafür, dass auch die Klubs aus dem Altkreis auf dem Siegerpodium vertreten waren.
Organisationsleiter Martin Müller zeigte sich mit dem ersten Rennen unter seiner Regie hochzufrieden und freute sich über viel positiven Zuspruch der Gäste. „Es war eine echt gute Stimmung bei allen. Wir sind natürlich froh, dass trotz Wind das sonnige Wetter gehalten hat“, bilanziert Müller.

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