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gelebte inklusion : Leichtigkeit und Freude für alle

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Sommerfest der Tide-Wohngruppen der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie am Naturstrand in Kleinwaabs war ein voller Erfolg. 100 Besucher folgten der Einladung des Tide-Beirats.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2014 | 07:47 Uhr

Sonnenblumen in Vasen stehen auf den Tischen, bunte Luftballons flattern im Wind, Salate und Würstchen liegen auf den Tellern, Pop-Musik ertönt aus den Lautsprechern – am Mittwochnachmittag feierten rund 100 Männer und Frauen am Naturstrand in Kleinwaabs ein Sommerfest. Das Besondere – organisiert hatte und verantwortlich für dieses fröhliche Beisammensein bei schönstem Wetter war der Beirat der Tide, der gemeindenahen Sozialpsychiatrie der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie.

Die Tide betreut Menschen mit psychischen und psychiatrischen Problemen im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Auch in Eckernförde gibt es Wohngruppen in der Fischerstraße, am Rathausmarkt und in der Villa Toni. Sven Rahf ist einer ihrer Bewohner. Der 38-Jährige wohnt seit drei Jahren in Eckernförde und ist Mitglied im Tide-Beirat. Gemeinsam mit der Vorsitzenden, Ann-Kristin Großmann, war er für die Planung und Realisierung zuständig. Rahf ist für die Wahl des Naturstrands am Kiosk „Meer und mehr“ als Ort des Sommerfestes verantwortlich. Kioskpächter Gerd Kleist hatte sich sofort bereit erklärt, das Fest zu unterstützen. „Das Besondere ist, dass rund 100 Leute aus ganz verschiedenen Wohngruppen zu diesem Strandgrillfest, dessen Idee und Organisation vom Tide-Beirat stammt, gekommen sind“, unterstreicht Dr. Joachim Laudien, Einrichutungsleiter der Tide, die Bedeutung. Man wolle zeigen, dass auch Menschen mit psychischen Problemen das ganz normale Bedürfnis habe wie jedermann, eine Leichtigkeit und Fröhlichkeit erleben zu können.

Das scheint am Mittwoch gelungen zu sein. Mona Hamza (46), die in der Tide-Wohngruppe Fischerstraße lebt, ist voller Freude: „Ich bin begeistert von euch und von dem Fest. Ich freue mich, dass man auch mal andere Leute kennenlernt.“

Immer noch sei es in der Gesellschaft ein Stigma, psychisch erkrankt zu sein, so Dr. Joachim Laudien. Dabei könne jeder von uns, sei es durch einen Unfall, ein Ereignis, wie das Ende einer Beziehung oder der Tod eines nahestehenden Menschen, in Krisensituationen geraten, in denen er Hilfe bedürfe. Ann-Kristin Großmann steckte in so einer Krise. Nach einem längeren Aufenthalt in der Psychiatrie wohnt die 26-Jährige seit drei Jahren in Rendsburg in der Tide-Wohngruppe Baustraße. Heute absolviert sie eine Ausbildung zur Altenpflegerin und lebt ihr Leben weitestgehend selbstständig.

„Wir wollen unseren Bewohnern die Teilhabe am Leben ermöglichen“, erklärt Laudien das Ziel der Tide.

Fröhliche Gesichter und ein häufiges Lachen verrieten am Mittwoch die Lebensfreude der Sommerfestbesucher am Waabser Strand. Für die entsprechende Musik sorgte DJ Gerrit Gaviota, der die Lebensfreude von der spanischen Baleareninsel Ibiza an den norddeutschen Naturstrand zauberte.

>Informationen unter www.tide-sozial.de

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