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„Lake“ im Carls : Legendärer Sound und brillante Soli

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Lake“ stimmte am Mittwochabend rockig auf den Jahreswechsel ein. Die vor 32 Jahren gegründete Band gab auf Carlshöhe ein mitreißendes Konzert mit brillanten Soli.

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erstellt am 01.Jan.2016 | 19:36 Uhr

Eckernförde | Rückschau am Jahresende mit nostalgischem Blick. Man beleuchtet die Vergangenheit und freut sich über Gelungenes. So ist auch das Motto „Reelin' In The Years“ der Rock-Gruppe „Lake“ mit ihrem Tour-Programm 2015/2016 zu verstehen. Ein Mix aus alten Erfolgstiteln und Reminiszenz an die große Vergangenheit, verbunden mit der Hoffnung, damit an die Erfolge von damals anzuknüpfen. Man nahm teil an lebendiger Rockgeschichte einer vor 32 Jahren gegründeten Band, die nach langer Pause und mehrfachen Umbesetzungen seit 2003 wieder Konzerte gibt. Nostalgisch im Zeitalter des Internet auch der Hinweis auf CDs und die neue Vinyl-Veröffentlichung der Band. Der Mix aus Alt und Neu war gut gedacht und gemacht, kam am Vor-Silvesterabend im gut gefüllten Carls auf Carlshöhe beim ebenfalls gealterten Kenner-Publikum an. Die „Jugend von heute“ hatte nicht erkannt, welche Qualitäten musikalisch und spieltechnisch hier zu entdecken waren.

„Lakes“ Internet-Seite verrät viel über die Geschichte der „renommiertesten Rock-Band Deutschlands“: Schallplattenpreis, mehrere Top-1-Hits, ausverkaufte Hallen, Festivals, Auftritte mit weltberühmten Kollegen, USA-Tournee. Nach einer großen Pause hatte der legendäre Meistergitarrist Alex Conti den „See“ wiederbelebt. Das ehemals ruhige Wasser entpuppte sich als sehr tief. Alex Conti (Gitarre und Solo-Gesang); Ian Cussick (Solo-Gesang und Percussion); Jens Skwirblies (Keyboards und Gesang), Mickie Stickdorn (Schlagzeug und Gesang) sowie Holger Trull (Bass & Gesang) zeigten deutlich, dass ihr Ruf absolut gerechtfertigt ist.

Die Website der Band strotzt vor Eigenlob. Klar. Muss so sein. Im Carls konnte sich jeder im Live-Test selbst davon überzeugen, ob es gerechtfertigt ist. Es ist! Absolut professionell, sicher, mit typischen Extras, ekstatischen Soli und Solisten-Schlachten von Gitarre, Keyboard und Bass. Dazu der gekonnte Background-Chorgesang und das außerordentliche Gespür für melodisch-kraftvolle Sounds. Damit hatten die fünf das Kenner-Publikum schnell im Griff.

Typisch die Gitarrensoli von Alex Conti, die originalen Hammond-Sounds von Jens Skwirblies und natürlich Ian Cussicks Stimme. Alles feinstens und bestens passend eingebettet in einfallsreiche Schlagzeug- und Bassbegleitung. Und über allem immer wieder der typische Untergrund-Chorgesang aller, ein Lake-Markenzeichen. Wie auch einige Soli mit ekstatischem Show-Einsatz von Jens Skwirblies oder die Bass-Gitarrenduelle von Holger Trull und Alex Conti. „Dancing with Steve“ als längster Titel des Abends bot reichlich Möglichkeiten für Soli und eingestreute Zitate von bekannten Hit-Titeln. Wiedererkennung pur und Bewunderung für die nahtlosen Übergänge. Alles zusammen ergab eine tolle Reise in die Vergangenheit mit diversen Jam- und Hit-Höhepunkten in bester Improvisationsmanier.

Schade, dass die Zeiten für musikalisch wie technisch begabte Könner von handgemachter Rock-Musik und -balladen schwierig sind. Auftritte in großen Hallen sind Geschichte. Passend dazu fand der Auftritt in der „kleinen Halle“ des Carls statt. Da gab es viel (wieder) zu entdecken - wenn man denn offen für außergewöhnliche Kunst außerhalb des angesagten Mainstreams war.


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