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Maria Rauschenberger : Legasthenikerin gewinnt Lesepreis

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Maria Rauschenberger hat mit ihrem Projekt zur Früherkennung der Lese-Rechtschreibschwäche die Jury des Deutschen Lesepreises überzeugt.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2017 | 05:28 Uhr

Eckernförde | Ungefähr 4 Prozent der Schüler in Deutschland haben eine Lese-Rechtschreib-Schwäche – eine davon war Maria Rauschenberger. Doch das hat sie nicht eingeschüchtert – im Gegenteil. Dank ihrer Forschungsarbeit wird die Legasthenie in Zukunft vielleicht eingeschränkt werden können. Für ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet ist die ehemalige IGE-Schülerin (heutige Peter-Ustinov-Schule) jetzt mit dem Deutschen Lesepreis in der Kategorie „Ideen von morgen“ ausgezeichnet worden.

Maria Rauschenberger aus Hemmelmark arbeitet im Rahmen ihrer Promotion an einer Methode, mit der möglichst frühzeitig die Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) erkannt werden kann. Der Titel: „Spielerische Erkennung der Lese-/Rechtschreibstörung“. „Je früher die Störung erkannt wird, desto besser kann man helfen, sie zu überwinden“, sagt die 31-Jährige. Für ihre Arbeit haben auch 40 Schüler der Peter-Ustinov-Schule als Probanden teilgenommen.

Dabei ist Marie Rauschenberger keine Pädagogin oder Psychologin, sondern Informatikerin. Studiert hat sie unter anderem in Barcelona, wo sie bis heute lebt. Ihre Idee: Über ein webbasiertes Spiel soll möglichst früh erkannt werden, ob eine Legasthenie vorliegt. Die Kinder spielen auf dem Bildschirm eine Art Memory. „Dabei hören sie einen Ton, wenn sie eine Karte aufnehmen und müssen sie einer anderen Karte mit dem selben Ton zuordnen“, beschreibt sie nur einen Aspekt.

Menschen mit einer Lese-Rechtschreibstörung sind nicht minderbegabt, einzig ihre Wahrnehmungsverarbeitung spielt ihnen einen Streich. Oft wird das Problem erst spät erkannt. Bis dahin hat sich viel Frustration bei Kindern, Eltern und Lehrern aufgebaut. Eine frühere Diagnostik kann dem vorbeugen.

Der Preis wurde am Donnerstag in Berlin von der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung verliehen. Insgesamt wurden zehn Projekte ausgezeichnet, die sich nachhaltig für die Leseförderung einsetzen. Es gab vier Kategorien: „Ideen für morgen“, „Herausragendes individuelles Engagement“, „Herausragendes kommunales Engagement“ und „Herausragende Leseförderung an Schulen“. 281 Bewerbungen hat es gegeben. Der Preis ist mit insgesamt 19 500 Euro dotiert.

„Es war ein toller Abend“, sagt Maria Rauschenberger. „Ich bin noch ganz aus dem Häuschen und freue mich riesig. Die Gespräche mit den Gästen haben gezeigt, wie wichtig die frühe und spielerische Erkennung der Lese-Rechtschreibstörung ist. Durch diese fantastische Auszeichnung ist das Potenzial, gemeinsam die Wahrnehmung der Störung zu verändern, da.“

Es werden noch Teilnehmer im Alter von 8 bis 12 Jahren mit und ohne Lese-Rechtschreibstörung gesucht, die von zu Hause das Web-Spiel spielen. Wer Interesse hat, kann sich unter teilnehmer forschung@gmail.com an Maria Rauschenberger wenden.

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