zur Navigation springen

eröffnung : Lebenswerft folgt der Ausbildungswerkstatt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach dem Aus für die Ausbildungswerkstatt vor genau sieben Monaten hat der Nachmieter der Räumlichkeiten im Rosseer Weg seine Eröffnung gefeiert. Das neue Unternehmen setzt den sozialen Gedanken fort.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 05:57 Uhr

Eckernförde | Darauf hatten alle gehofft: Nach dem Aus für die Ausbildungswerkstatt vor genau sieben Monaten hat gestern der Nachmieter der Räumlichkeiten im Rosseer Weg seine Eröffnung gefeiert. Es ist das private Unternehmen „Lebenswerft Kreativwerkstatt“, das von Reinhard Wegner (51) gegründet wurde. Wegner hat zuvor zwölf Jahre lang beim Ausbildungsverbund Eckernförde-Schleswig (aves) in der Marienthaler Straße gearbeitet und unter anderem das Möbelkaufhaus „Möbel & Mehr“ geleitet. Dabei haben Jugendliche ohne Ausbildung alte Möbel unter Anleitung wieder hergerichtet und verkauft. Auf diese Weise wurden soziale Kompetenzen trainiert und Tages- sowie Arbeitsabläufe eingeübt, die die Jugendlichen schließlich ausbildungsbereit machen sollten.

Das Konzept der „Lebenswerft“ ist ähnlich. Der zertifizierte Träger der beruflichen Bildung richtet sich an benachteiligte Jugendliche ohne Schulabschluss, die Gegenstände des täglichen Bedarfs herstellen und verkaufen. Ziel ist es, Grundfertigkeiten und soziale Kompetenzen zu trainieren, um die Jugendlichen für eine Ausbildung oder eine ausbildungsvorbereitende Maßnahme fit zu machen. Dazu gehört beispielsweise die Gewöhnung an einen geregelten Tagesablauf oder Umgangsformen sowie ein Bewerbungstraining. Die Jugendlichen können über Aktivierungsgutscheine vom Jobcenter an die Lebenswerft vermittelt werden.

Mit Reinhard Wegner kümmert sich momentan Beatrice Schubmehl, ebenfalls ehemalige aves-Mitarbeiterin, um die ersten beiden Jugendlichen. Das Unternehmen soll mit wachsenden Klientelzahlen auch in der Mitarbeiterzahl steigen.

Gestern Nachmittag wurde die Eröffnung in den Räumen der ehemaligen Ausbildungswerkstatt Metall gefeiert. Die BigBand der Polizei spielte vor rund 70 Gästen, das Rote Kreuz fuhr eine Gulaschkanone auf. Bürgermeister Jörg Sibbel sprach davon, dass er sich freue, dass die „sozial- und gesellschaftspolitische Bedeutung der Ausbildungswerkstatt Metall hier ihre Fortsetzung findet.“ Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli zeigte sich „fest davon überzeugt“, dass die Einrichtung ein Erfolg werde.

Die Ausbildungswerkstatt Metall wurde 2013 nach 54 Jahren geschlossen. Zunächst wurde in ihr die Ausbildung der Metall verarbeitenden Berufe zentralisiert. Später galt es, auch benachteiligte Jugendliche auszubilden und zu vermitteln. 2012 zog sich die Agentur für Arbeit als größter Geldgeber aus dem Projekt zurück. Grund: Die Beschäftigungschancen würden steigen, wenn die jungen Menschen statt in integrativer Ausbildung in einem regulären Betrieb ausgebildet werden.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen