Lebenswege und Wiedersehensfreude

Birgit Kauffmann (l.) und Frauke Dronske (Abi 1985 und 86) haben mittlerweile schon Kinder auf der Jungmannschule. Fotos: Hoy (2)
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Birgit Kauffmann (l.) und Frauke Dronske (Abi 1985 und 86) haben mittlerweile schon Kinder auf der Jungmannschule. Fotos: Hoy (2)

19. Ehemaligentreffen der Jungmannschule am Tag nach Weihnachten / Großes Interesse an den Lebenswegen der früheren Mitschüler

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29. Dezember 2017, 06:55 Uhr

Für die meisten Menschen ist ihre Schulzeit eine ganz besondere Zeit, gefüllt mit Erlebnissen und engen Freundschaften. Doch nach Ende der gemeinsamen Schulzeit schlägt jeder seinen eigenen, ganz individuellen Lebensweg ein. Umso schöner ist es, wenn sich einmal die Gelegenheit bietet, einige der ehemaligen Schulkameraden nach vielen Jahren wieder zu treffen. Zum nunmehr 19. Mal fand am Mittwochabend das Ehemaligen-Treffen der Eckernförder Jungmannschule im Stadthallenrestaurant statt, bei dem ehemalige Schüler der Jungmannschule genau das tun konnten. Im lockeren Rahmen, ohne Tagesordnung, hatte der langjährige Vorsitzende des „Vereins der Freunde der Jungmann-Schule“, Dr. Matthias Siemsen, wieder zu einer gemeinsamen Runde eingeladen. „Es ist eine Gelegenheit für ehemalige Schüler, mit anderen Ehemaligen und Lehrern ins Gespräch zu kommen und Erinnerungen auszutauschen“, erklärt Siemsen. „Zwischen Weihnachten und Neujahr bietet es sich einfach an, da sind viele, die jetzt auswärts leben, auf Heimatbesuch bei den Eltern“, weiß der Organisator.

Nach und nach trudelten immer mehr ehemalige Schüler der verschiedensten Abitur-Jahrgänge und auch einige Lehrer im Stadthallenrestaurant ein, am Ende dürften es an die 100 gewesen sein. Zwei der Jüngsten an diesem Abend waren Bjarne Klockemann (20) und Philip Letixerant (19). Beide haben ihr Abitur im letzten Jahr erfolgreich absolviert, besuchten allerdings nicht immer die gleiche Jahrgangsstufe, denn sie gehörten zum so genannten „Doppeljahrgang“. Während Bjarne Klockemann die Jungmannschule noch neun Jahre besuchte, hatte Philipp Letixerant nur acht Jahre Zeit, um sich auf sein Abitur vorzubereiten. Trotz des „G8“-Modells haben beide gute Erinnerungen an ihre Schulzeit. „Wir sind dieses Jahr zum ersten Mal mit dabei und wollen einfach mal schauen. Vielleicht kennt man ja ein paar Andere“, sagt Bjarne Klockemann, der nun eine Ausbildung zum Mediengestalter in Berlin absolviert. Auch Philip Letixerant hat Eckernförde verlassen, um in Köln Volkswirtschaft zu studieren.

Bei Ellen Hogreve, Petra Christiansen-Weniger und Anke Hingst liegt die Schulzeit schon ein wenig länger zurück. Als Hogreve und Christiansen-Weniger 1979 ihr Abitur machten, war noch vieles anders. „Wir waren die Versuchskaninchen, da wir der erste Studienstufen-Jahrgang waren“, erinnert sich Ellen Hogreve, „Es gab keine Studienfahrt und auch mein Stundenplan stimmte hinten und vorne nicht.“ Doch für sie und Petra Christiansen-Weniger war es trotzdem eine tolle Zeit. Auch Anke Hingst musste noch auf einige Dinge verzichten. „Ein Auslandsjahr in Amerika hätte ich sehr gerne gemacht, doch es war einfach zu teuer“, erzählt sie. Einige Jahre später erfüllt sich ihr Traum von Amerika doch noch. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie für zehn Jahre in El Paso, Texas. Heute hat es die drei Frauen wieder in ihre alte Heimat verschlagen.

Mehr Glück mit Studienfahrten hatten Arno Frey und Sebastian Maass aus dem Abiturjahrgang 2005. „Wir haben eine Klassenfahrt mit dem Thema Europäische Union gemacht und waren unter anderem in Brüssel, Straßburg und Antwerpen“, berichtet Arno Frey, der in Eckernförde geblieben ist und Soziologie und Wirtschaftswissenschaften studiert. „Wir hatten auch sehr nette Lehrer. Das war schon eine lustige Tour“, ergänzt Sebastian Maass. Er arbeitet mittlerweile in Hamburg in der Chemie-Branche und schreibt Testberichte über neue Chemikalien und Medikamente.

Auch Jana Meusel und Sina Ehresmann, beide Abitur-Jahrgang 2010, hatten einiges zu besprechen. Während erstere inzwischen in Madrid lebt und arbeitet, war die Anfahrt für Sina Ehresmann aus Hamburg nicht ganz so weit, nachdem sie vor einem halben Jahr aus New York wieder nach Deutschland gezogen war. Schulisch war ihnen noch die Studienfahrt nach Rom in Erinnerung geblieben, dort seien sie sogar zur Papstaudienz ausgerufen worden.

Auch Barbara Hansen (geb Hesler) erkannte auf Anhieb nach 38 Jahren gleich nach Betreten des Lokals zwei bis drei Leute, so dass der Small Talk lief. Schnell kommt man mit anderen ins Gespräch, spätestens bei gemeinsamen Lehrern ist man auf Wellenlänge. So erinnerten sich Barbara Hansen und Kirsten Krüger an ihre Lehrerin Frau Egge, vor der alle sehr viel Respekt hatten und die, wenn sie wissen wollte, wie spät es war, stets einen Fingerring aufklappte, in dem sich ihre Uhr befand. Ob Bundesjugendspiele, geliebt oder gehasst, oder die legendären Baumgarten-Feste, an die sich nur noch die Älteren erinnerten, es musste nur ein Stichwort fallen, die passende Geschichte dazu kam von ganz alleine. So gab es auch den gutaussehenden Lehrer, in den sich mache Schülerin heimlich verguckte, dass dadurch auch bessere Noten erzielt wurden, fällt eher in den Bereich der Legende.

Matthias Siemsen zeigte sich am Ende sehr zufrieden. Etwa 75 Ehemalige waren seiner Einladung gefolgt. „Die Stimmung war sehr schön, und alle Gäste haben tolle Gespräche geführt“, freute sich der Veranstalter. Mit Sicherheit werden auch im nächsten Jahr wieder viele Ehemalige der Jungmann-Schule zusammen kommen, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen und sich von ihren bisherigen Lebenswegen zu erzählen.

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