Rauchmelder : Lebensretter schlagen falschen Alarm

Lebensretter: In Schlafräumen und Fluren sind Rauchmelder Pflicht.
Lebensretter: In Schlafräumen und Fluren sind Rauchmelder Pflicht.

Die Zahl der durch Rauchmelder verursachten Fehlalarme nimmt zu. Die Freiwillige Feuerwehr Eckernförde gibt Tipps zur Vermeidung falscher Notrufe.

shz.de von
10. Januar 2015, 06:00 Uhr

Rauchmel- der können Leben retten. Deshalb gibt es in Schleswig-Holstein seit 2011 die Rauchmelderpflicht, die besagt, dass Schlafräume und Flure nicht nur von Neu- und Umbauten, sondern auch von bestehenden Wohngebäuden mit den kleinen elektronischen Spürnasen ausgestattet werden müssen.

Eine gute Sache, doch hat mit der Einführung der Pflicht naturgemäß auch die Zahl der Fehlalarme zugenommen. Meint Behrmann, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde, schätzt, dass die ehrenamtlichen Helfer etwa 25-mal pro Jahr vergebens ausrücken. Eine große Belastung für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute, die bei einer Alarmierung alles stehen und liegen lassen, um in wenigen Minuten am Einsatzort zu sein.

Gründe für die Fehlalarme gibt es mehrere. „Oft wird das Essen auf dem Herd oder im Backofen vergessen, und der Qualm löst den Rauchmelder aus“, sagt Meint Behrmann. Auch Bauarbeiten, bei denen viel Staub aufgewirbelt, sind nicht selten Auslöser für das plötzliche Auftauchen der Feuerwehr, ebenso die schwache Batterie, durch die das Gerät ausgelöst werden kann und die Nachbarn alarmiert. Manchmal genügt sogar einfach nur dichter Hausstaub, der sich im Gerät absetzt. Meint Behrmann berichtet sogar von einem Fall, in dem es sich eine Spinne in dem Rauchmelder gemütlich gemacht hat. In der Messkammer des Gerätes werden regelmäßig Lichtstrahlen ausgesendet, die im Normalzustand nicht auf die Fotolinse treffen. Durch Rauch oder auch einen Festkörper – zum Beispiel eine Spinne – werden die Lichtstrahlen gestreut und auf das Fotoelement abgelenkt, was wiederum den Alarmton auslöst.

Manchmal nehmen nur die Nachbarn diesen lauten Ton wahr und verständigen die Feuerwehr. Wenn der Betroffene nicht zu Hause ist, bleibt der Feuerwehr nichts anderes übrig, als im Beisein der Polizei die Tür zu öffnen und nach dem Rechten zu sehen. Dabei ziehen sie das Zylinderschloss heraus und bauen hinterher ein neues ein. Die Polizei bekommt dann den Schlüssel und der Wohnungsinhaber einen Hinweis, dass er den Schlüssel dort abholen kann.

Ein Einsatz der Feuerwehr wegen eines Rauchmelder-Fehlalarms kostet den Privatmann nichts, seit dem 1. Januar ist das sogar im Brandschutzgesetz festgelegt: Solche Einsätze werden den Bürgern nicht in Rechnung. Die Bereitschaft, die Feuerwehr zu rufen, lasse nach, wenn die Menschen befürchten müssen, hinterher die Kosten zu tragen, begründete Innenminister Klaus Schlie. Die Bürger dürften für ihre Aufmerksamkeit keine Nachteile haben. Auf groben Unfug trifft das allerdings nicht zu. Bei Unternehmen und nicht-städtischen Einrichtungen verhält es sich anders, wie Meint Behrmann erläutert: „Die Alarmierung der Feuerwehr durch einen Fehlalarm der Brandmeldeanlage kostet einen erheblichen Betrag, der wehtun kann.“ Grund ist, dass die Anlagen regelmäßig gewartet und gepflegt werden müssen. Wer darauf verzichtet, wird zur Kasse gebeten. Und auch das vorsätzliche Alarmieren der Einsatzkräfte ohne Grund wird für den Verursacher teuer.

Wie also können Fehlalarme von Rauchmeldern verhindert werden? Behrmann empfiehlt grundsätzlich, nicht aus dem Haus zu gehen, wenn der Braten noch im Backofen ist. Auch sei das regelmäßige Wechseln der Batterie einmal im Jahr unablässig, es sei denn es handelt sich um eine Zehn-Jahres-Batterie. „Dann sollte man sich merken, wann sie eingebaut wurde, damit man einen Anhaltspunkt hat, wann sie getauscht werden muss.“ Beim Staubwischen in der Wohnung empfiehlt der Feuerwehrchef, auch mal die Rauchmelder von der Decke zu nehmen und abzuwedeln oder am besten mit Druckluft durchzupusten. „Vorher sollte man aber die Batterie herausnehmen, um nicht Alarm auszulösen.“

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