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neue aufgabe : Lebensretter beteiligen sich an Rettung von Flüchtlingen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im März planen einige Mitglieder der DGzRS einen Einsatz im Mittelmeerraum. 2015 war für die Lebensretter in der Ostsee ein ruhiges Jahr.

Wenn die Möwen auf das Land fliehen und die See unruhig wird, rücken sie in Sturm und Regen aus, um die Menschen zu retten, die es alleine nicht mehr sicher in den Hafen schaffen – die ehrenamtlichen Seenotretter (DGzRS) von der Station Damp unter Leitung von Vormann Thomas Schulze mit ihrem Rettungsboot Karl van Well. Schon seit 24 Jahren werden damit in Not geratene Seeleute aus den Wellen der Ostsee gerettet. A ber auch über die Einsatzfahrten hinaus gibt es für den Vormann und seine elf Mitarbeiter immer wieder spannende Aufgaben. „Bei der Kieler Woche sind wir jedes Jahr wieder dabei und begleiten die Boote bei ihren Fahrten durch die Regattafelder in der Kieler Förde. Da passiert es bei stürmischer Witterung immer wieder, dass ein Boot kippt“, erklärt der ehemalige Berufsfeuerwehrmann Thomas Schulze (58).

Außerdem organisierte die DGzRS im Herbst eine internationale Übung mit mehr als 120 Teilnehmern vor Eckernförde, die die Retter mit vier Einsatzszenarien und Verletztendarstellern sowie Havaristen möglichst realitätsnah auf den Ernstfall vorbereiten sollte. Neben zwei Seenotrettungskreuzern und vier entsprechenden Booten nahmen auch Einheiten der dänischen Marineheimwehr, zwei Mehrzweckarbeitsboote des Technischen Hilfswerks (THW) und ein Wasserschutzpolizeiboot an der mehrtägigen Übung teil. Vor allem sollte die Koordinierung verschiedenster Einsätze unter Einbindung anderer Organisationen trainiert werden. „Das war für uns alle ein besonderer Höhepunkt“, resümiert Thomas Schulze.

Aber auch der Tag der Seenotretter Ende Juli, an dem die Stationen die Türen und Schiffsluken für interessierte Besucher öffnen, konnte sich 2015 erneut über gute Resonanz freuen.

Da sich die lebensrettende Arbeit der DGzRS unter Einsatz des eigenen Lebens der Helfer seit 1865 ausschließlich aus Spenden finanziert und die Seenotretter keinerlei staatliche Zuwendungen beziehen, habe die private Spende existenzielle Bedeutung, so der Vormann weiter. Auch das unsinkbare Seenotrettungsboot Karl van Well ist das Ergebnis von Spenden und wurde 1992 nach dem verstorbenen Mann einer besonders großzügigen Spenderin benannt. Auf dem Boot, das Platz für bis zu 14 Gerettete und drei Besatzungsmitglieder bietet, gibt es neben zwei Steuerungen und einem Defibrillator unter anderem auch ein Navigationssystem, das besonders bei Nachtfahrten zum Einsatz kommt, und eine ausklappbare Liege für schwerverletzte Personen.

„Das Boot wird alle vier Jahre gewartet, um eine reibungslose Arbeitsweise garantieren zu können“, so Thomas Schulze. „Es liegt das gesamte Jahr über im Wasser und besteht größtenteils aus Aluminium. Da kann es aufgrund von Meersalz und Eis nach und nach zu Schäden kommen“, sagt er. Dieses Jahr seien jedoch nicht viele Reparaturen in der Hauswerft in Bremen nötig gewesen, so der Stationsleiter. Lediglich einige Platten habe man auswechseln müssen.

Auch international engagiert sich die DGzRS und entsendet voraussichtlich im März ein Boot in den Mittelmeerraum, wo sich Ehrenamtliche an der Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen beteiligen wollen. Aber auch bei dieser zusätzlichen Herausforderung ist es den Rettern wichtig, die Aufgaben in den heimischen Gewässern nicht zu vernachlässigen. „Durch den Mittelmeereinsatz wird unsere Leistung vor Ort nicht geschwächt“, betont Thomas Schulze, der bereits auf neun Jahre Erfahrung als Vormann zurückgreifen kann. Wenn im März die Sportbootfahrer in die Ostsee zurückkehren, werden er und sein Team optimal vorbereitet sein. „Die Seenotrettung steht für unsere Station an erster Stelle. Niemand möchte sich als Held inszenieren“, räumt er mit gängigen Klischees auf.

Neue Mitglieder sind herzlich willkommen. „Wer im Umland wohnt und gesund ist, kann sich den Seenotrettern jederzeit anschließen“, erklärt Thomas Schulze. Weitere Informationen unter seenotretter.de.

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