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„Lebensplätze sind wichtiger als Parkplätze“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Grüne werfen WKE „Anti-Bahnhofs-Kampagne“ vor

von
erstellt am 05.Okt.2017 | 06:14 Uhr

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Ratsversammlung, Edgar Meyn, ist sauer auf den Wirtschaftskreis Eckernförde (WKE). Meyn kritisiert, dass der WKE vor dem geplanten Austausch über die Entwicklung der Innenstadt und der Parkplatzsituation wegen des drohenden Verlustes öffentlicher Parkplätze östlich der Bahnlinie Front gegen die Bahnhofsplanung macht.

Der grüne Fraktionsvorsitzende machte in seiner Stellungnahme den E-Mail-Verkehr zwischen den Grünen und dem WKE sowie einen vom WKE per E-Mail an einen „großen Verteiler“ versandten Aufruf zur Meinungsäußerung zur Parkplatzsituation in der Innenstadt öffentlich. Darin wirbt der WKE für den Bau von 600 öffentlichen Parkplätzen am Schulweg (P+R-Parkplatz), um den von der Stadtverwaltung errechneten Verlust von 848 Parkplätzen zu kompensieren. Eine Verlegung der Parkplätze westlich der Bahnlinie aufs 3. Gleis und an den Grünen Weg würde, so der WKE, die „Innenstadt massiv schädigen“ (siehe auch Bericht „Großer Fehler“, EZ v. 22. September). Die Kunden würden nicht bereit sein, „diese langen Wege in Kauf zu nehmen. Sie werden der Innenstadt fernbleiben, wenn sie keine Parkplätze in unmittelbarer Nähe vorfinden.“ Dass der Bau von 600 öffentlichen Stellplätzen möglich sei, zeige die Machbarkeitsstudie. „Offensichtlich wurde die Studie inzwischen wohl mangels Umsetzungsbereitschaft des noch unbekannten Investors verworfen“, mutmaßt der WKE. „Wenn Politik und Verwaltung diese Mindestanforderung jedoch nicht durchsetzen können, muss auf so ein gigantisches Projekt auch gern einmal verzichtet werden.“ Es folgt die Bitte an alle Mailempfänger um eine Stellungnahme.

Mit dieser Mail-Aktion „positioniert sich der WKE ganz klar gegen ein großes Projekt der Stadtentwicklung“, kritisiert Edgar Meyn. „Meine Fraktion ist nicht nur enttäuscht und verärgert über so ein Vorgehen, sondern gleichermaßen erschrocken, wie hier demokratische Vorgänge verurteilt beziehungsweise beurteilt werden.“ Der WKE habe den Grünen zuvor ein Gesprächsangebot gemacht, „jetzt starten Sie eine ’Anti-Bahnhofsareal-Kampagne’. Wie sehen Sie denn die Gesamtverantwortung für unsere Stadt?“

Man wolle jetzt die Chance nutzen, den Bahnhofsbereich in die Innenstadt einzubeziehen, auch um die südliche Innenstadt erheblich aufzuwerten und funktionell an die Haupteinkaufszone Kieler Straße anzubinden, argumentierte Meyn. Das Parkraumkonzept sei nur im Bauausschuss beraten worden, einen Ratsbeschluss gebe es nicht. Er hoffe, dass der WKE bis zum Bauausschuss am 1. November „das allgemeine Klima zur Stadtentwicklung und für die Weiterentwicklung des Bahnhofsareals nicht vergiftet hat.“ Wer der Maximalforderung des WKE folge, müsse sich fragen lassen, wie er zur Gesamtverantwortung zur Stadtentwicklung steht. „Was ist mit den Zielen Kino, Nahversorger, Wohnen und Arbeiten in der Stadt? Lebensplätze sind wichtiger als Parkplätze!“




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