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Eckernförder Zeitung

22. Oktober 2017 | 05:33 Uhr

Hilfe tut not : Lebenshilfe in der Finanzklemme

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Streichkonzert bei der Lebenshilfe: Große Freizeit musste abgesagt und ein Auto verkauft werden. Gerichtsgelder fließen nicht mehr und Spenden sind rückläufig.

Eckernförde | Angespannt, aber nicht lebensbedrohlich – so beschreibt der 1. Vorsitzende, Erich Baumann, die aktuelle Situation bei der Lebenshilfe Eckernförde. Und das nicht ohne Grund. Die Ausgaben des Vereins belaufen sich auf rund 50 000 Euro pro Jahr, die nicht mehr gedeckt werden können. Die Lebenshilfe bietet Menschen mit Behinderungen aus diesem Topf Freizeitaktivitäten an. Die Finanzlage hat sich deutlich verschlechtert: Es gingen deutlich weniger Spenden ein, und auch die Bußgelder, die das Gericht in Strafsachen verhängt, gingen immer seltener an die Adresse der Lebenshilfe Eckernförde, erklärte der Vorstand.

„Es ist schwer, alles umzusetzen und unser Freizeitangebot aufrecht zu erhalten, denn wir haben immer weniger finanzielle Mittel“, sagt Jürgen Kubereit, der viele Jahre den Freizeitclub der Lebenshilfe geleitet hat. Er vermisst vor allem die Zuteilung der Bußgelder vom Gericht. Warum sie vor rund einem Jahr eingestellt wurden, weiß er nicht. Doch auch die Zahl der privaten Spender ist laut Kubereit zurückgegangen, zudem sinken die Mitgliederzahlen. Zurzeit hat der Verein 70 Mitglieder. Kubereit wünscht er sich mehr, auch fördernde Mitglieder sind willkommen. Seit 1974 existiert der Verein, Jürgen Kubereit ist seit 30 Jahren dabei. Wegen seiner schweren Erkrankung wurde ein jüngeres Team zusammengestellt, um ihn zu entlasten.

Das ist auch nötig, denn die Lebenshilfe bietet viele Aktivitäten für die knapp 100 wöchentlichen Besucher an. Jeden Tag ab 16 Uhr treffen sie sich in den Räumlichkeiten direkt am Sportplatz am Pferdemarkt zum Kaffeetrinken. Dann wird gespielt und gebastelt. Einige werden mit den vereinseigenen Bussen zum gemeinsamen Kegeln, andere zum Schwimmen gefahren. Es werden auch Tagestouren und Urlaubsfahrten angeboten. Betreut werden die Mitglieder von zwei pädagogischen Mitarbeiterinnen in Teilzeit und mehreren ehrenamtlichen Helfern.

Ohne die Unterstützung von Spendern sei es kaum möglich, die Kosten abzudecken, so Kubereit Einen Teil der Kosten müssten die Teilnehmer zwar selbst übernehmen, doch wirklich kostendeckend könne der Verein nicht arbeiten. „Früher haben wir einmal pro Jahr längere Freizeitfahrten angeboten“, erklärt der Vorsitzende Erich Baumann. „Aber das geht jetzt nicht mehr.“ 2013 musste die große Freizeit im Harz gestrichen werden. In Zukunft werden diese Fahrten nur noch alle zwei Jahre angeboten. Um Kosten zu sparen, hat der Verein jetzt eines der vier Fahrzeuge verkauft.

Die Räumlichkeiten am Pferdemarkt stellt die Stadt zur Verfügung. So muss die Lebenshilfe nicht für Miete und Nebenkosten aufkommen, sondern nur einen geringen Anerkennungsbeitrag zahlen. Doch trotzdem kommen hohe Kosten für Personal, Fahrzeuge und Diesel, Bastelmaterial und Sportutensilien zusammen. Deshalb freut sich die Lebenshilfe über jede Spende – auch in Naturalien. „Wenn jemand einen Eimer Farbe oder ein paar Bettlaken vorbeibringt, damit wir daraus unsere Kulissen für Theaterstücke malen können, freuen wir uns sehr“, sagt Jürgen Kubereit.

Wer die Lebenshilfe unterstützen möchte, etwa durch Spenden oder eine Mitgliedschaft, kann sich montags bis donnerstags ab 16 Uhr und freitags ab 13.45 Uhr unter der Telefonnummer 04351/53 37 mit den Mitarbeitern in Verbindung setzen. Die Mitgliedschaft kostet 50 Euro pro Jahr.

 

>Kontodaten der Lebenshilfe: BLZ 21050170 (Förde Sparkasse), Kontonummer 1000200350

 

 

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