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200 Sportler am Pferdemarkt : Lebenshilfe Eckernförde: 40 Jahre gelebte Inklusion

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mit einem großen Sportfest am Pferdemarkt mit anschließendem Festakt feiert die Lebenshilfe Eckernförde ihr 40-jähriges Bestehen. 200 Sportler waren am Start. Bürgermeister Jörg Sibbel lobt die „wertvolle und wichtige Arbeit“ der Lebenshilfe.

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erstellt am 16.Sep.2014 | 06:59 Uhr

Trommeln, Kochen, Tanzen, Sport, Kino, Disco und noch vieles mehr – das Programm, das die Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung anbietet, ist groß. Am Wochenende feierte der Verein sein 40-jähriges Bestehen mit einem Sport- und Familienfest und einem Festball.

Am 26. September 1974 wurde der Verein im Lutherhaus gegründet. Eltern und Freunde von Menschen mit Behinderung schlossen sich zusammen. „Es gab noch keine Werkstatt in Eckernförde, es gab nur den Sonderhort“, berichtete der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Kubereit. Auch eine Schule für Kinder mit einer Behinderung gab es damals noch nicht. „Wir konnten zusammen einiges erreichen“, sagte Kubereit. Heute gibt es die Schule am Noor, die Werkstatt für Menschen mit Behinderung „und auch Inklusion ist in Eckernförde nicht nur ein Wort“, so der stellvertretende Vorsitzende. „Sie wird im Kindergarten und in den Schulen, in der Werkstatt und vor allem bei uns im Club praktiziert.“

Jeden könne es schnell durch eine Krankheit oder durch einen Unfall treffen, dass auch er ein Handicap bekommt. Schlimm sei das Vorurteil, Behinderung sei eine Krankheit, so Kubereit. „Wäre eine Behinderung eine Krankheit, könnte man sie heilen.“ Er sei der Meinung, dass jeder seinen Platz in unserer Gesellschaft habe und nicht abseits stehen dürfe, unterstrich Kubereit.

Die Freizeitgestaltung und Integration außerhalb des Elternhauses oder des Wohnheimes sei für die Kinder von großer Bedeutung. Deswegen wurde 1978 der Integrationsclub ins Leben gerufen. Seit 1985 gibt es eine hauptamtliche Kraft für den Club. Vor 25 Jahren zog die Lebenshilfe in den Pferdemarkt. „Hier geben wir den Besuchern unseres Clubs eine sinnvolle Anregung zur Gestaltung ihrer Freizeit und fördern ihre Fähigkeiten“, berichtete Kubereit, ein Urgestein der Lebenshilfe und fast 40 Jahre in vorderster Reihe im Vorstand aktiv. Neben dem Angebot regelmäßiger Treffs bietet die Lebenshilfe unter anderem Sport, Reiten, Schwimmen, Fußballturniere und das Sportfest sowie Ferienfreizeiten und die Motorrad-Jumbo an.

„Dabeisein – dazugehören: Das sind Erklärungen für den Begriff ‚Inklusion’“, sagte Bürgermeister Jörg Sibbel. Am Wochenende seien viele dabei gewesen und hätten sich gegenseitig wahrgenommen, anerkannt und selbstverständlich angenommen. Besonders der Sport sei ein Bindeglied, mit dem es gelebt und erlebt werden könne, sagte der Verwaltungschef. Die Mitarbeiter der Lebenshilfe schafften es, in Eckernförde Kindern und Erwachsenen mit Behinderung die Möglichkeit zu geben, körperliche Fitness zu entwickeln, Mut zu beweisen, Freude zu erfahren, die Familien einzubeziehen und die Gemeinschaft zu teilen. „Diese besonders wertvolle und wichtige Arbeit leisten Sie bereits seit 40 Jahren“, sagte Sibbel. „Halten Sie fest an Ihrem Tun, denn es bewirkt Gutes, dafür meinen herzlichen Dank.“

Vor dem Festball am Abend traten am Vormittag beim Sportfest verschiedene Mannschaften gegeneinander an. In den Disziplinen 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Weitwurf, Fußballweitschießen und Medizinballwerfen stellten die 200 Teilnehmer aus befreundeten Freizeitclubs und Schulen für Menschen mit Behinderung ihr sportliches Können unter Beweis. Sehr zur Freude Kubereits nahmen auch die Sportler aus Eckernfördes Partnerstadt Bützow teil.

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