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Eckernförder Zeitung

23. August 2017 | 23:55 Uhr

Lebendige „Wollknäulchen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Überraschender Fund in einer alten Teigschüssel / Reglose kleine „Wollknäulchen“ wurden sehr lebendig

Die schönsten Überraschungen erleben wir in der Natur, vorausgesetzt wir halten unsere Augen offen. Ein Erlebnis der besonderen Art traf mich per Zufall in den heißen Sommertagen auf unserer Terrasse. Ich fühlte bei meinen Blumen, ob sie noch angesichts der Sommerhitze feucht genug waren. In einer großen, ehemaligen Teigschüssel steht ein duftender, blau blühender Lavendel. Ich griff also blind mit dem Finger in den viel zu großen Übertopf.

Was war das denn? Mit der Hand fühlte ich etwas, das sich wie ein Plüschtierchen anfühlte. Und tatsächlich, in der Schüssel lagen vier kleine Lebewesen, die wie winzige Mäuschen aussahen. Sie bewegten sich nicht, eine Atmung war auch nicht zu sehen. Tot waren sie aber auch nicht, denn die braunen „Wollknäulchen“ waren warm, und sie schliefen tief und fest. Jetzt bewegte sich eines, und ich sah winzig kleine, spitze Öhrchen und noch kleinere Äuglein, viel kleiner als Stecknadelköpfe. Mein Herz schlug immer höher vor Freude, und ich konnte nur staunen. Was hat mir der Zufall nur in diese alte Schüssel gelegt?

Als ich am Abend nach den kleinen Unbekannten sah, waren sie verschwunden, alle vier! Ob sie wieder kommen?

Am anderen Morgen lagen im Schatten des duftenden Lavendels sechs „Mäuschen“ in der Schüssel! Ich sah den fast bewegungslosen Tierchen den ganzen Tag über, immer wieder zu. Kein Herzschlag war zu sehen oder zu spüren. Auf mein Sreicheln reagierten sie nicht. Ab und zu bewegte sich ein Öhrchen und zwei winzige Äuglein sahen mich an. Manchmal räkelten sie sich, kuschelten immer näher zusammen, und manchmal lagen sie auch übereinander. Die meiste Zeit schliefen sie tief und fest.

Immer wieder musste ich die Tierchen beobachten, ich konnte es einfach nicht lassen. Gegen Abend wurden die kleinen Fledermäuse lebhafter. Jetzt konnte ich sie erkennen. Sie räkelten sich, und hierbei konnte ich die kleinen Hinterbeinchen mit fünf Zehen und die mit einem kleinen Haken versehenen Vorderbeine sehen. Ab und zu öffneten sie ihre Flugsegel, und bald flatterten sie aus der Schüssel in den klaren Abendhimmel. Doch einmal brauchte eines der Fledermäuse meine Hilfe. Die alte Teigschüssel war ihr als Startrampe zu glatt. Mein Zeigefinger half ihr in die Lüfte, wo schon viele, leckere Fliegen und andere Insekten umher schwirrten.

Nach einigen Tagen und Nächten blieben meine Lieblinge, alle auf einmal weg. Ich war schon ein wenig traurig. Aber schließlich ist eine Schüssel als Schlafplatz kein Dauerzustand.

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erstellt am 10.Sep.2014 | 06:11 Uhr

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