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positive bilanz : Lebendig und fröhlich – das Grüne Haus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

16 Monate nach seiner Einweihung wird der offene evangelische Jugendtreff gut angenommen. Der Weltladen im Grünen Haus erzielt steigende Verkaufszahlen.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 05:15 Uhr

Eckernförde | Es ist ein kleines und schmales Haus, aber es verströmt Offenheit, Leichtigkeit und Fröhlichkeit und hat sich zum Anlaufpunkt für viele Jugendliche entwickelt. Die Architektur des Grünen Hauses in der Nicolaistraße ist modern und sehr raffiniert – mit nur vier Metern Breite, aber dafür 29 Metern Länge bietet es auf insgesamt drei Etagen unverhofft viel lichtdurchfluteten Raum für die Menschen, die dort arbeiten und für die Besucher des offenen evangelischen Jugendtreffs, die hier wirken. Vor fast 16 Monaten haben der Leiter Klaus Kaiser und die Jugendlichen den Neubau des Grünen Hauses eingeweiht. Das Vorgängerhaus war marode und musste 2013 abgerissen werden.

Der Passant nimmt das Grüne Haus hauptsächlich durch den Weltladen wahr, der sich im Erdgeschoss befindet. Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Geschäft durch nichts von den anderen. Ein großes Schaufenster, viel Licht in dem einsehbaren Raum und eine bunte Vielfalt in den Regalen ermuntern zur Einkehr. Tatsächlich ist das Weltladen-Konzept von Klaus Kaiser richtig aufgegangen. „Allein das Dezembergeschäft – wir hatten Umsatz, so viel hätten wir nie erwartet“, zieht der 50-Jährige eine positive Bilanz nach den ersten Monaten. Für den gebürtigen Rheinländer sei noch vor dem Einzug klar gewesen: „Mit dieser 1  a-Geschäftslage mussten wir wuchern.“ In dem Weltladen werden nur Dinge wie Kaffee, Tee, Schokolade, Taschen, Körbe, Kerzen, Schals oder Schmuck aus dem Fairen Handel verkauft. Die Weltläden unterstützen damit kleinere Betriebe. Der Verzicht auf Zwischenhändler und auf Entlohnung der Verkäufer in den Läden selbst garantiert dem Produzenten ein höheres Einkommen. „Der Laden weitet den Blick“, ist sich Kaiser sicher. Er bietet auch Fortbildungen in Sachen Fairer Handel an, die bei den älteren Jugendlichen gut ankommen. So gut, dass das Team aus 16 Verkäufern sich mittlerweile zur Hälfte aus ehrenamtlich tätigen Erwachsenen und jungen Menschen zusammensetzt. Jeder übernehme Aufgaben, die in jedem anderen Einzelhandel auch gefragt sind, wie Kasse, Abrechnung, Buchführung oder Bestellungen. „Es ist ein tolles Team. Jeder bringt Fähigkeiten ein, die er hat“, so der Leiter. Im Vergleich zu früher hätten sich die Ansprüche der Kunden geändert: „Galt es früher als politisch korrekt, den Kaffee aus Nicaragua zu kaufen, obwohl er schlecht schmeckte, wird heute auch Wert auf Qualität des Produkts gelegt“, weiß Kaiser.

Im hinteren Teil des Grünen Hauses warten die Vorkonfirmanden auf ihre Pastoren für den Unterricht. Der offene evangelische Jugendtreff kommt bei den Mädchen und Jungen sehr gut an. „Man kriegt einfach gute Laune, wenn man hereinkommt“, sagt Linn (13). Gemeinsam mit ihren Freunden spielt sie Tischkicker. Die Wände in dem Raum sind bunt bemalt und sorgen für eine fröhliche Atmosphäre. Genauso empfinden es viele der Vorkonfirmanden. „Es ist fröhlich hier“, bestätigt nicht nur Hjalmar (13). Ansprechpartner und die Seele des Hauses ist Klaus Kaiser. „Meine Hauptaufgabe ist es, für Jugendliche da zu sein und ihnen Raum zu bieten.“ So treffen sich Oberstufenschüler im Grünen Haus auf einen Tee oder zum gemeinsamen Kochen. Ein Klavier, Gitarren und zwei Cajones laden zum Musikmachen ein. In der nächsten Woche wird ein Billardtisch geliefert, der in der oberen Etage aufgestellt wird. Eine Dachterrasse und ein kleiner heller Raum bieten Platz zum Rückzug und für ein vertrauensvolles Gespräch.

Jugendarbeit lebt von Begegnungen – das weiß auch Klaus Kaiser. Seine Arbeitszeit ist denn auch nicht mit der Stechuhr zu bemessen. Er bleibt über die erforderliche Zeit hinaus, wenn es es nötig und gut ist. Das Angebot des Grünen Hauses, dessen Träger der Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde ist, will der 50-Jährige in diesem Jahr erneut um ein Filmprojekt erweitern. Aber nicht nur Eckernförder Jugendliche sind zu Gast im Grünen Haus. Seit November 2015 bietet der Verein Umwelt, Technik, Soziales (UTS) im obersten Stock Unterricht in Deutsch als Fremdsprache für Flüchtlinge an. Seit 14 Tagen sogar an zwei Tagen in der Woche.

Eine große Weltkarte neben der Küchenzeile begrüßt jeden Besucher, der den rückwärtigen Teil des Hauses betritt. Das Grüne Haus und der Weltladen seien eine Einheit, so Kaiser, wie die Welt. Die Karte verdeutliche das.

>Öffnungszeiten Weltladen: Mo -Fr 10-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr

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