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Demo in Gammelby : Lautstark gegen die Mülldeponie

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

120 Teilnehmer bei Demonstrationszug gegen die geplante Mülldeponie in Gammelby / Bürger befürchten Lagerung von strahlendem Material

Seit Wochen beherrscht in Gammelby nur ein Thema die Gespräche: Die geplante Neueröffnung und Erweiterung der Mülldeponie. Am Sonnabend hatte das siebenköpfige Organisationsteam der Bürgerinitiative „Depo-Nie“ zu einem Protestmarsch geladen. Da die Demonstration auch von Kindern aus dem Dorf angeregt wurde, wie Alexandra Florek vom Organisationsteam erklärte, war der Nachwuchs aktiv dabei. Sie erhielten Trillerpfeifen und nahmen von Zuhause alles mit, was laut ist, eine Krach-Demo sollte es werden..

Die Deponie in Gammelby soll nach Aussage von Alexandra Florek eine DK01-Klassifizierung erhalten. Das bedeute, dass dort auch leicht strahlendes Material entsorgt werden dürfe. „Die Behörden betonen zwar, dass das Material weniger strahlt als die Umwelt, wir haben aber trotzdem Sorge um die Langzeitfolgen“, betonte sie. Momentan werde geprüft, wie sicher die Versiegelung der Deponie ist. Es sei möglich, dass schädliche Stoffe ins Grundwasser und Flüsse gelangen, wenn die Versiegelung mangelhaft ist. „Die Kontrolle war früher auch nicht so, wie sie hätte sein sollen. Und genau deshalb machen wir uns Gedanken um die Zukunft unserer Kinder“, betonte Florek.

Anwohnerin Iris Stapelfeldt, die mit ihrer Familie Luftlinie rund 300 Meter von der Deponie entfernt wohnt, sieht noch ein anderes Problem auf die Gemeinde zukommen: „Hier fahren dann täglich schwere Lkw durch. Das sind die Kinder nicht gewohnt. Ich muss meinen Kindern dann verbieten, auf der Straße zu Spielen“, sagte sie bedauernd. Laut Florek ist aber nicht nur Gammelby von dem Schwerlastverkehrs betroffen. „Die Wege führen auch durch Eckernförde, Rieseby und Fleckeby“, sagte sie.

Auch die Kinder waren alles andere als begeistert von den Plänen. „Das wird laut werden, und wir wollen doch nur spielen“, sagte Skipp (9). Seine Schwester Lina (12) macht sich auch Gedanken um die Natur. „Dann gehen die Rehe weg, das finde ich blöd“, sagte sie traurig.

Es sei fragwürdig, ob der Bedarf für eine Erweiterung überhaupt gegeben sei, erklärte Florel. Genau deshalb gingen die Dorfbewohner auf die Straße. Unterstützt wurden sie dabei auch von Bürgern aus Kappeln, Kosel und Rieseby. „Die Lebensqualität auf dem Land ist einfach besser als in der Stadt“, sagte Florek. Dafür, dass diese Qualität so bleibt, würde sie kämpfen. Das ganze Dorf ziehe dabei an einem Strang. Viele sorgen sich auch vor etwaigen Langzeitfolgen. „Wir warten auf die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsstudie, das könne aber noch einige Wochen dauern“, sagte Bürgermeisterin Marlies Thoms-Pfeffer, die sehr zufrieden war mit der Beteiligung an dem Protestzug.

Insgesamt nahmen etwa 120 Personen an der Aktion teil. „Davon bestimmt 50 Kinder“, sagte Florek. Selbst nicht beteiligte Anwohner öffneten ihre Fenster und applaudierten den Teilnehmern der Demonstration.

Was die Organisatoren besonders freute, war, dass die Dorfbewohner, die nicht teilnehmen konnten sich auf andere Weise einbrachten. „Wir haben viele Sachspenden erhalten, sodass wir grillen können“, berichtete Alexandra Florek. Auf dem Gelände der alten Schule erwartete die Kinder auch noch eine besondere Überraschung: Für die gute Mitarbeit durften sie sich bei einer Wasserschlacht austoben.

 



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